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Der Verein der Kleingärtner „Gartenfreunde Südost“ entstand durch den Zusammenschluss (1929) der Gartenvereine „Gartenfreunde“ und „Südost“, der als älterer am 31. August 1911 gegründet wurde. Der heutige Verein besitzt rund 540 Parzellen und die Anlage zählt mit fast 14 ha Fläche zu den ausgedehntesten Leipzigs.

Das Areal ist neben dem Südfriedhof auch eingerahmt von der Gartenvorstadt Marienbrunn und der kleinen Parkanlage mit dem Marienborn.

 

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1913 fand in Leipzig die Internationale Baufachausstellung auf dem Gelände der späteren Alten Messe statt. Ein Schwerpunkt der Ausstellung war, Mittel und Wege zur technischen Realisierung des zukünftigen Wohnungs- und Städtebaus zu zeigen.

Teil der Ausstellung war im Vorfeld auf angrenzendem Terrain 1912/13 die Errichtung der Gartenvorstadt Marienbrunn nach dem Bebauungsplan von Hans Strobel. Es entstanden 48 Einfamilien- und 24 Mehrfamilienhäuser. Das Zentrum des Wohngebietes ist der Bereich um den Arminiushof. Ausgehend von dem begrünten Platz ziehen sich geschwungene Wohnhausstraßen mit zweigeschossigen Reihenhäusern und geraden Straßen mit Blick zu den Dominanten Völkerschlachtdenkmal und Kapellenanlage des Südfriedhofs durch die Gartenvorstadt.

Die gärtnerische Gestaltung übernahm der Hamburger Gartenarchitekt Leberecht Migge, der auch die Anlage für den Mariannenpark in Schönefeld 1913 konzipierte. Zu jedem Haus gehörte ein bis zu 400 m² großer Garten. Jede Wohnung bekam Wasser- und Gasanschluss. Die Gartenvorstadt wurde als reine Wohnsiedlung ohne gesellschaftliches Zentrum und Arbeitsstätten vor 100 Jahren errichtet.


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Die Quelle des Marienborns, die der Gartenvorstadt den Namen gab, spielte in der Vergangenheit eine Rolle in der Wasserversorgung Leipzigs und lag an der Tabaksmühle.

Hierüber gibt es folgende Sage: *)

 „Am Johannistag (24. Juni) 1441 führte die aus dem Heiligen Lande zurückgekehrte Pilgerin Maria die Leprakranken des Johannishospitals auf den Thonberg, wo nach ihrem inbrünstigen Gebet eine Quelle aus dem Boden sprudelte. Sie ließ die Kranken aus der Quelle trinken, worauf bei diesen der Heilungsprozess eintrat. Gleichzeitig erschien an diesem Ort ein weißes Reh, das sonst im Garten des Propsts von St. Thomas seinen Aufenthalt hatte. Maria setzte sich auf den Rücken des Tieres und ritt in Richtung des Connewitzer Holzes fort.“

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts versiegte der Marienborn. Infolge des Baubooms in der Gründerzeit gab es durch Geländeeinschnitte beim Bahnbau, bei Gebäudefundamenten etc. gravierende Veränderungen in der hydrogeologischen Schichtung des Untergrundes.

 

*) „Stadtlexikon Leipzig von A bis Z“, Horst Riedel, Hrsg. PRO Leipzig, 2005; Seite 380