201505 Rabensteiner Wuehlmaus Arvicola terrestrisDurch den Beitrag vom "Garten-Olaf" in der Ausgabe des "Leipziger Gartenfreundes" März 2015 angeregt, schreibe ich hier über eigene Beobachtungen und Erkenntnisse aus der entsprechenden Literatur. Viele Gartenfreunde aus unserem Kleingärtnerverein wundern sich über die Nagerinvasion und fühlen sich hilflos. Ich selbst muss auch ständig mit den Biestern kämpfen. Offensichtlich fehlen die natürlichen Feinde, der auch als Schermaus oder Großen Wühlmaus (lat. Arvicola) bekannten Nagerart. Gegenspieler sind oder waren Tag- und Nachtgreifvögel, wie Bussard, Turmfalke, Schleiereule, Käuzchen, dann noch Storch, Reiher, Schlangen, Mauswiesel, Hermelin, Iltis, Marder, Fuchs und wilde Katzen.

Foto: Rabensteiner - Große Wühlmaus am Wasser

In der Nähe unseres KGV stand ehemals ein Wasserturm. Die dort lebenden Falken fehlen nun. Es wäre sehr nützlich, wenn an neuen und alten Häusern geeignete Nisthilfen angebracht würden. Wir Kleingärtner können den Greifvögeln mit Ansitzstangen helfen, einen Landeplatz zu finden. Ich habe in meinem Garten und in unserem Umweltgarten Nisthilfe und Ansitzstange kombiniert.

Wir hatten in unserem KGV lange freistehende Gärten, in denen sich in aller Ruhe Wühlratten und andere Wühler vermehren konnten. Die Tragzeit der Wühlratten beträgt 21 Tage. Die erneute Begattung erfolgt meist kurz nach der Geburt der Jungen. Zu einem Wurf gehören bis zu 8 Junge. Diese im Frühjahr geborenen Jungen pflanzen sich schon im Herbst fort. Pro Jahr kommt es bis zu 4 Würfen. Je Weibchen können das 40 direkte Nachkommen und „Enkel" sein!

„Mundschmisse" sind übrigens gern Nachmieter von Wühlratten und stehen unter Schutz. Weil Wühlratten in unseren Gärten großen Schaden anrichten, gilt es diese konsequent zu bekämpfen. Obstbäume sterben ab, weil die Wurzeln total aufgefressen werden. Wurzelgemüse finden die Nager besonders lecker, aber auch andere Gemüse und Blumen werden verspeist. Die Wühltätigkeit bringt die Ordnung in unserem Garten gänzlich durcheinander und lässt Pflanzen absterben. An den Tieren treten Milben, Zecken, Flöhe und Läuse auf.

Seit vielen Jahren versuchen genervte Gartenfreunde Wühlratten zu bekämpfen. Vieles davon war nicht oder kaum erfolgreich und manchmal dürften die Tiere nur vor Lachen gestorben sein. Ziemlich erfolglos und nicht lange funktionsfähig sind Solargeräte. Wenigstens können die Gartenmärkte lachen. Das Ausgießen der Gänge funktioniert auch nicht, weil die Tiere gern schwimmen (schade ums Wasser). Ausheben - sind wir schnell genug? Das Auslegen der Gänge mit Glasscherben, Steinen oder ähnlichen „Hindernissen", das Ausgießen mit stark riechenden Abschreckmitteln, wie Petroleum, Terpentin, Karbid, ist kaum wirkungsvoll und eher für uns und Beutegreifer gefährlich.

Auch der abschreckende Anbau von Wolfsmilch, Kaiserkrone, Knoblauch und Topinambur gehört wohl eher in den Bereich der Legenden. Auch der Versuch nicht zugelassene, giftige Chemikalien und Gase zu verwenden, ist gefährlich und verboten!
Im zweiten Teil schreibe ich über eher erfolgreiche Bekämpfungsmethoden.

Gartenfachberater Edgar Schmitt - KGV „Alt Schönefeld"