20120217 06 102420120217 07 1024Vortrag zu den Themen „Kompostierung und Hochbeet“. Zum ersten Mal teilten sich zwei Referenten die veranschlagten 90 Minuten: Dieter Haberkorn [(Chef-Gartenfachberater des Kreisverbandes Leipzig der Kleingärtner Westsachsen (KVL)] über „Kompostierung“ und Olaf Weidling [Mitglied der Garten-Fachkommission des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner (SLK); Leiter des Stammtisches West] über das „Hochbeet“.

SLK-Foto: Die Fachberater Olaf Weidling (li.) und Dieter Haberkorn (re.)

Klicken Sie auch auf unsere Fotogalerie (Verbandsleben)

 

Chef-Gartenfachberater des Kreisverbandes Leipzig der Kleingärtner Westsachsen (KVL) Dieter Haberkorn vermittelte Wissenswertes zur Kompostierung.

Eingangs seines Vortrags betonte er, dass die Kompostierung im Endeffekt Dünger und somit eine Bodenverbesserung erbringt. Deshalb gehören die Grünabfälle nicht in die Biotonne. Zudem existiert in Sachsen ein Bodenschutzgesetz.

Der Fachmann nannte die unterschiedlichen Komposterbauarten, u.a. Schnellkomposter, und erläuterte ausführlich die richtige Standortwahl (halbschattig, windgeschützt, Schutz vor Austrocknung und Auswaschung) und den konstruktiven Aufbau des Komposters (z.B. Maschendraht am Boden gegen Wühlmäuse). Detailliert ging der Gartenfreund darauf ein, dass die Luftzirkulation gegeben sein muss, um den Verrottungsprozess in Gang zu bringen.

Zu Beginn ist der Grünschnitt zu zerkleinern und in einer Schicht von ca. 20 cm Höhe einzubringen, danach folgt eine Schicht von ca. 1 cm Erde, Kalk und/oder Urgesteinsmehl. Diese Abfolge wiederholt sich bis zu 100 cm Höhe. Oben wird eine Abdeckung aufgebracht (keine Folie).

Kompostiert werden u.a. kleine Äste, Rasenschnitt und Holzasche. Nicht auf den Kompost gehören Braunkohlenasche, Zigarettenkippen, Knochen, tierische Abfälle, Bauschutt, Kunststoffe, Glas, Metall, Druckerzeugnisse und Batterien (als ausgewählte Beispiele).

Das Kompostgemisch ist feucht zu halten und nach rund einem Jahr ist es verwendbar. Der „reife“ Kompost ist zu erkennen an seiner krümeligen Struktur und dass er erdig riecht (vergleichbar mit Waldboden). Dies ist auch mittels „Kresse-Test“ festzustellen. Der ausgereifte Kompost wird durchgesiebt und nur untergeharkt.

Dieter Haberkorn beschrieb abschließend, ob der Kompostierungsprozess eingesetzt hat und wie man dies feststellen kann. Nach vorsichtigem Anheben der oberen Schichtung muss ein Pilzmyzel zu erkennen sein. Ist dies nicht ersichtlich, sollte man ein Umsetzen vornehmen, damit Luft zugeführt wird, oder man „impft“ mit Pflanzenjauche bzw. setzt Mikroorganismen zu (Hefe, Sauerkrautsaft).

Das Hochbeet ist zunehmend in vielen Kleingärten anzutreffen. Ebenso beim Referenten Olaf Weidling, der somit nicht nur einen theoretischen Vortrag hielt sondern auch aus eigener praktischer Erfahrung berichten konnte. Einführend beschrieb der Gartenfreund Aufbau und Wirkungsweise dieser speziellen Beetform. Im Hochbeet wirken die fünf Elemente Licht, Wasser, Luft, Temperatur und Nährstoffe. 

Zu den Vorteilen zählen die altersgerechte Arbeitshöhe von 80 bis 100 cm und ein rückenschonendes Arbeiten. Die Breite eines Hochbeetes sollte bis 1,25 m betragen, so dass man von beiden Seiten aus die Mitte erreichen kann. Auf dem Hochbeet gedeihen wärmeliebende Kulturen besser. Gute Erfolge hat man beim Gemüseanbau durch Mischkulturen und die Kontrolle auf Schädlinge und Abwehrmaßnahmen sind wesentlich effektiver als am Boden. Auch eine Schneckeninvasion ist auf dem Hochbeet ausgeschlossen. Man sollte jedoch beim Einbringen der Erde auf eventuelle Eier achten.

Zunächst als Nachteile nannte Olaf Weidling die Erstinvestitionen in Material und den Arbeitsaufwand bei der Errichtung. Bei falscher Bauweise droht Wühlmausbefall und Verrottung des Holzes, wenn für die Innenverkleidung keine Noppenfolie verwendet wurde. Konstruktiv ist Maschendraht für den Boden vorzusehen (Wühlmäuse) und ein Gewindestab in die Längswände einzufügen, um den seitlichen Druck aufzunehmen bzw. der Ausbeulung der Längswände entgegenzuwirken. Der Gewindestab ist mit einer Heizrohrisolierung gegen Rostbildung zu umhüllen. Weiterhin ist ein Schneckenzaun vorzusehen. Als Nachteil ist der erhöhte Wasserbedarf im Vergleich zu den Bodenkulturen zu erwähnen.

Der Referent erläuterte den Schichtenaufbau des Hochbeetes (unten kleine Baumstammscheiben, „umgedrehtes“ Rasenstück, Reisig, Erde). Als oberer Abschluss ist Anzuchterde zu verwenden. Im ersten Jahr sind nur stark zehrende Pflanzen zu setzen. Aus einem Hochbeet können jährlich drei bis vier Ernten den Kleingärtner erfreuen. Der Referent zeigte von seinem eigenen Hochbeet eindrucksvolle Bilder eines üppigen Wachstums.

Lothar Kurth