20130211 62Zur Verbrauchermesse "Haus-Garten-Freizeit" organisiert der Stadtverband Leipzig der Kleingärtner (SLK) parallel zur Präsentation in Halle eine Vortragsreihe im Pressezentrum. Auftakt dazu war am Montag das Thema "Zwiebelanbau in Haus- und Kleingarten".

Als Referentin wurde Barbara Schöne vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie vom 2. Vorsitzenden des SLK, Michael Schlachter, den Anwesenden vorgestellt (Foto rechts).

SLK-Fotos

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"Lust auf Gemüsegarten? - Rund um die Zwiebel - Rund wie die Zwiebel" so hatte die Referentin ihre Ausführungen überschrieben. Die Küchenzwiebel ist eine der ältesten Kulturpflanzen und sehr sortenreich. Seit mehr als 5.000 Jahre wird sie als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze kultiviert.

Zu den bekanntesten zählen "Zittauer Gelber Riese" (Fleisch weiß), "Rote Braunschweiger" (rot) und "Stuttgarter Riese" (weiß). Bevorzugte Anbaugebiete in Deutschland sind die Regionen um Erfurt, Bamberg, Frankenthal (Pfalz) und der Landstrich im Regenschatten des Harzes.

 

Die Zwiebel bevorzugt Lößboden, milden bzw. sandigen Lehmboden bei sonnigen und warmen Bedingungen. Der Boden sollte eine feinkrümelige Struktur aufweisen und abgesetzt sein. Auch solle er keine unverrotteten Dungstoffe beinhalten und wenig Stickstoff aufweisen. Beim Anbau unterscheidet man zwischen Sommer- und Winterzwiebeln.

Die Sommerzwiebeln sät oder steckt man im zeitigen Frühjahr. Diese können zwischen August und Oktober geerntet werden. Besonders spätere Sorten von fester Konsistenz sind bis in den März des folgenden Jahres lagerfähig. Die Winterzwiebeln werden im August gesät, reifen im folgenden Frühling und sind ab Juni erntereif. Allerdings sind sie nur kurzzeitig lagerfähig. Barbara Schön erläuterte, dass der Anbau entweder durch Aussaat (einjährig) oder durch Stecken (zweijährig). Man sollte auch keine Zwiebeln aus den normalen Einzelhandel verwenden, da diese vorbehandelt sind. Eine Aussaattiefe von 1 bis 2 cm ist optimal und der Reihenabstand 25 bis 40 cm. Auf abgetrocknetem Boden ist der Aussaatzeitraum von März bis Anfang April.

20130211 1508aDie Referentin beschrieb die verschiedenen Zwiebelsorten, deren Verarbeitung und Verwendung, auch für das gesundheitliche Wohlbefinden. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn auch der Zwiebelanbau in den Kleingärten zukünftig wieder mehr Beachtung fände. Man muss aber konkrete Vorstellungen über die langfristige Anbaufolge in seiner Parzelle haben, denn die mit Zwiebeln bebaute Fläche ist erst nach fünf Jahren wieder dafür vorzusehen.

Auch die Kombination mit verträglichen anderen Anpflanzungen verlangt etwas Kenntnisse. Dafür gibt es auch Gartenfachberater in den Vereinen, die den Kleingärtnern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Resümierend plädierte Barbara Schön dafür, dass der Gemüseanbau in den Kleingärten mehr Stellenwert bekommt und nicht nur aus Petersilie und Schnittlauch besteht.

Fotos: Thema des Vortrags (o.) / Hübsche Bastelei aus Zwiebeln (u.)

Lothar Kurth