2013 08 Rote-Lupine Franz Eizinger wikiGeschichte: Die Kultur der Lupine reicht zurück in die Antike. Die eiweißreiche Pflanze wurde zur Gründüngung angebaut und nach der Entbitterung auch als Viehfutter verwendet. Im 12. Jahrhundert zogen diese Gewächse als Zier- und Heilpflanze in die Gärten ein.

Name: Die Bezeichnung Lupine stammt von lateinischen Lupus für Wolf und bezieht sich möglicherweise auf die wolfsgrau behaarten Hülsen oder auf den bitteren Geschmack der Samen. So ist eine weitere deutsche Bezeichnung auch Wolfsbohne.

Vorkommen: Lupinen wachsen an Waldrändern und Böschungen, häufig als Zierpflanzen in Gärten, und sie werden auch als Wildfutter angepflanzt. Lupinen dienen der Bodenverbesserung, da sie mit Hilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff im Boden aufbauen. Sie werden aus diesem Grunde auch untergepflügt.

Foto: wikipedia - Rote Lupine, Franz Eizinger

Beschreibung: Die Pflanze ist ausdauernd, wird bis 1,5 m hoch. Die Blätter sind fingerförmig, in 3 bis 15 Teilblätter untergliedert und unterseitig behaart. Schmetterlingsblüten blau, rot, weiß oder rosa, in 30 bis 50 cm langen aufrecht stehenden Trauben. Die Samen reifen in dicht behaarten Hülsen heran, die vielsamig und eingeschnürt sowie ca. 6 cm lang sind.

Blütezeit: Juni bis August.

Giftige Teile: Alle Pflanzenteile, besonders die Samen und das Kraut.

Giftige Wirkstoffe und Toxizität: Chinolizidin-Alkaloide, wie Lupinin als Hauptalkaloid und andere Nebenalkaloide. Mit der Wirkung des Giftes ist ab Aufnahme von zwei Hülsen (mit je 6 bis 7 Samen) zu rechnen. Die gelbe Lupine enthält als Hauptalkaloid Spartein.

Symptome: In etwa 6% der Vergiftungsfälle treten Speichelfluss und Erbrechen auf. Bei schwerer Vergiftung leidet der Patient unter Krämpfen. Es folgt eine aufsteigende Lähmung, die auch das Atemzentrum erreicht.

Erste Hilfe: Pflanzenteile aus den Mund- und Rachenraum entfernen sowie reichlich Flüssigkeit verabreichen.

Hinweise: Lupinensamen wirken entschieden giftiger, wenn sie durch feuchte Witterung und Überreife bereits verpilzt sind. Pilzgifte (Mykotoxine) können dann zu starken Magen- und Darmbeschwerden führen bzw. sich in Zittern, Unruhezustand und Atemnot äußern.

Als gutgemeinter Ratschlag zum Schluss für Jung- und Neugärtner: Beim Kauf von Zierpflanzen allgemein äußerst sorgsam und kritisch die Giftigkeit des Produktes prüfen. Man erspart sich und seinem Nachwuchs viel Sorgen.

Olaf Weidling - Gartenfachberater der Fachkommission des Stadtverbandes