Heimische Heilpflanzen: Sojabohne

Eine Pflanze, die als wertvolle Nahrungs- und Ölpflanze Bedeutung hat, ist die Sojabohne (Glycine max). Beheimatet ist sie in Ostasien. Dort war sie schon 1.500 Jahre v.u.Z. bekannt und arzneilich genutzt. Im 18. Jahrhundert gelangte sie nach Europa, hat bei uns aber nie eine größere Bedeutung erreicht, obwohl sie die weltweit wichtigste Ölsaat ist.

Die Sojabohne ist eine einjährige Pflanze, die zu den Schmetterlingsblütlern gehört. Wie viele andere Hülsenfrüchte bildet auch die Sojabohne eine Symbiose mit den Knöllchenbakterien, die Luftstickstoff für die Pflanze verfügbar machen können. Die Sojabohne ist eine Kurztagspflanze, d.h., sie benötigt weniger als 12 Stunden Helligkeit am Tag um blühen zu können. Hat sie mehr Licht zur Verfügung, verzögert sich der Blühbeginn.

Die Sojabohne wächst buschig, wird etwa bis zu 1 m hoch, hat kleine weiße, violette oder rote Blüten, bildet behaarte Hülsen, die gelb, braun, grau oder schwarz gefärbt sind. Die Samen variieren in Größe und Form und sind meist cremefarben. Sojabohnen finden als Trockenbohnen Verwendung. Ausgereifte Bohnen, die kurz vor dem Aufplatzen der Hülsen geerntet werden, sind bei richtiger Lagerung fast unbegrenzt haltbar.

In Deutschland wurden im Jahr 2011 auf etwa 5.000 ha Sojabohnen angebaut. Die Erntemengen können je ha etwa 3 t betragen.

Genutzt werden die Samen. Sie enthalten 35 – 50% Eiweiße, die dem tierischen Eiweiß sehr nahe stehen, 13 – 24% fettes Öl. In dem hochwertigen Öl sind Fettsäuren u.a. der Linol-, Linolen-, Öl- und Palmitinsäure enthalten. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist das Lezitin, das bei der Sojaölgewinnung erhalten wird. Lezitin besitzt gute Emulgatoreigenschaften. In der pharmazeutischen und Lebensmittelindustrie wird Lezitin zur Herstellung von Salben, Injektionslösungen, Majonäse und Margarine eingesetzt. Lezitine in Fertigprodukten werden zur Kräftigung nach Krankheiten oder vorbeugend bei Arteriosklerose empfohlen.

Aus der Sojabohne können die unterschiedlichsten Produkte hergestellt werden. So dient das Sojaöl als Rohstoff für die Margarineherstellung und ist ein hochwertiges Speiseöl. Sojamilch ist eine Alternative bei Kuhmilchallergie und Sojaquark als Tofu bekannt.  Eiweißreiche Rückstände der Öl- und Lezitingewinnung sind ein gutes Viehfutter.

Große Bedeutung kommt dem Sojaöl im technischen Bereich zu. Es ist ein schnell trocknendes Öl, das zu Alkydharzen, Anstrichfarben, Spachtelmasse und Druckfarbe verarbeitet wird. In Deutschland finden etwa 15% des Öls Verwendung in der Kosmetik und zur Herstellung von Körperpflegemitteln.

Die Sojabohne ist eine sehr interessante Pflanze, die genetisch exakt untersucht ist. Als eiweißreiche Futterpflanze hat sie enorme Bedeutung. Um den Anbau effektiv durchzuführen, werden auf etwa 80% der Fläche genveränderte Sorten genutzt (Anbaufläche weltweit etwa 100 Millionen ha).

Dr. Hannelore Pohl

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