2017 06 Karotten Zwiebeln Manfred Sause CC BY SA 3.0Die Mischkultur ist der gleichzeitige Anbau mehrerer Pflanzenarten auf einem Beet. Verschiedene Gemüsesorten mit unterschiedlichen Reifezeiten und Nährstoffbedürfnissen werden zusammen gesät, gepflanzt, gepflegt und geerntet.

Kleingärtner, die ihren Garten naturnah gestalten, wenden häufig die Mischkultur als Anbauform im Gemüsegarten an. Man kann auf begrenzter Beetfläche verschiedene Sorten, auch in kleinen Mengen, für den Eigenbedarf anbauen. Die Mischkultur bietet Raum für Experimente und Beobachtungen. Ein Gemüsegarten, in dem Gemüsearten mit Zierpflanzen und Kräutern kombiniert werden, lockt Nützlinge an und gerät auch optisch zum Kleinod.

Foto - Manfred Sause: Mischkultur Karotten und Zwiebeln

Mischkultur beugt der Bodenmüdigkeit vor, da die Pflanzen dem Boden unterschiedliche Nährstoffe entziehen. Durch die dichtere Bepflanzung wird der Boden beschattet, Unkraut unterdrückt und der Wasserhaushalt reguliert. In der Mischkultur können Pflanzen den Befall mit Schaderregern beeinflussen und so den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln verringern oder gar unnötig werden lassen.

Mischkulturen müssen gut geplant werden. Als Faustregel gilt, dass Gemüse mit oberirdisch reifenden Früchten gut zu Gemüse passt, das seine Früchte unterirdisch ausbildet. Schnell reifendes Gemüse, z.B. Salat, kann als Zwischenkultur zwischen langsamer reifendem Gemüse (z.B. Kohl) angebaut werden; schlank und hoch wachsende Sorten können gut mit flach und breit wachsenden kombiniert werden. Auch in der Mischkultur sollten die Fruchtfolgegesetze angewendet und die Beete jährlich gewechselt werden.

Die für den „klassischen Anbau" angegebenen Reihenabstände sind in der Regel zu vergrößern, so dass alle Gemüsearten ausreichend Platz und Sonne bekommen und bei der Ernte der einen Kultur die andere nicht versehentlich geschädigt wird. Neben dem Nährstoffbedarf (Stark-, Mittel- und Schwachzehrer) spielen Wurzelausscheidungen und Düfte eine wichtige Rolle. Zierpflanzen und Kräuter als Beetumrandung oder in Lücken gepflanzt, locken Befruchter an, können Schädlinge abwehren oder sind wirksam gegen Pilzerkrankungen.

Nicht zusammen angebaut werden, sollen
- Pflanzen, die sich gegenseitig in der Entwicklung behindern, z.B. durch Wurzelkonkurrenz
- Pflanzen, die gegenseitig Krankheiten übertragen, z.B. Kraut- und Braunfäule an Kartoffeln und Tomaten
- Pflanzen die von den gleichen Schädlingen befallen werden, z.B. Schnecken an Salat und Tagetes

Hier eine Übersicht über die im Kleingarten am häufigsten angebauten Gemüsesorten mit guten und schlechten Pflanzpartnern, sowie Helferpflanzen gegen Schaderreger im Gemüsebeet:

Gemüseart gute Pflanzpartner schlechte Pflanzpartner Helferpflanzen
Kartoffeln

dicke Bohne, Kohl, Kohlrabi,

Spinat

Tomate, Erbse, Gurke,

Sellerie, Kürbis

Ringelblume gegen Nematoden;

Kümmel intensiviert Geschmack

Erdbeeren

Petersilie, Salat, Bohnen,

Zwiebelgewächse, Spinat

Kohl,

Kohlrabi

Knoblauch und Zwiebel gegen

Grauschimmel

Tomaten

Kohl, Bohnen, Sellerie, Salat,

Rote Bete, Zwiebelgewächse,

Petersilie

Kartoffel, Erbsen,

Gurke, Aubergine,

Fenchel

Basilikum gegen Mehltau und

weiße Fliege

Gurken

Zwiebelgewächse, Bohnen,

Rote Bete, Salat, Sellerie,

Dill, Kümmel, Borretsch

Kartoffel,

Tomaten,

Rettich

Dill fördert das Wachstum;

Basilikum gegen Mehltau

Sellerie

Kohl, Bohnen, Gurken,

Zucchini, Rote Bete

Kartoffeln,

Salat

 
Zucchini

Zwiebeln, Bohnen, Erbsen,

Rettich, Sellerie, Möhren,

Salat, Petersilie

Kartoffeln

 

 

 
Bohnen

Gurke, Kohl, Salat, Erdbeere,

Kohlrabi, Sellerie, Rote Bete,

Tomate, Dill

Erbse,

Zwiebelgewächse,

Fenchel

Bohnenkraut gegen Bohnenlaus

verbessert das Aroma

Zwiebelgewächse

(Zwiebeln, Porree,

 Knoblauch)

Sellerie, Tomaten, Möhren,

Erdbeeren, Gurken,

Kohlrabi, Zucchini

Erbsen, Bohnen,

Kohl,

Rote Bete

Möhre gegen Zwiebelfliege;

Rettich und Sellerie gegen

Lauchmotte

Kohlrabi

Bohne, Erbse, Kartoffeln,

Sellerie, Salat, Rote Bete,

Spinat

Chinakohl

 

 

 

Kohl

Rotkohl, Weißkohl,

Blumenkohl, Rosenkohl

Tomaten, Sellerie, Erbsen,

Gurke, Salat, Rettich, Bohnen,

Mangold, Spinat, Minze; Dill

Zwiebelgewächse,

Kartoffeln, Chinakohl,

Erdbeeren

Tagetes gegen Nematoden, weiße

Fliegen u. Kohlschädlinge; Sellerie

und Tomaten gegen Kohlweißling

Möhre

(Rübe, Pastinake,

 Wurzelpetersilie)

Erbsen, Salat, Mangold, Dill,

Bohnen, Zwiebelgewächse,

Tomaten, Zucchini, Minze 

Rote Bete

 

 

Buschbohne fördert Wachstum;

Rosmarin, Salbei, Zwiebel gegen

Möhrenfliege 

 

Susanne Gebauer - Gartenfachberaterin der Fachkommission des SLK