20151020 DisAbend 8833Zum letzten Mal im Jahr 2015 hieß es im Saal der Vereinsgaststätte "Drei Kastanien" in der Kleingartenanlage (KGA) "An der Dammstraße" Diskussionsabend. Das brisante Thema "Fragen zur Kriminalitätsentwicklung in der Stadt Leipzig" lockte rund 15 Interessierte an. Darunter waren auch Vertreter aus anderen Kleingärtnervereinen (KGV), z.B. den KGV "Zum Hasen" und "Elster Idyll".

Der Vereinsvorsitzende des KGV "An der Dammstraße" Ralph Baganz begrüßte herzlich die Gekommenen und stellte ihnen den Referenten des Abends, den Bürgerpolizisten Steffen Rentsch vor.

SLK-Foto: Die erwartungsvollen Zuhörer erlebten einen höchst interessanten Abend *)

20151020 DisAbend 8838Ralph Baganz gab einen kurzen Überblick zum allgemeinen Geschehen in der KGA in der jüngsten Vergangenheit. Besonders "ungehemmtes Radfahren" hat zugenommen.²)

Seit ca. 15 Jahren ist Steffen Rentsch Bürgerpolizist in Schleußig, kennt den Leipzig Südwesten "aus dem Effeff" und die aktuellen Zahlen zur Kriminalität. Aufmerksam registrierten die Besucher die Daten aus den KGA Leipzigs von 2013 und 2014.³) Auch die Fakten für die KGA "An der Dammstraße" präsentierte er. Demnach gab es 7 Einbrüche in Lauben 2014 und 2015 sind es bereits 18. Waren 2014 keine Brände zu verzeichnen, so sind es 2015 schon 5, bei denen 9 Lauben betroffen sind.

SLK-Foto: Vereinsvorsitzender Ralph Baganz (l.) und Bürgerpolizist Steffen Rentsch

Der Bürgerpolizist lobte die Eigeninitiativen in vielen KGV zur Verhinderung bzw. der Eindämmung von Straftaten. Allein schon die Präsenz zu unregelmäßigen Zeiten schreckt potenzielle Täter ab, eine Sicherheit zu 100% ist jedoch illusorisch. In der gastgebenden KGA ist die Gruppe "Ordnung und Sicherheit" seit Jahren ein vorzeigbares Beispiel. 

In der anschließenden Diskussion ging es recht lebhaft zu und das Kleingartenwesen tangierende Bereiche kamen zwangsläufig auch zur Sprache. U.a. wurde das sogenannte "Jedermannsrecht" erörtert und darauf verwiesen, möglichst immer einen Zeugen benennen zu können. Steffen Rentsch wies darauf hin, dass man auch die Polizeiliche Beratungsstelle in Anspruch nehmen kann. Aus seiner Praxis merkte der Bürgerpolizist an, dass es schon einmal Usus war, Sicherheitsbegehungen mit dem Stadtordnungsdienst in den KGA durchzuführen. Die Gründe, weshalb diese eingestellt wurden, sind nicht bekannt.

Nach der fast zweistündigen Veranstaltung bedankte sich Ralph Baganz beim Referenten und den aufmerksamen Zuhörern. Er kündigte an, dass die Diskussionsabende auch 2016 fortgeführt werden.  

*) Leider sagte der eingeladene Vertreter der Polizeidirektion Leipzig kurzfristig sein Kommen aus verschiedenen dienstlichen Gründen ab. Dadurch wäre der Diskussionsabend noch um eine Nuance bereichert worden.

²) Bei rund 12 km Wegenetz ist das Radfahren innerhalb der größten KGA Leipzigs erlaubt.

³) Fälle, die der Polizei gemeldet wurden.