20150210 3961Das "ausstellungsbegleitende" Programm der Fachvorträge während der Messe eröffnete Tommy Brumm, Vorsitzender des Landesverbandes der sächsischen Schreberjugend. Sein Vortrag war überschrieben mit dem Begriff "Neobiota" (oder "Neozoen" = "Neu-Tiere").

Was darunter zu verstehen ist, erläuterte der Referent in höchst anschauliches Weise. Der Handel und die Transportwege spielen hierfür die entscheidende Rolle. Als "Stichtag" fixierte man den 12. Oktober 1492, den Tag der Entdeckung der "Neuen Welt". Ab diesem Zeitpunkt explodierte der transkontinentale Handel in alle Himmelsrichtungen.

SLK-Foto: Tommy Brumm "untermalt" seine Ausführungen mit lebenden Individuen

2015 Dinornis1387 John-van-VoorstAusgehend von der erdgeschichtlichen Entwicklung beschreibt Tommy Brumm, dass sich die Lebensformen über Jahrmillionen hinweg kontinuierlich alle Bereiche, zunächst im Wasser und später an Land und in der Luft eroberten.

Ab dem "Stichtag" kam die Walze der Bioinvasion global ins Rollen. Schon Christoph Kolumbus musste feststellen, dass sich auf seinen Seereisen bis dato unbekannte Bohrwürmer im Rumpf der Schiffe einnisteten und mehrere zum Untergang brachten.

Ein unrühmliches "Denkmal" haben sich z.B. die Eroberer Australiens und Neuseelands gesetzt. Eines der ersten Opfer war der flugunfähige Moa, ein Laufvogel auf der Doppelinsel Neuseeland.

Abb.: John van Voorst - Größenvergleich eines Menschen mit dem Moa

Auch die Kleingärtner sind in zunehmendem Maße mit "Neobiota", z.B. dem Waschbären, und "Neophyten" (= "Neu-Pflanzen"), u.a. Riesen-Bärenklau konfrontiert. Der Referent betonte, dass dieser Prozess - leider - nicht mehr rückgängig zu machen ist. Wir sind gezwungen, uns damit zu "arrangieren". Besonders wichtig ist, dass wir um die Gefahren wissen, die die Neuankömmlinge mitbringen und uns dagegen bewußt wappnen.

Seinen Vortrag hatte Tommy Brumm mit anschaulichem Bildmaterial gestaltet und faszinierende Filmsequenzen mit eingebaut. Diese lehrreiche Dokumentation kann man nur weiter empfehlen. Erfreulicherweise waren zu dieser Veranstaltung mehr Kleingärtner zugegen als noch vor Jahresfrist.

Lothar Kurth