Wirksamer integrierter Pflanzenschutz

Die absolute Gesundheit gibt es nicht. Welcher Gärtner träumt nicht von einem Garten, in dem weder Pflanzenkrankheiten noch Schädlinge vorkommen bzw. auftreten. Aber ein solcher Garten wird immer nur ein Wunschtraum bleiben, dem man sich allerdings durch eine sinnvolle Gestaltung und die richtige Bewirtschaftung des Gartens nähern kann.

Pflanzen, die auf einem Boden stehen, der Ihnen bestmögliche Entwicklungsvoraussetzungen bietet, können bei guter Pflege fast immer früher geerntet werden. Das liegt daran, dass diese Pflanzen schneller wachsen als vergleichbare Exemplare, die unter ungünstigen Bedingungen existieren müssen.

Eine frühere Ernte bedeutet wiederum, dass sich pro Zeiteinheit an den betreffenden Pflanzen weniger Schädlinge und Krankheiten ansiedeln und vermehren können. Gleichzeitig sind derartige Pflanzen robuster und deshalb oft besser in der Lage, Krankheiten oder einen Befall durch Schädlinge weitgehend unbeschadet zu überstehen.

Der Kampf ums Überleben

In ihrer Gesamtheit vermitteln attraktiv gestaltete Blumenbeete, üppige Gemüsekulturen, reichtragende Gehölze sowie ein gut gepflegter, regelmäßig geschnittener Rasen oft den Eindruck eines nahezu paradiesischen Gartenidylls.

Doch der Schein trügt. Genau wie in der Natur herrscht auch zwischen denen im Garten kultivierten Pflanzen ein ständiger gnadenloser Konkurrenzkampf ums Überleben. Dieses „Fressen und Gefressen werden“ geht unter den Pflanzen nur wesentlich langsamer als im Tierreich vonstatten. Zusätzlich sind Pflanzen bestrebt, sich gegenseitig mithilfe ihrer Wurzeln Nahrung und Wasser zu entziehen. Außerdem geben manche Pflanzen Stoffe an das Erdreich ab, die andere Pflanzen in ihrem Wachstum hemmen.

Um ein langfristiges Überleben von Pflanzen zu gewährleisten, muss der Mensch regelmäßig dem Ausdehnungsdrang zahlreicher Arten z.B. durch gezielte Rückschnitte, Teilung des Wurzelwollens, und / oder Entfernen von Senkern sowie Ausläufen regulierend entgegenwirken. Eine vorbeugende Regulierung erfolgt u.a. schon beim Anpflanzen von Kohl und Kopfsalat, wenn die empfohlenen Pflanzabstände eingehalten werden. Das trifft analog auch auf Möhrenbeete zu, wenn man die aufgelaufenen Pflanzen gründlich verzieht und somit den verbleibenden Exemplaren den erforderlichen Platz für das Wachstum verschafft.

Der Gartenboden und seine Qualität

Gartenböden sind nicht nur bloße Standorte für Pflanzen, sondern sie fungieren gleichzeitig als Nährstofflager. Aus diesen entnehmen die Pflanzen je nach Bedarf unterschiedlich große Mengen an wichtigen Substanzen auf, zu denen beispielsweise Stickstoff, Calcium, Phosphor, Mangan und Bor gehören.

Ist der Boden nach einiger Zeit ausgelaugt, müssen ihm wieder Nährstoffe zur Verfügung gestellt werden. Dies kann in Form von Kompostzugaben geschehen. Verrottetes, organisches Material enthält nicht nur wertvolle Nährstoffe, sondern hilft auch, die Bodenstruktur zu verbessern.

Trockene, sandige oder lehmige Böden können durch eine Humusanreicherung wieder mehr Wasser und Nährstoffe speichern. Aufbringen kann man den reifen Kompost sowohl im Frühjahr als auch im Herbst als Mulchdecke. Gewöhnlich reicht eine Schicht von ca. 1 cm vollkommen aus.

Für die Aussaat ist Komposterde jedoch nicht geeignet. Da sie sehr nährstoffreich ist und auch als Bodendünger genutzt wird, würden die zarten Wurzeln richtiggehend “verbrannt”. Komposthaufen müssen direkt auf den gewachsenen Boden aufgebracht werden, damit Mikroorganismen, die für den Verrottungsvorgang nötig sind, eindringen können. Außerdem können Flüssigkeiten ablaufen.

Ein naturnah bewirtschafteter Garten zeichnet sich nicht allein durch einheimische Zier- und Nutzpflanzen und den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel sowie mineralische Dünger aus. Ein Komposthaufen gehört traditionell dazu.

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Erik Behrens
Gartenfachberater der Gartenfachkommission des SLK und zertifizierter Pflanzendoktor / LSK