GFK 20180726 0043Einen Tag nach dem bis dato heißesten Tag des Jahres in Leipzig, der dem Vortag aber in brütender Hitze nicht nachstand, vollzogen die ehrenamtlich tätigen Mitglieder der Garten-Fachkommission (GFK) dennoch eisern ihren Rundgang durch die Kleingartenanlage (KGA) in Leipzig-Mockau. Am Vereinshaus wurden sie am 26. Juli 2018 vom Vorsitzenden des Kleingärtnervereins (KGV) "Am Wasserwerk" e.V., Gerd Hartmann, seinem Stellvertreter, Thomas Bölling, sowie von Gerd Schmidt empfangen. 

SLK-Foto: Gut durchmischt mit Obst-, Gemüse- und Zieranpflanzungen

GFK 20180726 0049Eingangs der Begehung stellten die drei Vertreter ihren KGV kurz vor. Offiziell erfolgte die Gründung als Verein erst 1939, obwohl  bereits nach 1911 auf Privatgelände Grabeland zur Bearbeitung angeboten wurde (der heutige B-Gang). Weitere Areale kamen hinzu. Aufgrund der Topografie des Geländes im Einzugsgebiet der Parthe und des Flugplatzgrabens (Bodensenke) wurde das Terrain in den Jahrzehnten der Nutzung oftmals überschwemmt. In diesem Bereich genügen oft ein bis zwei Spatenstiche und man stößt auf Grundwasser.

Auf dem höhergelegenen städtischen Grundstück (A-Gang) treten diese Probleme nicht auf. Zum Zeitpunkt der Begehung sind von den 176 Parzellen ca. 20 leerstehend. Die Gesamtfläche erstreckt sich über rund 7,7 Hektar.

SLK-Foto: Der Einblick in die Parzelle ist nicht gegeben und zudem ist es eine "Koniferenansammlung"

GFK 20180726 0101Während der Tropenhitze zeigten die Vereinsvertreter nacheinander die Gänge C, B und A. Auch in dieser KGA ist das stete "Phänomen" anzutreffen, dass ordentlich bewirtschaftete Gärten mit naturnahen bis -belassenen in munterer Folge abwechseln.

Bei der abschließenden Besprechung nach dem Rundgang stellten die GFK-Mitglieder fest, dass die KGA äußerst viel Nachholbedarf hinsichtlich der kleingärtnerischen Nutzung hat und sehr viele Gegebenheiten den Richtlinien in der verbindlichen Kleingartenordnung (KGO) des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner e.V. (SLK) widersprechen.

SLK-Foto: Zwei Mal fielen auch die nach oben zeigenden "Spieße" von Stabmattenzäunen innerhalb der KGA auf

GFK 20180726 0048Auf den Vorstand kommt also noch reichlich Arbeit zu. Die "Lichtblicke" innerhalb der KGA sollten als vorzeigbare Beispiele für die anderen dienen. Eindringlich wurde auch seitens der GFK-Mitglieder darauf hingewiesen, dass es für Pflanzen keinen Bestandsschutz gibt, wie oft von Pächtern diskutiert. Der Vorstand erklärte, dass - trotz vieler noch zu sehenden Nadelbäumde in den Parzellen - im vergangenen Jahrzehnt rund 50% des Bestandes an diesen Gehölzen bzw. Koniferen beseitigt wurde. Die Vertreter der GFK wünschten dem Vorstand für die anstehenden Aufgaben Kraft und Durchsetzungsvermögen.

SLK-Foto: In dieser Parzelle dominiert eindeutig die Erholung gegenüber dem kleingärtnerischen Anbau

Lothar Kurth