Die normale Aussaat im Garten birgt die Gefahr, dass man nicht zur rechten Zeit zum Vereinzeln (oftmals auch Verziehen genannt) des auflaufenden Saatgutes kommt. Dann stehen die Pflanzen zu eng, treiben sich gegenseitig in die Höhe, bilden keine schönen Knollen, Wurzeln oder Blüten aus. Das betrifft hauptsächlich Radieschen, Rettiche, Möhren, Zwiebeln, Rote Bete und viele einjährige Blumen. Anzumerken ist auch noch, dass einige Gemüsepflanzen das Vereinzeln nicht mögen. Dazu gehören Lauchzwiebeln und Möhren, die wollen ungestört nach der Aussaat weiterwachsen.

Mittlerweile werden im Fachhandel einige Alternativen angeboten. Saatbänder, Saatscheiben und Saatteppiche sind die einfachste Art zu gärtnern, besonders, wenn man wenig Erfahrung oder kaum Zeit hat.

Saatbänder: Sie bestehen aus einem langen und schmalen sowie biologisch abbaubaren Vliesstoff, in den die einzelnen Saatkörner bereits im idealen Abstand zueinander angeordnet worden sind. Sie ermöglichen die Aussaat von schönen Blumen und leckerem Gemüse in geometrischen Mustern, ohne auf den Abstand der Saatkörner achten zu müssen. Die Saatbänder einfach ausrollen, angießen, mit Erde abdecken und feucht halten. Noch nie war die Aussaat so einfach!

Saatscheiben: Diese bestehen ebenfalls aus biologisch abbaubarem Vliesstoff, in den die einzelnen Saatkörner ebenfalls mit dem richtigen Abstand zueinander eingearbeitet wurden. Aufgrund ihrer runden Form eignen sie sich besonders für Pflanztöpfe. Die Saatscheiben werden einfach in einem schon mit Erde gefüllten Pflanztopf platziert, angegossen, sehr dünn mit gesiebter Aussaaterde abgedeckt und leicht feucht gehalten. Im Nu erhalten Sie wohlschmeckende und gesunde Kräuter direkt vom Balkon, der Terrasse oder auch von der Fensterbank. Auch bunte Blumenmischungen im Topf lassen sich auf diese Art anziehen.

Saatteppich: In den meist 0,20 bis 0,30 m breiten und bis 3 m langen Streifen aus dünnem Vlies-Papier sind die Samen im optimalen Abstand fachgerecht ausgelegt, so dass ein späteres Vereinzeln oder Pikieren nicht mehr nötig ist. Saatteppiche haben sich bei Feldsalat und gemixten, bunten Salatwiesen bewährt. Diese kann man viele Wochen lang frisch abernten. Mit dieser Saatmethode kann man auch Sommerblumen-Mischungen wachsen lassen, an denen man lange Freude hat. Passend zugeschnitten sind sie ideal für Balkonkästen und Kübel geeignet.

Pillensaatgut: Pilliertes Saatgut sind Samenkörner, die mit einer Hüllmasse umgeben werden. Diese Hüllmasse kann aus organischen Stoffen und Bindemitteln bestehen, wie z.B. Mehl, Papier, Holz, Lehm oder Stein. Zusätzlich kann es mit Düngemitteln sowie mit Herbiziden, Insektiziden und Fungiziden versetzt sein. Der Hersteller ist verpflichtet, dies auf der Verpackung des Saatgutes anzugeben. Das Pillieren ist eine besondere Form des bekannten Beizens. Pillensaatgut braucht zu Beginn des Keimens viel Wasser, damit sich die Hüllmasse auflöst und das Korn keimen kann. Kleine Samenkörner, wie z.B. Mohn, erhalten durch die Hüllmasse viel mehr Volumen und können so besser in den Boden gebracht werden.

Rainer Proksch – Fachberater der Garten-Fachkommission des SLK