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Rainer Proksch - Mitglied der Garten-Fachkommission (GFK) des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner (SLK) und Leiter des Fachberater-Stammtisches Südwest - hat hier ein umfassendes Beratungsmaterial zu Raritäten im Kleingarten zusammengestellt. Auch erfahrene Kleingärtner können hier ihr Wissen aktualisieren: Sortenwahl, Kulturbedingungen, Schädlingsbekämpfung usw.

201602 Rosettendickblatt R.Proksch 6525Das Rosettendickblatt (Aeonium arboreum) stammt von Nordafrika und den Kanaren. Es gehört zu den Dickblattgewächsen und ist überwiegend grün.

Im Gartencenter erhalten wir jedoch auch die Varietät Aeonium arboreum „Atropurpureum“. Sie besitzt im Sommer dunkelrotbraun gefärbte Blätter, die aber im Winter durch mangelndes Sonnenlicht grün werden. Bei etwas älteren Exemplaren kann man zum Ende des Winters auch mit den vielblütigen gelben Blütenständen rechnen.

Beide Spezies bewurzeln recht schnell und wachsen rasch. Man kann sie zerlegen. Auch größere Pflanzenteile bewurzeln sich ohne Probleme. Einiges zur Pflege:

Foto - Rainer Proksch: Rosettendickblatt

201507 Litschi-Tomate R.Proksch 1118Die einjährige Litchi-Tomate (Solanum sisymbriifolia) kommt aus Mittelamerika und ist - wie Kartoffel, Tomate und Paprika - ein Nachtschattengewächs. Ihr Geschmack ist etwas sonderbar. Genießbar sind nur die reifen, orange- bis knallroten Früchte.

Obwohl es sich um eine Tomate handelt, die wie eine Litschi aussieht, schmeckt sie wie eine Kirsche. Deshalb eigenen sich die reifen Früchte auch prima zur Herstellung von Marmelade, Fruchtsaft oder Likör.

Das Besondere an den Litchi-Tomaten ist sicherlich ihr für Tomaten ungewöhnlicher Stachelwuchs an Blättern, Stängeln und Fruchtkapseln. Dies hat aber den Vorteil, dass sich Katzen und Vögel von den Pflanzen fernhalten. Litchi-Tomaten haben attraktiv weiße, teilweise auch zart fliederfarbene Blüten wie Kartoffeln und Früchte wie Kirschen, eingehüllt in eine stachelige Hülle. Sie wachsen an kräftigen Pflanzen, die den Tomaten ähneln.

Foto: Rainer Proksch

201506 Artischocke R.ProkschSchon die alten Ägypter im 8. Jahrhundert v.u.Z. und später auch die Griechen und Römer verzehrten mit Vorliebe die verdickten Blütenkörbe verschiedener Distelarten sowie auch Artischocken (Cynara cardunculus, Syn. Cynara scolymus). Die Artischocken waren lange Zeit ein Delikatessgemüse nur für die Reichen. Als ihre Heimat wird meistens Nordafrika angesehen.

Im 15. Jahrhundert tauchte sie in Italien auf. In Frankreich, England und Belgien weitete sich ihr Anbau erst im 16. Jahrhundert aus. Später gelangte die Artischocke nach Mitteleuropa. Heute ist sie am beliebtesten in Frankreich, wo auch die Sorten mit der besten Qualität entstanden, sowie in Südeuropa. In rauen Lagen gedeihen die abgehärteten französischen Sorten besser als die italienischen.

Foto: Rainer Proksch

201505 Zieringwer R.Proksch 3154Zieringwer (hedychium gardnerianum), auch Schmetterlingsingwer oder Kahili-Ingwer genannt, ist sehr robust. Er hat alle Vorzüge, die eine Zierpflanze haben sollte. Sein Aussehen ist tropisch, die duftenden Blüten riesig und die Früchte auffällig orange-rot gefärbt. Er stammt aus Nepal, Pakistan und dem Ost-Himalaya. Bei aller Exotik ist der Zieringwer ausgesprochen hart im Nehmen. Ein paar Frostgrade können ihm deshalb nichts anhaben.

Zieringwer bringt seine maximal mannshohen Triebe aus dicken Wurzelstöcken. Diese werden im warmen Raum vorgetrieben und mit nur wenig Erde bedeckt ab Mitte Mai in den Boden gelegt. Geeignet sind mittelschwere humose Erdmischungen. Nach ca. drei Wochen zeigt sich der Austrieb.

Foto: Rainer Proksch

201504 Batate R.Proksch 5551Die Süßkartoffel (Ipomoea batatas) ist eine sehr alte Kulturpflanze und gehört zu den Windengewächsen. Sie wird in den Tropen und Subtropen der verschiedenen Erdteile, vor allem in Südamerika angebaut. Sie stammt aus Mittelamerika und den nördlichen Gebieten Südamerikas.

Wildwachsende Süßkartoffeln sind nicht bekannt. Von alters her wurden sie in Japan und China in Kultur genommen, wo sie bis heute am stärksten verbreitet sind. Nach Europa kamen sie durch Kolumbus und gelangten so 100 Jahre vor den Kartoffeln hierher. Auf größeren Flächen werden Süßkartoffeln meist nur in Spanien angebaut. Sie gedeihen auch in allen Weinbaugebieten Mitteleuropas und auch in unseren Kleingärten.

Foto: Rainer Proksch - Ertrag aus dem eigenen Garten

201503 Strelitzie Martin-WegmannWir reisen gern in tropische Länder und erfreuen uns an der üppigen Natur. Viele seltene Blumen und Gemüsepflanzen sieht man dort gedeihen. Umso mehr freut es uns dann, wenn es gelingt, diese Pflanzen auch in unserer Heimat zu kultivieren.

Die Strelitzie (Strelitziaceae), oftmals auch Strelizie geschrieben, ist eine der exotischsten Zimmerpflanzen, die es gibt und dabei gar nicht so kompliziert, wie mancher vielleicht glauben mag. Die großen, ledrigen Blätter erinnern ein wenig an die von Bananen, mit denen die Paradiesvogelblume tatsächlich verwandt ist. Sie kann so groß werden, dass sie besser im Kübel auf der Terrasse oder im Wintergarten steht.

Foto: Martin Wegmann - Strelitzie / Paradiesvogelblume