• Bowling-Cup

    Große Entrümpelungsaktion in der KGA „An der Dammstraße“

  • Obstbaumschnitt

    Für Insekten und Vögel ein Ort der Idylle in der KGA „Frohe Stunde“

  • 12. Wanderung

    Eröffnung der 13. Wanderung durch Leipziger Kleingartenanlagen

  • Nistkästen am Kindertag

    Der neue Spielplatz wird von den Kindern des KGV „Goldene Höhe“ eingeweiht

  • Lothar Fritzsch bei der Software-Schulung

    Der Vizepräsident des Landesverbandes Lothar Fritzsch bei der Software-Schulung

2012-Krause-LaubeMit 24 Pachtgärten fing es 1814 in Kappeln an der Schlei (Schleswig-Holstein) an. Heute sind in Deutschland rund 1.000.000 Kleingärtner mit der Hege und Pflege ihrer Parzellen beschäftigt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam die Kleingärtnerbewegung voll in Fahrt. Anfänglich als Armengärten eingestuft und gewollt, wurden Gemüse, Kartoffeln, sowie Futtermittel für die kleine Schlachttierhaltung angebaut.

Vereins-Fotos: Die nach Vorlagen hergerichtete "Krause-Laube"

In Leipzig waren es zu Anfang Spiel- und Tobeplätze für Kinder und Jugendliche, um vor allem deren Gesundheitszustand förderlich zu sein, der durch die Industrialisierung und die schlechten Lebensbedingungen in der Stadt, durch Krankheiten und schlechte körperliche Verfassung gezeichnet war. Später kamen dann um den Spielplatz herum kleine Beete hinzu, im Areal von je 10 m² und einem Abstellraum von 2 m². In der Geschichte der Kleingärtnerbewegung wurden diese Flächen - posthum des Arztes Dr. Schreber - "Schrebergärten" genannt.

Die damaligen Fabrikanten erkannten den Wert einer zufriedenen und gesunden Belegschaft. So ließ der Unternehmer Karl Krause auf seinem Betriebsgelände nicht nur ein Schwimmbad für die Arbeiter und Angestellten errichten, sondern verpachtete entlang der heutigen Theodor-Neubauer-Straße Gärten, zur Eigenversorgung und zur Erholung.

Als dieses Gelände zum Ausbau des Buchbindereimaschinenwerkes benötigt wurde, kaufte Karl Krause einen Teil des Geländes, hier am Bahndamm Anger-Crottendorf, um erneut Pachtgärten für seine Arbeitnehmer errichten zu lassen. Die bekannte Krause-Laube und viele Obstbäume wurden einfach umgesiedelt. Es entstand der Verein „Karl Krause I", da es später noch einen zweiten Verein gab.

Als „Hilfe durch Selbsthilfe", so kann man die Einstellung der damaligen Kleingärtner verstehen. Vorrangig angebaut wurde Kohl. So taucht der Begriff Kohlgarten in dieser Gegend des Öfteren auf. Aber auch Obst und weitere Gemüsesorten standen auf dem Anbauplan. Und fast jeder hatte Kaninchen im Stall.

2012 HandwerkerMit der Einweihung der Replik einer Original Krause-Laube  am 4. August 2012 in unserem Museumsgarten, der in etwa einem Kleingarten um die Wende zum 20. Jahrhundert entspricht, besinnen wir uns auf die Wurzeln unserer Vereinsgemeinschaft. Wir bewahren nicht die Asche, sondern reichen das Feuer an unsere Nachkommen weiter, im Sinne, dass Traditionspflege ein unverzichtbarer Bestandteil des Vereinslebens ist.

Die ausgezeichneten Handwerker: Lutz Pilling, Michael Anders, Peter Böttcher, Chris Nierich (v.l.n.r.) 

 

Der Vereinsvorstand bedankt sich bei allen Mitgliedern, die durch ihre Spende den Neubau der Krause-Laube förderten und bedankt sich ebenso bei den Handwerkern, die unentgeltlich den Nachbau vollzogen. Es erfolgte ein detailgetreuer Nachbau, wobei auch Originalmaterial der abzureisenden 100-jährigen Laube Verwendung fand.

Die Inneneinrichtung und Ausstattung der Laube wurde analog der Erkenntnisse aus der damaligen Zeit nachempfunden. Denken wir daran, im Gegensatz zu heute waren die ehemaligen Lauben vornehmlich als Geräte- und Werkzeuglager gedacht. Nur wenn der Himmel seine Schleusen öffnete, fanden – von heute aus gesehen - Oma und Opa kurzweilig Unterschlupf. Anstatt der Kaffeemaschine gab es eine Art Thermoskanne und anstelle der Essenszubereitung einen Korb, analog aus dem Märchen Rotkäppchen.

Bewahren wir anschaulich – für uns und die Anwohner – das Bild „Gärtnern wie vor 100 Jahren" und entwickeln zum Nutzen der Kleingärtnerbewegung neue Strukturen zum Wohle der Allgemeinheit und für das Positivum unserer Stadt Leipzig. 

Der Vorstand des KGV „Kultur" e.V.