04 GrauwackesteinbruchVermutlich nicht allzu viele Leipziger kennen dieses einzigartige Flächennaturdenkmal (FND), das versteckt hinter der ehemaligen Eisenbahnstrecke von Leipzig-Plagwitz nach Pörsten und unterhalb der Brücke im Verlauf der Kurt-Kresse-Straße liegt.

Begrenzt wird der Grauwackesteinbruch im Norden durch den Goldrutenweg (parallel zur alten Bahntrasse), im Süden von der Eigenheimsiedlung und im Westen von der Anlage des Kleingärtnervereins (KGV) „Auf dem Berg" (gegründet 1990). Das FND befindet sich in Leipzig-Großzschocher auf den Flurstücken 746 a und 747.

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00 AufdemBerg

Grauwacken gehören zu Sandsteinen, die aus Quarz (50%), Feldspat (25-50%), Chlorit- (bis 6%) und Glimmerplättchen (4-20%) bestehen. Quarzit-, Kiesel- und Tonschieferfragmente können ebenfalls enthalten sein. Das Gestein findet u.a. Verwendung als Schotter für Eisenbahntrassen sowie als Pflastersteine.

Der Grauwackesteinbruch ist ca. 50 m lang sowie rund 20 m breit und hat insgesamt eine Größe von 0,15 ha. Er ist der letzte von einstmals vier Steinbrüchen im Südwesten von Leipzig, aus denen Jahrhunderte die Grauwacke gebrochen wurde.

 

Die anderen sind restlos verfüllt und inzwischen überbaut. Der verbliebene wurde aufgrund der besonderen Bedeutung des geologischen Aufbaus Nordwestsachsens 1943 zum Naturdenkmal erklärt. Im Bereich von Plagwitz über Kleinzschocher bis Großzschocher tritt die alte Grundgebirgsstruktur „Nordsächsischer Sattel" in Nord-Süd-Ausrichtung zutage.

Die heutige Zschochersche Straße vom Felsenkeller her und die Dieskaustraße ab dem Adler markieren eindeutig diesen Verlauf. Bereits unsere Vorfahren nutzten diese Trasse als Transportweg, da sie sicher durch die feuchten Niederungen im Einzugsbereich der Weißen Elster führte. Einige Häuser im Zuge beider Straßen sind direkt auf Grauwacke gegründet, das in den Kellergeschossen sichtbar ist.

Beim Bau des Karl-Heine-Kanals in Plagwitz und Lindenau wurde die Grauwacke in großen Mengen ausgehoben und als Baustoff verwendet. Die Bezeichnung „Heine-Knack" für die Grauwacke war damals im Volksmund sehr geläufig.