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Rainer Proksch - Mitglied der Garten-Fachkommission (GFK) des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner (SLK) und Leiter des Fachberater-Stammtisches Südwest - hat hier ein umfassendes Beratungsmaterial zum Tomatenanbau zusammengestellt. Auch erfahrene Kleingärtner können hier ihr Wissen aktualisieren: Sortenwahl, Kulturbedingungen, Schädlingsbekämpfung usw.

Die Tomate ist wegen ihrer vielseitigen Verwendbarkeit und attraktiven Farbe sehr beliebt. Im pro-Kopf-Verzehr liegt sie mit 19,5 kg (davon über 7 kg frische Tomaten) an der Spitze aller Gemüse. 

06 Tomaten 2Die Sorte "Maranello".
Foto: R. Proksch

Sie gilt als ausgesprochene Gesundheitsnahrung, da sie reich an Vitaminen (C, E und Karotin) ist und viel Kalium enthält. Nach neueren Forschungen sollen die in den Tomaten enthaltenen Fruchtsäuren (p-Cumarin- und Chlorogensäure) und Farbstoffe wie Lykopin und Karotin zusammen mit Vitamin C Nitrat abfangen und so die krebsauslösende Wirkung der Nitrosamine im menschlichen Organismus blockieren.
Langjährige Beobachtungen haben nachgewiesen, dass bei hohem Tomatenkonsum die Wahrscheinlichkeit von Prostata- u.a. Krebsarten sinkt. Zudem vermindert Lykopin das Risiko, im Alter zu erblinden. Die Gefahr von Herzinfarkten und Herz-Kreislauferkrankungen reduziert sich bei hohem Tomatenkonsum um die Hälfte. Das in den Tomaten enthaltene Lykopin wird für den Körper am besten in gut erhitzter Form und mit etwas Öl versetzt verfügbar, da es sich dann aus den Fruchtzellen löst. Daher sind Tomatensaft (täglich 500 ml erhitzten Tomatensaft trinken) Tomatensoße sowie Ketchup sehr wertvoll. Außerdem enthalten vollreife Tomaten Tyramin, ein Umwandlungsprodukt der Aminosäure Tyrosin; dieser "Stoff" wirkt stimmungsaufhellend. Tomaten enthalten zudem das "Glückshormon" Serotonin.

 Wissenswertes zur Geschichte

Der Name Nachtschattengewächs beruht darauf, dass alle Pflanzen dieser Familie Giftstoffe enthalten, die zu Vergiftungen und auch zur Bewusstlosigkeit (Umnachtung) bzw. zum Tod führen können.
Herkunft: Die "Urtomate" ist in den peruanischen Anden beheimatet. Die heute noch existierenden Wildarten ähneln roten Kirschtomaten. Sie kommen in einem Küstenstreifen Südamerikas zwischen Ecuador und Nordchile sowie auf den Galapagosinseln, den karibischen Inseln und Mexiko vor. Am weitesten verbreitet ist eine kleinfruchtige kirschenförmige Wildart (L. cerasiformae). Die Wildform Johannisbeertomate (L. pimpinellifolium) finden wir an der Pazifikküste von Ecuador und Peru. Sie wird teilweise heute noch kultiviert.