201506 Adrian Pingstone OsterschermausWenn Sie meinen Beitrag Wühlratten (1) gelesen haben, warten Sie sicher auf Erkenntnisse bei der erfolgreichen Bekämpfung. Als geeignet und mit guten Aussichten auf Erfolg kommen demnach, schon mal vorausgeschickt, nur direkte Bekämpfungsmittel in Frage. Das sind leider nur Giftköder und Fallen. Mancher Tierfreund wird diese Mittel bedenklich finden. Da würde erst mal nur das Vertreiben der Tiere bleiben. Die Gartennachbarn wird es freuen. Einigermaßen erfolgreich ist mein Versuch, mit klappernden Saftflaschen die Tiere zu nerven. Auf einem elastischen Stab lose aufgehangen und mit „Flügeln" versehen, klappert es Tag und Nacht. Allerdings nur bei Wind. Wenn man Glück hat, packen die Nager ihr Ränzel und ziehen weiter. Ich habe in meinem Garten viele winterharte Kakteen. Abgestorbene Pflanzenteile stecke ich in die Gänge der Wühlratten. Die Tiere finden das offensichtlich nicht lustig.

Foto: Adrian Pingstone - Osterschermaus

In Gartenmärkten werden Körbe aus Plaste angeboten, in denen Blumenzwiebeln vor Wühlratten geschützt werden sollen. Leider sind die Zähne der Nager stärker als diese Körbe. Besser, aber leider teuer, sind da im Internet angebotene Körbe für die Wurzeln von Obstgehölzen. Ich habe mir aus Kaninchendraht passende Körbe selbst gebastelt und so Wurzeln von Neupflanzungen erfolgreich geschützt.

Giftköder sind möglicherweise erfolgreich. Ich kann mir aber vorstellen, dass verendende Tiere in die Nahrungskette gelangen. In Gartenmärkten werden angeboten; von Naturen „Ratten- und Mäuseköder", von Celaflor „Ratolin" Getreidekörner, Köderblöcke und Portionsköder „Arrex", von Etisso „Wühlmausriegel", von Ratron „Power-Packs" und von Neudorff „Sugan Rattenköder". Die Anwendungsvorschriften für solche Mittel sind unbedingt zu beachten! Hier noch einmal der Hinweis: Nicht zugelassene Substanzen sind für die Bekämpfung verboten!

Über die Erfolgsaussichten von Fallen gibt es recht unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen. Zum Fangen der Tiere sind einseitige Kastenfallen recht gut geeignet. Auch mit einer Röhrenfalle hatte ich schon Erfolg. Die sind gut, müssen aber mit viel Geschick in einen Gang eingebracht werden. Wenig erfolgreich sind die Kippbügelfallen, die zudem auch mit viel Fingerspitzengefühl aufgestellt werden müssen.

Ob Möhrenstücke zum Anlocken den Erfolg von Fallen unterstützen, ist nicht bewiesen. In meinem Garten und auch in Nachbargärten waren wir besonders erfolgreich mit der leicht zu handhabenden „Super-Cat", in Bau- und Gartenmärkten erhältlich. Der Erfolg wird noch verstärkt, wenn man beim Aufstellen Handschuhe trägt und die Falle mit einem Eimer verdunkelt. Die Bekämpfung der ganzen Wühlrattensippe kann eine lange Zeit in Anspruch nehmen. Gemeinsame Jagd auf Nager stärkt auch nachbarliche Bande. Viel Ausdauer und gute Nerven wünscht

Gartenfachberater Edgar Schmitt - KGV „Alt Schönefeld"