20150214 4111Der dritte Vortrag für die Fachberater kündete von der Wichtigkeit der Bienen und Insekten für den Kleingärtner. Imker Volker Herrmann, Mitglied der Garten-Fachkommission des SLK, demonstrierte mit eindrucksvollen und nicht alltäglichen Aufnahmen das geschäftige Treiben der summenden Tierchen. Die Hauptaufgabe von Bienen, Wespen, Hummeln, Hornissen und Wildbienen ist das Bestäuben der Pflanzen. Der Referent verwies darauf, dass die heutzutage fast kaum noch anzutreffenden Glockenblumen für die Tiere äußerst wichtig sind und diese wieder verstärkt gepflanzt werden sollen.

SLK-Foto: Andächtig lauschen die Gartenfreunde den sehr faktenreichen Ausführungen Volker Herrmanns

20150214 4110Täglich vertilgen die fleißigen Tiere die Schädlinge des Kleingärtners, z.B. ein Hornissenvolk pro Tag 500 Gramm. Deshalb sollten wir den Bienen und Insekten richtige Behausungen schaffen. Und da wäre einiges zu beachten. Der Standort ist grundsätzlich nicht in Senken zu wählen, da sich hier kalte Luft ansammelt und sogenannte "Kaltluftseen" entstehen, welche Bienen und Insekten gar nicht mögen. Die Ausflugrichtungen sind nach Südost und Südwest auszurichten und der sofortige "Steigflug" muss gegeben sein. Mit dem Aufstellen von Insektenunterkünften kann die Bestäubungslücke im Frühjahr gemildert werden. Als Materialien sind keine Nadelhölzer zu verwenden, da diese fasern und harzen.

Bei der Wahl eines geeigneten Standortes innerhalb einer Kleingartenanlage für einen Imker ist sorgfältig vorzugehen. Dabei sind der Vorstand, angrenzende Parzellenpächter und der Imker bzw. die Imkerin einzubinden, um Beeinträchtigungen für einen der Betroffenen zu vermeiden, z.B. der Flugkorridor über den Kaffeetisch des Nachbarn.

SLK-Foto: Hobbyimker Volker Herrmann erläutert die Bedingungen für die Bienenhaltung in Kleingartenanlagen

20150214 4113Für die Bienenhaltung muss die Einwilligung des Vorstandes vorliegen. Die imkerlichen Fertigkeiten müssen vorhanden sein. Jungimkern sollte ein erfahrener Bienenpate zur Seite stehen. Die Versicherungsmodalitäten sind zuvor festzuschreiben. Der Standplatz für die Bienen-Beuten muss nicht in einer Parzelle sein. Je nach Standplatz und Größe der Vereinsanlage sind 3 bis 15 Bienenvölker realistisch. Der Fachmann berichtete, dass er selbst in einer Kleingartenanlage Bienenvölkern eine "Heimat" gegeben hat und jedes Bienenjahr für ihn auch ein neues Lehrjahr ist. Eine bemerkenswerte Feststellung. Nach seinem Vortrag hatte der Hobbyimker noch einige Fragen zu beantworten und wurde schon eingeladen in einen Verein. Das sollte Nachahmer finden.

Foto: Volker Herrmann - Bienenschwarm in der Luft

Lothar Kurth