20150807 29 Lutz-Schwerendt Leipziger-ZeitungDer Vorsitzende des Kleingärtnervereins (KGV) "Priessnitz-Morgenröte" Karl-Heinz Kober ist hocherfreut über das multikulturelle Zusammenleben in seinem Verein (s. Leipziger Zeitung, 7. August 2015). Vor sieben Jahren pachtete ein junger Armenier mit seiner Familie, der erste Pächter mit ausländischen Wurzeln, eine 150 m² große Parzelle und hegt und pflegt diese. "Mittlerweile bewirtschaften hier auch Franzosen, Argentinier, Vietnamesen, Kubaner, Brasilianer, Russen, Ukrainer, Türken und Engländer Gärten. Die meisten davon haben Kinder und bereichern so unser Vereinsleben", ist sich der Vereinschef sicher. "Hatten wir vor fünf Jahren noch 35 leere Gärten, sind es heute nur vier. Bald wird es eine Warteliste geben, so wie früher" legt er nach.

Foto - Lutz Schwerendt: Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Kober (r.) mit den "Neu-Leipzigern" Tatjana Weber und Armen Azizyan

Priessnitz-GedenksteinSeit 1994 ist Karl-Heinz Kober "Herr" über rund 350 Parzellen und kennt die Anlage wie seine Westentasche. Beim Blick in die Parzellen fällt ihm sofort auf, welche Gewächse in den kleinen grünen Idyllen ein Daseinsrecht haben. Behutsam weist der Vereinschef auf "Verfehlungen" hin, denn er weiss zu genau, das überbordende Reglementierung besonders junge Familien abschreckt. Sein Credo: "Wir halten Augenmaß. Wollen auch auf die verschiedensten Mentalitäten Rücksicht nehmen". Und das funktioniert wohl recht gut in der Kleingartenanlage an der Rietschelstraße.

Foto Verein: Sitzecke am Gedenkstein für Vincenz Priessnitz