20190301 HGF2019 1035Auch der letzte Mitteleuropäer wird durch die Medien hinreichend erfahren haben, dass die Populationen der Insekten massiv auf dem Rückzug sind.

Besonders die „Spezies“ der Autofahrer wird überrascht (oder mit Freude?) darauf reagiert haben, dass die Windschutzscheiben nicht mehr so übermäßig mit tierischen Überresten übersät sind wie früher.

SLK-Foto: Tommy Brumm begrüßt die interessierten Messebesucher zu seinem Vortrag

Die Ursachen, so Tommy Brumm, Chef der Sächsischen Schreberjugend, sind dem menschlichen Wirken allgemein und der Pharma-, Saatgut- und Chemieindustrie im Speziellen zuzuschreiben. Wo Monokulturen das Landschaftsbild bis zum Horizont prägen, gibt es für Insekten nichts zu holen und mit diversen Erzeugnissen wird ihnen der Garaus gemacht. Die grandiose Überfischung der Ozeane (z.B. vor den Küsten Afrikas die Chinesen) und die verantwortungslose Entsorgung des Wohlstandmülls, insbesondere der sogenannten Ersten Welt, schlägt darin zurück, dass sich die „Mikroplastik“ rasant zunehmend der Ernährungskette bemächtigt. Diese mikroskopisch kleinen Bestandteile setzen sich z.B. an Zellrezeptoren fest, damit sind „Fehlkopien“ vorprogrammiert und fatal höhere Krebsrisiken zu erwarten.

20190301 HGF2019 1036Sehr anschaulich stellte der Referent die stammesgeschichtliche Entwicklung von Flora und Fauna in der Erdgeschichte dar. Oft durch desaströse kosmische Ereignisse kam es zum großen Massensterben (z.B. im Ordovizium, vor 485 bis 443 Millionen Jahren).

Vielen dürfte der Exodus der Dinosaurier vor rund 65 Millionen Jahren durch den Einschlag eines Kometen schon einmal zu Ohren gekommen sein. Nach dieser Katastrophe begann der Siegeszug der Säugetiere.

SLK-Foto: Verständlich und anhand zahlreicher Aufnahmen und Zeitdiagrammen führt Tommy Brumm durch die Welt der Insekten

Höchst interessant wurde dargestellt, dass z.B. Heuschrecken seit 360 Millionen Jahren den Planeten bevölkern, Käfer vor knapp 300 Millionen Jahren hinzukamen und Fliegen erst seit dem Jura. Auf einige Insekten ging Tommy Brumm noch etwas intensiver ein, u.a. sind Ameisen, seit der Kreidezeit existent, ein „Erfolgsmodell“.

Zum Abschluss seines Vortrags am 1. März beantwortete der Chef der Sächsischen Schreberjugend beachtlich viele Fragen der rund 20 Teilnehmenden im Konferenzraum M 1 und wurde danach mit Beifall verabschiedet.

Lothar Kurth