20140218 0518Der Fachvortrag am Dienstag wurde von den Gartenfachberatern Olaf Weidling und Dieter Haberkorn gehalten. Zu beiden Vorträgen hieß Robby Müller (r.), Vorsitzender des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner (SLK), die Gartenfreunde aus den zwei Leipziger Verbänden (SLK und KVL / Kreisverband Leipzig der Kleingärtner Westsachsen) herzlich willkommen und wünschte, dass recht viele fachliche Informationen der Referenten anregende Gedanken in den Vereinen reifen lassen.  

Der erste Teil war überschrieben mit "Pilzliche Krankheiten im Kleingarten" und der zweite "Wildobst im Kleingarten"

SLK-Foto: Robby Müller eröffnet den Fachvortragstag / Klicken Sie auch auf unsere Fotogalerie (Messe "Haus-Garten-Freizeit")

20140218 0519Zu Beginn erläuterte Olaf Weidling (SLK) Grundlegendes zu den Pilzen, u.a. zu deren Entwicklung sowie Lebensweise und wie sich Pilze vermehren und verbreiten. Sehr ausführlich beschrieb "Garten-Olaf" die Infektionen, die durch die Pilze ausgelöst werden und die Symptome, anhand derer man die Krankheiten erkennen kann, z.B. Lederfäule bei Erdbeeren und die Welke an Pflanzen.

Bei der allseits bekannte Monilia-Spitzendürre an Obstbäumen ist der Schaderreger folgendermaßen zu erkennen: 

SLK-Foto: Olaf Weidling plädiert für einen fachgerechten Obstbaumschnitt

Die Blüten und Blätter welken und vertrocknen, die Triebe sterben von den Spitzen her ab. Die Infektion erfolgt über die Blüten und die Überwinterung an den befallenen Zweigen. Die befallenen Triebspitzen sind nach der Blüte oder beim Obstbaumschnitt bis ca. 15 cm ins gesunde Holz zurückzuschneiden. Olaf Weidling merkte an, dass Pilze schon im Saatgut enthalten sein können. Deshalb empfiehlt er, bei der Auswahl und dem Anbieter sorgsam vorzugehen.

20140218 0521Dieter Haberkorn, KVL-Fachberater, beschrieb sehr ausführlich Wildobstsorten in Parzellen.  Wildfrüchte zählen zu den regionaltypischen Pflanzen. Diese zeichnen sich durch intensives Aroma und geringe Größen aus. Einige beinhalten Bitterstoffe und andere sind erst bei Überreife genießbar (Mispel, Speierling). Der Referent stellte Wildobstarten für Gärten vor. Als Sträucher mit geringem Standraumbedarf (1 - 5 m²) nannte er Scheinquitte, Arktische Brombeere, Fruchtrose und Apfelbeere, die auch als Aronia in den letzten Jahren etwas euphorisch hochgejubelt wurde. Ebenso auf dem Vormarsch in jüngster Vergangenheit ist die Eßmandel. Sträucher mit höherem Standraumbedarf (> 5 m²) sind aber nicht für die Parzellen, sondern für B- und C-Flächen geeignet!

SLK-Foto: Dieter Haberkorn referiert über Wildobst und stellt Erzeugnisse aus deren Früchte vor

20140218 0517Anschließend ging Dieter Haberkorn auf Verarbeitungsprodukte aus Wildfrüchten ein. Die Palette reicht von Saft, über Brotaufstrich, Gelee, eingekocht, eingelegt in Sirup/Honig oder pikant, bis hin zu Likören und Bränden sowie Konfekt und getrocknet/Tee. Resümierend betonte Dieter Haberkorn, dass es bei angestrebten, reichhaltigen Erträgen es unerläßlich ist, den Bienen eine Chance zu geben, denn "Eine Bestäubung durch Bienen ist unerläßlich - ohne Bienen kein Leben!" Nach diesem Schlusswort lud Dieter Haberkorn die Gartenfreunde zu einer kleinen Verkostung von verarbeiteten Wildfrüchten ein.

SLK-Foto: Der Tisch mit den verschiedenen Wildobstprodukten ist gedeckt

Lothar Kurth