Innerhalb der Kleingärtnergemeinschaft hat der  Gartenfachberater  eine bedeutende Position. Mit seinen Kenntnissen kann er dem Vorstand beratend und unterstützend zur Seite stehen. Um dies auf einem möglichst direktem Weg realisieren zu können, steht das Argument "Warum der Gartenfachberater Vorstandsmitglied sein sollte" (siehe Verbandszeitschrift des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde (BDG) "Der Fachberater" - Nr. 2, Mai 2009, Seite 26 sowie Mitteilungsblatt  des SLK "Leipziger Gartenfreund" - Juli 2009, Seite 5).

Aufgaben des Gartenfachberaters und Anforderungen an die Tätigkeit

Aufgaben:

  • Unterstützt die Arbeit des Vorstandes und der Mitglieder durch fachliche Beratung zur Gestaltung und Nutzung der Gartenfläche. Dabei stützt er sich auf das Bundeskleingartengesetz (BKleingG), die Richtlinien, Verordnungen und Gesetze des Landes und die Festlegungen des Unterpachtvertrages inklusive der Gartenordnung.
  • Ansprechpartner für ratsuchende Gartenfreunde, denen er Ratschläge und Hinweise zur Anlage und Nutzung des Gartens, zum Pflanzenschutz und zu den Eigenschaften der Pflanzen gibt. Er hilft durch Demonstration praktischer Elemente der Gartenarbeit. Gleichzeitig nimmt er Aufgaben des Umwelt- und Natuschutzes wahr, die mit dem Kleingartenwesen im Zusammenhang stehen.
  • Sein Fachwissen vermittelt er an die Mitglieder des Vereins durch organisierte Fachvorträge und gezielte Diskussionsbeiträge auf Mitglieder- und Abteilungsversammlungen sowie durch Demonstration z.B. des fachgerechten Schnitts von Obstbäumen und Beerensträuchern.
  • Durch Teilnahme an den Gartenbegehungen des Vorstandes verschafft er sich einen Überblick über die KGA und die auftretenden Besonderheiten. Dabei berät er die Mitglieder des am konkreten Beispiel zur Gestaltung des Gartens, zu Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes und zur Einhaltung bestehender Normen und Grenzwerte bei der Nutzung des Gartens. Er unterbreitet dem Vorstand Vorschläge für notwendige Veränderungen und eventuelle Auflagen.
  • Eine wichtige Aufgabe des Gartenfachberaters besteht in der Mitwirkung beim Wechsel der Unterpächter. Dabei steht wiederum die fachliche Beratung der neuen Gartenfreunde zur kleingärtnerischen Nutzung im Vordergrund.
  • Durch Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen des Landes- und Bezirksverbandes vervollständigt er seine Kenntnisse und Fertigkeiten. In der Regel besteht die Möglichkeit Fachliteratur des Bezirksverbandes zu nutzen.
  • Die Arbeit des Gartenfachberaters sollte nach einem vom Vorstand der KGA für das laufende Kalenderjahr zu bestätigenden Arbeitsplan durchgeführt werden.

Jeder Verein sollte bemüht sein, einen zweiten Gartenfreund als Stellvertreter des Gartenfachberaters zu gewinnen. Bei größeren Vereinen sollte es in jeder Abteilung mindestens einen Gartenfachberater geben.

Anforderungen:

  • Kenntnisse der Rechtsgrundlagen kleingärtnerischer Tätigkeit, insbesondere des Kommentars zum BKleingG.
  • Kenntnisse im Pflanzenschutz und in der Pflanzenpflege.
  • Interesse und Freude an der Beratung der Gartenfreunde.
  • Selbstständige Arbeitsweise sowie Leitungserfahrung.
  • Absolvierung des Kurses zur Erlangung des Sachkundenachweises - z.B. in der Gartenakademie Pillnitz - oder im Pflazenschutzamt Berlin oder eines entsprechenden Sachkundenachweises eines anderen Bundeslandes.