prokschRainer Proksch - Mitglied der Garten-Fachkommission (GFK) des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner (SLK) und Leiter des Fachberater-Stammtisches Südwest - hat hier ein umfassendes Beratungsmaterial zu Raritäten im Kleingarten zusammengestellt.

Auch erfahrene Kleingärtner können hier ihr Wissen aktualisieren: Sortenwahl, Kulturbedingungen, Schädlingsbekämpfung usw.

SLK-Foto: Rainer Proksch

201905 Okra Rainer Proksch 1Okra (Abelmoschus esculentus) auch Gemüse-Eibisch, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Malvengewächse. Es sind verschiedene Namen für die Pflanze bekannt: Essbarer Eibisch, Gombobohne oder Okolo, Ägyptische Bohne, Griechenhorn, Grünschnabel, Hibiskusfrucht, Pappelrose, Rosenapfel.

Sie ist eine aus dem Hochland Ostafrikas (Äthiopien) stammende Gemüsepflanze. Okra wurde schon von den Ägyptern kultiviert und ist besonders in der afrikanischen und mediterranen Küche ein wichtiges Fruchtgemüse. Okra ist bei uns meist unter der Bezeichnung Gemüse-Eibisch bekannt und ist hierzulande einjährig. In Deutschland wird sie kaum kultiviert, was insbesondere daran liegt, das dieses wärmeliebende Gemüse in unseren Lagen noch schwerer anzubauen ist als Paprika und Aubergine.

Foto - Rainer Proksch: Blüte mit Kapselfrüchten

201904 Amaranthus Garten Amarant Wildfeuer CC BY 2.5Amaranth (Amaranthus caudatus) ist ein sogenanntes Pseudogetreide und war das Hauptnahrungsmittel der Inkas und Azteken. Biologisch betrachtet ist es kein Getreide, es gehört zu den Fuchsschwanzgewächsen, wovon es ca. 100 Arten gibt. Die Ähnlichkeit mit Getreide besteht nur darin, dass Körner ausgebildet werden die Stärke enthalten.

Im klassischen Bauerngarten war er noch häufig zu sehen, dann geriet der Garten-Fuchsschwanz, etwas in Vergessenheit. Jetzt feiert die vielseitige Pflanze aus Südamerika zu Recht ihr Comeback. Das Pseudogetreide ist ausgesprochen gesund und sieht zudem im Kleingarten gut aus. Vor allem der Eiweißgehalt ist mit 16 pro 100 Gramm höher als bei vielen Getreidesorten. Auch der Gehalt an Eisen (9 mg) und Kalzium (215 mg) ist höher als bei vergleichbaren Lebensmitteln.

Foto - Wildfeuer: Amaranthus / GDFL+CC-BY-2.5

201903 Walzen Wolfsmilch Rainer Proksch 1Eine südosteuropäische Steppenpflanze ist mittlerweile auch in deutschen Gärten heimisch geworden, sie ist anspruchslos und schön. Die Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) begeistert mit ihren blaugrünen, zungenförmigen, matt bereiften, kleinen Blättern. Sie sind eng und walzenförmig um den Stängel angeordnet. Diese sehen aus wie kleine Walzen und gaben der Pflanze ihren Namen. Von Mai bis Juli erfreut die Walzen-Wolfsmilch den Betrachter mit einer Vielzahl kleiner Blüten in gelber Farbe. Diese stehen wie kleine Blumensträuße dicht beieinander an der Spitze der Stängel.

Foto - Rainer Proksch: Walzen-Wolfsmilch

201902 Ballonblume Kikyo CC BY SA 3.0Die Ballonblume (Platycon grandiflorus) ist eine Staude. Sie wächst nur langsam und dehnt sich nicht viel aus. Ballonblumen sind bis –15 °C winterhart und sollten die meisten unserer Winter überleben. Ihren Namen hat die Ballonblume, die auch Chinesische Glockenblume genannt wird, von den aufgeblähten Blütenknospen, bevor diese sich öffnen.

Die ganze Erscheinung gleicht einem Ballon, Blüte für Blüte. Es gibt nur eine Art mit mehreren verschiedenen Züchtungen. Die Pflanze besitzt Pfahlwurzeln, die tief ins Erdreich wandern. Die auffälligen Kronblätter sind meist blau, es gibt aber auch weiße und pinkfarbene. Die Blütezeit ist im Hochsommer, manchmal auch etwas später. Beheimatet ist die Ballonblume ursprünglich in Nordostasien, meist in China, Ostsibirien, Korea und Japan.

Foto - Kikyo: Ballonblume / CC-BY-SA-3.0

201805 Muskatellersalbei 2 Rainer ProkschMuskatellersalbei (Salvia sclarea) ist im Mittelmeergebiet sowie in Südwest-Asien beheimatet. Der Anbau in Mitteleuropa, hier vor allem in Weinbauregionen, ist jedoch schon seit dem frühen Mittelalter belegt. 

Zum Beispiel ist der Muskatellersalbei u.a. Teil des „Capitulare de Villis“, einer Liste, die im Jahr 812 im Auftrag von Kaiser Karl dem Großen erstellt wurde und in der alle Nutzpflanzen aufgelistet wurden, die auf einem Landgut kultiviert werden sollten. Auch der Mönch Walahfrid Strabo (Abt des Klosters Reichenau, 838–849) widmet dem Muskatellersalbei in seinem „Hortulus“, einem Gartengedicht, eine Strophe.

Foto - Rainer Proksch: Muskatellersalbei im "Nat´l-Informationsgarten"

201804 Akanthus 1 Rainer ProkschEtwa 30 Arten gehören derzeit zur Gattung Acanthus. Nur wenige Arten sind für Kleingärten in unseren Breiten geeignet. Balkan-Akanthus (Acanthus hungaricus), auch Balkan-Bärenklau genannt, ist die am häufigsten anzutreffende Art.

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Acanthus-hungaricus ist der Balkan. Er wächst in Buschform. Sein großes Plus ist unzweifelhaft seine Winterhärte. Hat er sich erst mal im Garten etabliert, bleibt der Ungarische Bärenklau erhalten und blüht jedes Jahr zuverlässig.

Foto - Rainer Proksch: Akanthus

 

201803 Ismene 1 Rainer ProkschDer Ursprungsname ist aus dem Griechischen und bedeutet wortwörtlich Schönehaut. Seit den 1990er Jahren ist die Hymenocallis festalis mit dem Familiennamen Ismene eine eigene Gattung. Der Gattungsname hat sich inzwischen durchgesetzt und dient als Sammelbezeichnung für die verschiedenen Sorten. Ursprüngliche Heimat der Ismene ist Südamerika und die Karibik und sie gehört zu den Amaryllisgewächsen. In unseren Breiten ist sie als Zierpflanze bekannt. Die dunkelgrünen Blätter und attraktiven, überwiegend weißen, leicht duftenden großen Blüten bilden einen Anziehungspunkt in jedem Garten. Es gibt auch Hybridsorten, z.B. "Zwanenburg" und "Sulphur Queen", die farblich interessant sind. Die Blütenfarbe variiert von strahlendem Weiß bis zu zartem Gelb mit grünem Schlund.

Foto - Rainer Proksch: Ismene

201802 Colakraut Raffi Koijan CC BY SA 3.0Eine uralte Bauerngartenpflanze wurde wegen ihres eigenwilligen, kampferartigen Duftes wieder neu entdeckt. Die Eberraute erobert sich mittlerweile in vielen Gärten, insbesondere in Kräuterbeeten, einen Platz zurück.

Streift man über die graugrünen, filigranen Blätter und Triebe, steigt ein bekannter Geruch auf. Manche meinen nach Cola, andere erwidern, es riecht eher nach Spezi. Daher die Namen Cola-Kraut oder Spezi-Kraut. 

Foto - Raffi Koijan: Cola-Kraut, Form der Laubblätter / CC-BY-SA-3.0