Hallo, hier ist wieder der „Garten-Olaf“.

Ein Kleingärtner aus meinem Verein sprach mich an, was er gegen den sprunghaft angestiegenen Befall seiner Gewächse im Garten durch Insekten unternehmen kann? Beruhigend antwortete ich ihm, man sollte zuerst genauer hinschauen, um unterscheiden zu können, mit wem man es zu tun hat.

Tiere als Helfer im Kleingarten: In der Natur herrscht ein ewiges Auf und Ab von Nützlingen und Schädlingen. Wenn Sie nicht eingreifen, dann frisst das Eine das Andere auf. Im 20. Jahrhundert verloren die Menschen schneller die Geduld, sie nahmen sich wohl oft auch nicht mehr die Zeit, genau hinzuschauen. Schädlinge wurden nicht mehr ihren natürlichen Feinden überlassen, sondern in großangelegten Feldzügen vernichtet.

Neue Mittel der Chemie, die es bis zum Beginn der Zwanzigerjahre nicht gegeben hatte, machte dies möglich. Die natürliche Balance, zwischen Fressen und gefressen werden, geriet in unkontrollierte Taumelbewegungen. Wer jetzt radikal eingreift, der entzieht den Nützlingen die Lebensgrundlage. Wer Geduld hat, der wird beobachten können, wie eine Vielzahl kleiner Tiere sich auf die gedeckten Tische stürzen. Allerdings muss ein Kleingärtner seine Freunde und Helfer auch kennen und erkennen, wenn er erfolgreich mit ihnen zusammenarbeiten will. Zuerst einmal, müssen wir einen Lebensraum für unsere Helfer im Kleingarten schaffen. Damit sich Nützlinge im Garten etablieren und sich dort vermehren, gilt es zunächst günstige Lebensräume zu schaffen und alles zu unterlassen, was ihre Entwicklung stört. So ist ein Garten, der nur aus Zierrasen, Thuja Hecke und einigen wenigen blühenden Pflanzen besteht, ein artenarmer Garten, in dem sich auch wenige Nützlinge ansiedeln werden.

Ein naturnaher Garten mit vielen verschiedenen heimischen Sträuchern, blühenden Staudenbeeten, Reisig Haufen und Trockenmauern bietet dagegen viele verschiedene Lebensräume und Nahrungsangebote für die verschiedensten Tiere. Unsere heimischen Vögel gehören zu den fleißigsten Helfern im Kleingarten. Ihre nützliche Tätigkeit untermalen sie mit ihrem schönsten Gesang und mit ihrem munteren Gezwitscher. Vor allem zur Ernährung der Jungen, fangen Vögel große Mengen Insekten, Raupen, Larven, Maden und Läuse. Einige unserer Vögel vertilgen auch Unkrautsamen. Zum Schutz der Vögel sollten überall Nistmöglichkeiten geschafft werden. Blindschleichen sind keine gefährlichen Schlangen, sondern Echsen, sie fangen nachts Nacktschnecken, Würmer und Insekten. Es gibt auch viele Insekten die uns bei der Arbeit helfen.

2019 09 Schnobby Florfliege CC BY SA 3.0Florfliegen, die auch Goldaugen oder Blattlauslöwen genannt werden, sind schlanke Insekten mit durchsichtigen grüngeäderten Flügeln und goldfarbenen Augen. Sie ernähren sich in der Hauptsache von Honigtau und Wasser.

Große Räuber sind dagegen die Florfliegenlarven. Die bräunlichen Larven packen mit ihren zangenförmigen Kiefern Blattläuse, Spinnenmilben, Schild- und Blutläuse. Eine einzige Larve frisst 200 bis 500 Blattläuse und andere Schädlinge.

Foto - Schnobby: Grüne Florfliege an einer Krokusblüte / CC-BY-SA-3.0

2019 09 ArtMechanic Schwebfliege CC BY SA 3.0Schwebfliegen werden manchmal mit Wespen verwechselt und deshalb getötet. Sie sind schwarzgelb gemustert, aber relativ klein (8 bis 15 mm). Erkennen tut man sie am geräuschlosen Flug. Sie können ihre Flügel so schnell bewegen, dass sie in der Luft auf der Stelle stehen bleiben – sie scheinen zu schweben.

Die Adulten leben von Blütenstau und Honig. Sie spielen eine wichtige Bestäuberrolle. Die Larven ernähren sich dagegen von Blattläusen. Während ihrer kurzen Lebenszeit (8 bis 15 Tage) verzehrt eine Larve rund 400 Läuse.

Foto - ArtMechanic: Schwebfliege an einer Blüte / CC-BY-SA-3.0

2019 09 eto Burri Schlupfwespe CC BY SA 3.0Schlupfwespen sind kleine, nur 5 bis 30 mm lange Insekten. Es gibt viele unterschiedliche Arten. Sie haben dunkle schimmernde Flügel und einen langen Legestachel.

Mit diesem bohren die Schlupfwespen z.B. Blattläuse an und legen ihre Eier in den lebenden Tieren ab. Die Schlupfwespe frisst von innen her ihren Wirt auf und überwintert dann verpuppt in der hohlen Laus.

Ein Schlupfwespenweibchen kann 200 bis 1.000 Läuse mit Eiern belegen. Größere Arten stechen auch Gespinstmotten und Raupen der Kohlweißlinge an.

Foto - eto Burri: Schlupfwespe beim Anstechen eines Fichtenstammes / CC-BY-SA-3.0

Gemüsegarten: Anfang September beginnt die Kartoffelernte. Die Kartoffeln sind reif, wenn das Laub sich gelb gefärbt hat. Zum Lagern eignen sich nur gesunde, unbeschädigte Kartoffeln. Am besten lagert sie an einem dunklen und trockenen Platz bei einer Temperatur von 8 °C. In wärmeren Räumen keimen die Kartoffeln schnell. Wer eine frühe Zwiebelernte im nächsten Jahr im Mai haben möchte, der Steckt im September seine Steckzwiebeln im Abstand von 6 cm. Die Zwiebeln wurzeln im Herbst noch und überstehen den Winter problemlos. Größere Röschen am Rosenkohl: Wenn die Röschen vom Rosenkohl haselnussgroß sind, kann man das Wachstum ankurbeln. Dazu muss man nur die Gipfelknospe der Pflanze ausbrechen.

Obstgarten: Fallobst sollte möglichst täglich aufgesammelt werden. Zum einen ist seine Lagerfähigkeit nur begrenzt, zum anderen sind die bereits jetzt herunterfallenden Früchte meist Wurmhaltig und man sollte verhindern, dass die Maden auskriechen und sich weiterentwickeln können. Entdeckt man kranke Früchte am Baum, werden diese sofort abgepflückt, damit sich die Krankheitserreger nicht ausbreiten können.

Der zweite Teil zu Helfern im Kleingarten folgt.

Euer "Garten Olaf"