20150706 UiZ BM-H.RosenthalUnter diesem Slogan hatte das Umweltinformationszentrum (UiZ), eine Einrichtung des Amtes für Umweltschutz der Stadt Leipzig, gemeinsam mit Vertretern des Ordnungsamtes und der Abteilung Stadtforsten, eingeladen.

Rund 35 Bürgerinnen und Bürger waren dem Beratungsangebot am 6. Juli 2015 in der Schleußiger Bethanienkirche gefolgt und wurden von der Leiterin des Amtes für Umweltschutz, Angelika Freifrau von Fritsch, begrüßt. Eingangs erläuterte die Amtsleiterin, was wir uns unter dem Begriff „Neobiota" vorzustellen und zwei Wissenschaftlerinnen vom Institut für Vegetationskunde und Landschaftsökologie vermittelten einen Einblick, welche Herausforderungen durch eingeschleppte Tiere (Neozoen) und Pflanzen (Neophyten) uns in Zukunft erwarten.

Abb.: Ankündigungsplakat zur Veranstaltung

Andreas Sickert, Abteilungsleiter Stadtforsten, betonte, dass auch die eingeschleppten Tiere lt. § 960 BGB einzustufen sind. Er erklärte weiterhin, dass jeder Bürger wildlebende Tiere auf seinem Grundstück, Pachtgelände etc. mit geeigneten Fangeinrichtungen verfolgen kann. Das Einschläfern bzw. töten darf jedoch nur von einer befähigten Person vorgenommen werden. Dies ist vom Eigentümer oder Pächter auf eigene Kosten zu veranlassen. Die städtischen Ämter sind dafür nicht zuständig.

Falsch verstandene Tierliebe kritisierte Lutz Beyer vom Ordnungsamt, Stadtordnungsdienst und wies z.B. auf das für die Stadt seit 2010 geltende Fütterungsverbot für wild lebende Wasservögel hin. Ebenso sind die Festlegungen in der „Polizeiverordnung über öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Stadt Leipzig" bindend. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Präventionsarbeit.

Im Zusammenhang mit den eingangs erwähnten eingeschleppten Pflanzen, wie „Riesen-Bärenklau", die ein Gefährdungspotenzial für die Gesundheit sind, empfahl der Mitarbeiter des Ordnungsamtes die spezielle Rufnummer 123-8888 zu wählen und dies den Behörden mitzuteilen (analog zum meldepflichtigen Feuerbrand).
Speziell bei den Modalitäten zur Entsorgung von biologischen Abfällen (lt. § 2, Abs. 8, Abfallwirtschaftssatzung der Stadt Leipzig, Nov. 2014) über den Hausmüll bzw. aus den Kleingartenanlagen herrschen noch Unklarheiten. Dies versprach die Leiterin des Umweltamtes mit den Verantwortlichen der Stadtreinigung Leipzig (Eigenbetrieb der Stadt Leipzig) zu erörtern und Klarheiten für die Zukunft zu schaffen.

Für uns Kleingärtner brachte das Beratungsangebot die Erkenntnis, Tiere (wild und frei lebende Katzen, Waschbären etc.), die unsere Anlagen nicht nur nachts durchstreifen, keinesfalls anzufüttern (siehe Kleingartenordnung [KGO], Pkt. 2.4.3.). Das bezieht sich auch auf die Kompostierung (KGO, Pkt. 10.5.). Speisereste haben dort nichts zu suchen. Selbst Komposter mit beweglicher Abdeckung sind für die gelehrigen Wildtiere kein Hindernis, sich an dem Vorgefundenen satt zu fressen. Und wer sich einen Waschbären als „Untermieter" auf seiner Parzelle eingehandelt hat, der wird ihn so schnell nicht wieder los.