20181023 DiaAbend 0566Der Vorstand des Kleingärtnervereins (KGV) "An der Dammstraße" e.V. hatte den letzten Diskussionsabend 2018 schon zu Beginn des Jahres im Gesamtprogramm mit angekündigt. Das Thema am 23. Oktober lautete "Ordnungsgruppen in den Kleingartenanlagen - sinnvoll oder unsinnig?"

Es fand sich im Saal der vereinseigenen Gaststätte "Drei Kastanien", wie leider nicht anders zu erwarten war, nur eine überschaubare Anzahl Interessierten zu diesem auch in der heutigen Zeit aktuellen Thema zusammen.

Foto - SLK: Eifrig debattierten die Gekommenen und nebenbei stärkte man sich

Vereinsvorsitzender Ralph Baganz hieß die Gäste, drei Vertreter der Gruppe "Ordnung und Sicherheit" des gastgebenden KGV sowie den Bürgerpolizisten Steffen Rentsch herzlich willkommen. Eingangs betonte der KGV-Chef, dass schon seit Jahrzehnten die Gruppe "Ordnung und Sicherheit" existiert und diese sich aus ehrenamtlich tätigen Kleingärtnern zusammensetzt. Die Aufgaben haben sich seit Gründung des damaligen Sicherheitsaktivs zunehmend verlagert u.a. auf Vandalismus sowie Hinterlassenschaften und Unordnung auf den Wegen. 

Auf die Vorreiterrolle im Leipziger Kleingartenwesen kann man im Schleußiger Verein berechtigt stolz sein, so der Vorsitzende. In der fast 23 Hektar (!) großen Kleingartenanlage (KGA) mit ihrem insgesamt 12 km langen Wegenetz leisten die Mitglieder der Gruppe durch die Bestreifungen präventive Arbeit, die sich positiv auswirkt.

Dies bestätigt Bürgerpolizist Steffen Rentsch. Seit 1990 ist die Kriminalität (u.a. Einbrüche) in der Stadt rasant angestiegen. Nach Einschätzung des Kriminalpräventiven Rates der Stadt Leipzig ist in den Orten, die einen Bevölkerungszuwachs verzeichnen, auch ein Ansteigen der Kriminalität offensichtlich. Entgegen diesem Trend hat sich in den vergangenen Jahren das Geschehen in dieser KGA entwickelt. Waren es 47 Straftaten 2016 sowie 17 im Jahr 2017, so sind es 2018 bis dato 7. Dies sind auch Verdienste von ehrenamtlich wachsamen Kleingärtnern. 

Ist ein Einbruch geschehen, betonte der Bürgerpolizist, ist es ratsamer, das Vorgefundene am Ort für eine Anzeige (mit Tagebuch-Nummer) aufzunehmen, als per Online, denn das birgt unter Garantie Nachfragen. Am Tatort können kriminaltechnisch wichtige und verwertbare Aspekte festgestellt werden, die per Online wohl nicht möglich sind.

20121105 3.PP Urkunde AdDammDie "Sinnhaftigkeit" einer Ordnungsgruppe in einer KGA betonte Ralph Baganz, zeigte sich bereits im Jahr 2012. Damals bewarb sich der KGV am Wettbewerb "3. Sächsischer Präventionspreis Nachbarschaftshilfe" mit dem Projekt "Arbeitsgruppe Ordnung und Sicherheit in Kleingärten". Unter den insgesamt 16 Projekten wählte die Jury das Vorhaben auf den 4. Platz. 

Der KGV-Chef wünscht sich für die Zukunft der Gruppe "Ordnung und Sicherheit", die sein Amtsvorgänger 16 Jahre leitete, eine höhere Bereitschaft der Gartenpächter zur Mitarbeit, zumal durch Wegzug von allein vier Mitgliedern, davon eine junge Frau, die Stärke weiter geschrumpft ist. Auch steht die Gruppe im Fokus bei Veranstaltungen (Kinder- und Sommerfeste, Halloween u.a.) und kooperiert mit der Polizei. Damit wird auch eine Art der Öffentlichkeitsarbeit demonstriert.

Foto - SLK: Urkunde für den KGV "An der Dammstraße" e.V.

Abschließend dankte Ralph Baganz dem Bürgerpolizisten Steffen Rentsch und den Mitgliedern der Gruppe "Ordnung und Sicherheit" sowie den Interessenten fürs Kommen.

Lothar Kurth