20171106 Johannstial 1832 Spiel der ElementeKunstwerke in Kleingartenanlagen (KGA) sind nichts Neues. Nun hat auch die KGA "Johannistal 1832" eines zu bieten. Geschaffen wurde es von Andreas Tannert und Jana Göhler.

In der KGA „Johannistal“ befindet sich kurz nach dem Eingang von der Johannisallee her eine Mauer, die am Weg hinab ins Tal führt. Sie wurde 2016 neu gestaltet und am 23. Juni 2017 im Rahmen der 185-Jahr-Feier des Vereins in Form eines Fotos an den Verein übergeben.

Foto - Jana Göhler, Andreas Tannert: Die gestaltete Mauer am Hauptweg der Anlage

Der Kleingärtnerverein hatte im Sommer 2015 Freiwillige gesucht, die die erneuerte Mauer gestalten möchten. Daraufhin meldeten wir - die Studenten Andreas Tannert und Jana Göhler - uns beim Vereinsvorstand und begannen im Herbst 2015 mit der Arbeit am Entwurf für die ca. 19 m² große Fläche. Im Mai 2016 war der Entwurf im Maßstab 1:10 fertig, so dass im Juni 2016 die eigentliche Arbeit begann.

In der ersten Juliwoche bekam die Mauer den ersten Pinselstrich auf der kurzen Treppenseite. Diese Seite wollten wir in wenigen Tagen fertig gestalten. Doch erst nach einer Woche war diese erste Etappe geschafft.

Nach drei Wochen merkten wir, dass der Plan, die Gestaltung in maximal anderthalb Monaten fertigzubekommen, nicht aufgehen wird. Hin und wieder verließ uns der Mut. Da Künstler aber einen gewissen Ehrgeiz und Stolz haben, steckten wir weiterhin unsere ganze Freizeit in dieses Projekt, erst in der sommerlichen Hitze mit spontanen Regengüssen, dann im Herbst bei immer mehr sinkenden Temperaturen, die neben Schal und Handschuhen auch Wärmflaschen und warmes Wasser, um die Hände wieder „aufzutauen“. Nach insgesamt 638 Stunden kam am 2. November 2016 der letzte Pinselstrich auf die Mauer.

Das Kunstwerk trägt den Namen „Das Spiel der Elemente“ und basiert auf der Grundidee der vier Elemente und deren Kombination im Lauf der Jahreszeiten. Das Gemälde bietet damit einen Überblick über das Gartenjahr. Es wurden möglichst ungewöhnliche Ansichten bekannter Objekte gewählt, die die geometrischen Grundformen und Symmetrien der Objekte in der Natur besonders deutlich machen.

Dies macht einen ständigen Wechsel der Perspektive nötig. Die Darstellung ist idealisiert und damit reduziert, damit die Prinzipien dahinter deutlicher hervortreten. Das Abstraktionsniveau wechselt im Gemälde, vom kindlichen Blick auf die Sonne bis zum wissenschaftlichen Blütendiagramm.

Das Gemälde wurde im „Flat“ oder „Material Design“ gestaltet, das auf eine realistische Darstellung von Texturen, Verzierungen, Schlagschatten und dreidimensionalen Elementen verzichtet und den Ansatz „weniger ist mehr“ verfolgt. Im Fokus steht die Reduktion der Gestaltung auf das Wesentliche. Farbe hingegen wird oft intensiv eingesetzt.

Da das Gemälde ein Kunstwerk im öffentlichen Raum ist, kann keine absolute Sicherheit gewährleistet werden, dass das Gemälde nicht beschädigt wird. Bis jetzt sind nur geringe Schäden aufgetreten. Am 2. August 2018 wird das Gemälde 638 Tage fertig sein, einen Tag für jede Stunde ehrenamtlicher Arbeit. Hoffen wir, dass das Gemälde noch lange Passanten und Besucher der Kleingartenanlage und Passanten erfreuen wird.

Andreas Tannert & Jana Göhler