Hallo, hier ist wieder der „Garten-Olaf“.

Besonders an die neuen Pächter, welche 2019 erstmals ein Gartenjahr angehen, möchte ich mich wenden. Ziergräser werden nicht in dieser Jahreszeit, sondern erst im Frühjahr (Ende April, Anfang Mai) geschnitten, wenn die Frostgefahr weitestgehend vorüber ist, denn die alten Halme schützen das Herz der Gräser.

Ganz abgesehen davon, geben die Halme dem winterlichen Garten Struktur. Sie bieten Vögeln und Insekten Nahrung und Winterschutz. Ebenso sollten Stauden erst im Frühjahr beim Neuaustrieb zurückgeschnitten werden, da auch in den abgestorbenen Stängeln Insekten überwintern.

Anfang November ist Pflanzzeit von winterharten frühlings- und sommerblühenden Zwiebel- und Knollenpflanzen. Alle Rosensorten sind jetzt pflanzen: Edelrosen, Beet- und Strauchrosen, Kletterrosen und Stammrosen. Rosen auf niedrigen Stämmen sind weniger bruchgefährdet und können besser gegen Windschäden geschützt werden. Beetrosen eventuell etwas zurückschneiden, damit die Erde hier ohne große Behinderung gelockert und an gehäufelt werden kann. 

Allgemeine Aufräumarbeiten sind im Laufe des Novembers zu erledigen. Bei trockener Witterung kann der Rasen noch ein- oder zweimal geschnitten werden. Der Grasschnitt ist zu beseitigen.

Aus dem Gartenteich sind Laub und verwesende Pflanzenteile zu entfernen, bevor alles auf den Teichgrund sinkt, vermodert und das biologische Gleichgewicht kippen lässt.

Zu den nicht zu vergessenden Arbeiten im Herbst zählt das Entfernen des Obstlaubs und des Fallobstes. Auf diesen nisten sich verschiedene Schadpilze, wie u.a. Schorf, Monilia, Zwetschenrost, Kragenfäule, Sprühfleckenkrankheit der Kirsche, ein und überstehen die frostige Winterzeit. Die Schadpilze entwickeln sich auf dem abgefallenen Laub und dem Obst und bilden Fruchtkörper aus. Bei Beginn des Pflanzenwachstums, steigender Temperaturen und ausreichender Feuchtigkeit platzen die Fruchtkörper auf und schleudern ihre Sporen in aller Richtungen. Somit werden junge Blätter, Triebe und Blüten in Kürze infiziert.

Natürlich kann man nicht jedes einzelne Blatt und jede gefallene Frucht beseitigen, sollte aber sein Möglichstes tun, um den Infektionsdruck einzuschränken, so dass man einige Spritzungen vermeiden kann. Man muss auch nicht das Obstbaumlaub vernichten. Mit etwas Kalkstickstoff oder Bio-Komposterflocken vermischt mit anderen Abfällen, kann man es auch kompostieren. Wichtig ist, dass man nach dem Aufsetzen des Komposthaufens alle Blätter und Fruchtmumien mit Erdstoff bedeckt. Mit der „Vererdung“ von Blättern und Früchten sterben die Pilze ab und es besteht auch keine Ansteckungsgefahr mehr.

Hat der erste Frost die Blätter von Dahlien und Canna-Pflanzen zerstört, werden die Knollen ausgegraben und an einem frostfreien Ort nicht zu trocken und nicht zu feucht über den Winter eingelagert. Bei zu feuchter Lagerung können die Knollen Schimmel ansetzen.

2018 11 Frostspanner Paarung Lamiot CC BY 2.52018 11 Leimring Apfelbaum Markus Hagenlocher CC BY SA 3.0Der November ist auch der Zeitpunkt für einen Baumanstrich. Man schützt den Baum gegen Frostschäden. Vorher sollte der Stamm mit einer Drahtbürste von Insekten gereinigt werden.

Damit verhindert man, dass die Rinde bei starker Erwärmung reißt. Vergessen Sie nicht, jetzt noch Leimringe an Ihre Obstgehölze anzubringen.

Der Leimring muss am Stamm plan anliegen, damit das flügellose Weibchen des Frostspanners nicht hindurchkriechen kann. Wenn nötig, Rinde abkratzen. 

Foto - Markus Hagenlocher (l.): Leimring um den Stamm eines Apfelbaums / CC-BY-SA-3.0 // Foto - Lamiot (r.): Paarung des Frostspanners (Männchen geflügelt) / CC-BY-2.5

Ein letzter wohlgemeinter Hinweis: Lassen Sie keine Fruchtmumien an Ihren Obstgehölzen hängen! Ihr Baum wird es Ihnen 2019 danken. Damit haben Sie ebenso den ersten Schritt für den Pflanzenschutz getan. Auch der Nachbar wird es Ihnen danken.

Bis zum nächsten Monat

Euer „Garten-Olaf“