201503 Strelitzie Martin-WegmannWir reisen gern in tropische Länder und erfreuen uns an der üppigen Natur. Viele seltene Blumen und Gemüsepflanzen sieht man dort gedeihen. Umso mehr freut es uns dann, wenn es gelingt, diese Pflanzen auch in unserer Heimat zu kultivieren.

Die Strelitzie (Strelitziaceae), oftmals auch Strelizie geschrieben, ist eine der exotischsten Zimmerpflanzen, die es gibt und dabei gar nicht so kompliziert, wie mancher vielleicht glauben mag. Die großen, ledrigen Blätter erinnern ein wenig an die von Bananen, mit denen die Paradiesvogelblume tatsächlich verwandt ist. Sie kann so groß werden, dass sie besser im Kübel auf der Terrasse oder im Wintergarten steht.

Foto: Martin Wegmann - Strelitzie / Paradiesvogelblume

Mehrere Samen der Strelitzie hatten wir vor Jahren in gute Kulturerde gesteckt. Von dem aufgegangenen Samen hat sich leider nur ein Sämling prächtig entwickelt. Mittlerweile hat die Pflanze ein Alter von sechs Jahren erreicht. Bei guter Pflege blüht eine aus Samen gezogene Pflanze erst ab dem fünften bis zehnten Jahr (Literaturangabe). Kultiviert wurde unsere Strelitzie jeweils von Mai bis September im Kleingarten und von Oktober bis April in der Wohnung.

Doch im Sommer 2014 war noch keine Blüte zu entdecken. Umso größer war die Freude, als sich zum Jahresende gleich sechs Blütenstiele zeigten. Diese Stiele öffnen sich jetzt nacheinander und verbreiten über einen Zeitraum von mehreren Wochen ein gewisses Tropenfeeling im Wohnzimmer. Und das mitten im europäischen Winter.

Rainer Proksch - Gartenfachberater der Fachkommission des Stadtverbandes