2017 Johannistal 1832 4777 185 JahreDie älteste Kleingartenanlage in unserer sächsischen Heimat konnte im Juni 2017 dieses einmalige Jubiläum gebührend begehen. Mit dem Blick auf das Geburtsjahr der Gartenanlage im Jahre 1832 macht das „Tal“ doch einen sehr guten Eindruck, auch wenn die große alte Johannistaler Eiche am Vereinshaus im Laufe der Jahrzehnte durch Wind und Wetter arg gezeichnet wurde. Sie könnte erzählen, wie es so war, wie es begann und warum es immer wieder Menschen gegeben hat und gibt, welche die Gärten im Johannistal liebevoll pflegen.

Foto - Verein: Das Banner am Eingang Johannisallee kündet vom großen Ereignis  / Besuchen Sie auch unsere Fotogalerie / Kinder- und Sommerfeste in Leipziger KGV 2017

 

Diese alte Eiche könnte berichten von den vielen fleißigen Menschen, die sich in Zeiten von Krieg, Elend, Not, Hunger und die vielen Kriegsopfer bemühten, mit ihren Kleingärten das tägliche Dilemma „was haben wir zu essen“ ein wenig aufzubessern. Im Vordergrund dieser Zeit stand natürlich besonders der Anbau von Obst und Feldfrüchten, wie Kartoffeln, Kohl, Bohnen und Rüben. Manch einem Älteren wird das auch wieder in Erinnerung gekommen sein, wenn er an die Jahre nach dem zweiten Weltkrieg denkt. Doch während und auch nach der schlimmsten Zeit verlieren die Menschen nicht ihre Hoffnung auf Besserung. Nach jedem strengen Frost und Winter folgt immer wieder ein Frühling mit blühenden Bäumen. Die Blumen entfalten ihre prachtvollen Farben.

So war es auch ganz am Anfang, als die Menschen am Johannistag aus dem alten Friedhof kamen, wo sie die Gräber ihrer Verstorbenen pflegten und dann bei Fröhlichkeit und Gemütlichkeit den Sommer begrüßten. Auch wenn wir aus der Geschichte wissen, dass es im Laufe der Jahre „Übertretungen“ der Ausgelassenheit gegeben hat, die Fröhlichkeit und das Lachen der Menschen, insbesondere unserer Kinder, sind erhalten geblieben und heute besonders zum Kinder- und Sommerfest im Tal zu hören und zu erleben.

2017 Johannistal 1832 4809 185 JahreErstmals in der Geschichte des Vereins haben wir Kinder zum Kindertag am 1. Juni eingeladen. Dieser Tag stand allen Kindern offen. Ob es nun Büchsenwerfen, Sackhüpfen, Eierlauf oder Malwettbewerb war, alles wurde von den Kindern mit Begeisterung angenommen. Und die kleinen Preise für die Sieger (Verlieren gab es nicht!!) erzeugten ein Leuchten in ihren Augen. Dank der Animation durch das Ehepaar Kirschen verging die Stunde wie im Fluge. Die Eltern wie auch die Kinder sagten Danke für den schönen Nachmittag im Johannistal.

Foto - Verein: Die Kinder sind voll bei der Sache

2017 Johannismaennchen 0942 01Zur Eröffnung des Kinder- und Sommerfest am 23. Juni 2017 hatten sich wesentlich mehr Gartenfreunde in diesem Jahr eingefunden. Man merkte es, die Botschaft, wir sind „185“ geworden, war bei sehr vielen unserer Vereinsmitgliedern und Freunden angekommen. 

Die Historiker mussten aber vorher noch eine sehr angenehme Pflicht erfüllen. Sie waren wieder mit dem Johannismännchen (unserem holzgeschnitzten Wahrzeichen) für eine Stunde zu Gast beim Sommerfest der Tagesbetreuung der caritativen Einrichtung in der Seeburgstraße.

Das tun wir sehr gern und halten den Kontakt auch bereits mehr als 10 Jahre, verbunden mit Geschichte und Geschichten rund um das Johannistal. Mit einer Spende für unser Kinderfest kehrten wir zurück.

Foto - Verein: Das Johannismännchen

2017 Johannistal 1832 4684 185 JahreUnser Vereinsvorsitzender Kurt Neugebauer begrüßte zu Beginn der Veranstaltung alle Anwesenden. Als Ehrengäste konnte er den Vorsitzenden des Stadtverbandes der Kleingärtner Leipzig, Robby Müller, und den Vertreter der Generali-Versicherungen, Peter Holzke, herzlich willkommen heißen. In seiner interessanten Festansprache schilderte Kurt Neugebauer die Geschichte des Johannistales und hob darin einige Höhepunkte besonders hervor. Mit einem Glas Sekt für alle wurde das Jubiläum 185 Jahre Johannistal offiziell als eröffnet erklärt.

Foto - Verein: Vorsitzender Kurt Neugebauer begrüßt die Ehrengäste

2017 Johannistal 1832 4717 185 JahreAnschließend gab es Ehrungen und Dankeschön für viele fleißige Vereinsmitglieder. Eine besondere Auszeichnung erhielt das Ehepaar Elisabeth und Peter Köhler. Für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit sowie für „100 Jahre Familiengarten im Johannistal“ (siehe Artikel in der Juni Ausgabe des Leipziger Gartenfreundes) überreichte Robby Müller ihnen die Ehrennadel in Gold des Landesverbandes Sachsen. Der Leiter der Arbeitsgruppe Fachberater, Günther Schnabel, und unser Vereinsvorsitzender, Kurt Neugebauer, wurden mit der goldenen Ehrennadel des Stadtverbandes Leipzig geehrt. Musikalisch untermalt wurde alles von unserem Vereinsmitglied Erik Schober am Keyboard. In gemütlicher Runde klang der Tag aus.

Foto-Verein: Würdigung des Ehepaares Elisabeth und Peter Köhler durch Kurt Neugebauer (l.) und Robby Müller (2.v.r.)

Am nächsten Morgen trafen die ersten Verkaufsstände ein und boten ihre Waren entlang des Hauptweges zum Verkauf. Der „Versorgungstrakt“ für das leibliche Wohl fand auch seinen Platz. Hüpfburg, Pony-Reiten, Bastel- und Schminktisch warteten auf die Kinder, die bald alles freudig eroberten. Am Nachmittag stand für die Kinder eine große Clown-Show auf dem Programm. Die Begeisterung der Kinder war sicher über das ganze Johannistal zu hören. Mit kleinen Zaubertricks verblüffte das Clown-Paar nicht nur die Kinder. Natürlich wurden sie mit einbezogen, denn Stillsitzen geht bei Kindern schlecht. Eine echte Herausforderung für sie war der „Limbo-Tanz“ unter der immer tiefer gelegten Stange. Den krönenden Abschluss bildete eine Polonäse mit den Kindern unter einer langen Tuchschlange mit allerlei Beiwerk, wie bunte Schirme, Mützen, Perücken u. ä. lustige Dinge. Die Clowns wurden mit einem großen Applaus verabschiedet.

Unser Abendprogramm enthielt den Auftritt eines Künstlers in Sachen Dialekt. Wie kann es anders in Leipzig sein, natürlich „echt sächsisch“. Hier wurden die Anwesenden geprüft und gefordert, ihr Wissen und Verstehen zu beweisen. Das war für alle Beteiligten sehr amüsant. Natürlich durften an diesem Abend Verse von Lene Voigt nicht fehlen.

Später wurde es unter dem Terrassendach noch „mystisch und zauberhaft“. Der Magier ließ z.B. Münzen verschwinden und an anderer Stelle wieder erscheinen. Er verwandelte auch einen 10-Euro-Schein in einen „100-er“, was unsere Schatzmeisterin natürlich sehr interessierte. Dieser Trick wurde aber leider nicht preisgegeben.

Nachdem das offizielle Programm endete, trat unsere DJ-Olaf auf den Plan. Mit seinem unendlichen Repertoire an Musik animierte er nun, die Beine auf der Tanzfläche zu lockern. Es gab keinen Musikwunsch, den er nicht erfüllen konnte. In loser Folge spielte Olaf alte Film-Musiken ein zum Mit-Raten für die Gäste des Abends.

Das Wetter spielte in diesem Jahr komplett mit und die Kinder wie auch die Erwachsenen hatten viel Freude bei allen Veranstaltungen. An der Versorgung mit Speise und Trank mangelte es nicht. Der Dank der Vereinsmitglieder an diejenigen, die alles vorbereitet haben, ließ nicht lange auf sich warten. Der traditionelle Sonntags-Frühschoppen mit der Auszählung der Spenden-Gießkanne beendete das Jubiläumsfest 2017. Nach dem Fest ist vor dem Fest. Schon liegen Visionen für 2018 vor.

Dank an alle Beteiligten und der Wunsch, dass wir uns auch in ferner Zukunft noch am Grün im Tale erfreuen können.

Winfried Heydel / Wolfgang Preußler - KGV "Johannistal 1832"