20180213 HGF2018 8761Ein Trend in den zurückliegenden Jahren ist die zunehmende Orientierung auf den Anbau von Säulenobst. Bleibt die angebotene Handelsware im Kübel bzw. im Container bleibt das Gehölz schwachwüchsig. Referent Gerd Großmann, ehemaliger Leiter der Gartenakademie Dresden-Pillnitz, leitete mit diesen Worten seinen Vortrag im Konferenzraum M 1 auf der Neuen Leipziger Messe ein. Ca. 40 Interessierte verfolgten seine fast anderthalbstündigen Ausführungen zum Thema. In diesem Zeitraum beantwortete er mehrere Fragen aus dem Publikum.

SLK-Foto: Gerd Großmann (re.) zog - wie in den Jahren zuvor - wieder viele Interessenten an

Anschaulich anhand von Fotoaufnahmen und zeichnerischen Darstellungen erläuterte der Fachmann die zu beachtenden Grundsätze bei der Erziehung von Säulenobst:

  • Es ist eine freie Stammlänge von 60 cm erforderlich.
  • Danach nur noch Stammverlängerung, keinerlei Seitenverzweigung.
  • Stammverlängerung darf nicht angeschnitten werden.
  • Ggf. Konkurrenzknospen unterhalb der Spitzenknospe ausbrechen.
  • Stammverlängerung wird so lange in die Höhe getrieben, bis im unteren Bereich der Ertrag einsetzt. Danach kann die Höhe begrenzt werden.

Die Alternative zum Säulenobst ist das Spindelobst. Grundlage sind schwächer wachsende Unterlagen (bei allen Obstarten). Charakteristisch ist die durchgängige Mittelachse, von der die Fruchttriebe abgehen, die von Zeit zu Zeit erneuert werden. Die Fruchttriebe sind spindelartig um die Mittelachse angeordnet.

Die Zuhörer zollten dem Referenten Gerd Großmann zum Schluss reichlich Applaus und im Nachgang hatte der Fachmann noch so manche individuelle Frage zu beantworten.

Lothar Kurth