Neu Lindenau Schlange 1024

Der Wettervorhersage vom Freitag, dem 13. Mai - also ein Tag vor der 7. Wanderung durch Leipziger Kleingartenanlagen - prophezeite für den Sonnabend ideales Wanderwetter und tatsächlich gab es auch erst am späten Nachmittag den angekündigten Niederschlag.

Bereits eine halbe Stunde vor dem Start hatte sich eine fast kaum überschaubare Anzahl an Wanderbegeisterten unterschiedlichen Alters im Umfeld der Vereinswiese des Kleingärtnervereins (KGV) "Neu-Lindenau" e.V. eingefunden. Nicht nur aus allen Stadtteilen Leipzigs sondern u.a. auch aus Zeitz und Chemnitz hatten sich Wanderfreunde "auf Schusters Rappen" gemacht.

Fotos: SLK

Kurz nach 10 Uhr begrüßte der Vorsitzende des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner e.V. (SLK) Robby Müller die Gekommenen in der schmucken Anlage des KGV "Neu-Lindenau" e.V., die von den Vereinsmitgliedern unter der Regie des Vorsitzenden Bruno Wolber vorzüglich hergerichtet wurde. Robby Müller gab einen kurzen Abriss zu den bisherigen Wanderungen, die 2005 mit der ersten Premiere hatten. Inzwischen wurden, die 7. Wanderung mit eingerechnet, 53 KGV besucht, 42 km gewandert und rund 2.000 Wanderfreunde gezählt.

Neu Lindenau Begruessung HR 1024

Im Anschluss an den SLK-Vorsitzenden ergriff der Bürgermeister für Umwelt, Ordnung und Sport Heiko Rosenthal (Foto links) das Wort und wünschte den Teilnehmern angenehme und erlebnisreiche Stunden unter dem Motto, anstelle der "Schuhe" der Autos, den Reifen, doch heute die eigenen zu nutzen. Nach dieser, wie bei jeder Wanderung obligatorischen Eröffnung, wurde die rund 8 km lange Wanderstrecke freigegeben.

Eine lange Schlange (Foto oben) formierte sich an der Ausgabestelle für die Wanderhefte. Rund 500 Teilnehmer nahmen die kleinen Hefte mit der Streckenbeschreibung und den Seiten für die Stempeleinträge an den einzelnen Etappenzielen in Empfang. Unter ihnen waren auch die Stadträte Konrad Riedel (CDU) - Vorsitzender des Kleingartenbeirates der Stadt Leipzig -, Claus Müller (SPD) - Stellvertretender Vorsitzender des Kleingartenbeirates - und Jens Herrmann (DIE LINKE) sowie das Mitglied des Sächsischen Landtages Dr. Volker Kühlow (DIE LINKE) und der Geschäftsführer des Stadtverbandes Chemnitz der Kleingärtner e.V. Jens Peter.

Kleiner Palmengarten Interview2 1024

Die Route der 7. Auflage führte durch die ehemals von der Industrie stark geprägten Stadtteile Lindenau und Leutzsch. Die erste Etappe führte von der KGA "Neu-Lindenau" entlang der Bahntrasse zu den "Westendgärten".

Nach Querung der Demmeringstraße gelangten die Teilnehmer in den "Kleinen Palmengarten". In der Anlage gab der Vorsitzende des SLK dem Fernsehteam des ZDF ein Interview (Foto rechts).

Aus dem "Kleinen Palmengarten" ging es die Treppe hinab zur Lützner Straße unter der Bahnbrücke hindurch und zur Dürrenberger Straße und die Geraer Straße. Am Ende der Straße erreichte man die KGA "Quecke" und kurz darauf "Phönix 1894". Hier machten viele Wanderbegeisterte eine erste Rast.

Hoffnung West Rast 1024

Wer keinen freien Platz fand, zog nur ein paar Schritte weiter und konnte sich in der Anlage "Hoffnung West 1926" niederlassen. Vereinsvorsitzender Ronald Arnold empfing von der Terrasse des Vereinshauses die Ankommenden per Mikrofon und stellte seinen Verein auf interessante Art und Weise vor (Foto links).

Aus der Anlage der "Hoffnung West 1926" heraus war nun die Merseburger Straße zum nächsten Etappenziel zu überqueren. Im vorausgeplanten Zeitraum, in dem der Großteil der Wanderer diesen Knotenpunkt zu passieren hatte, war die Polizei zugegen und sperrte schubweise die beiden Fahrspuren, so dass ein gefahrloses Hinüberwechseln auf die andere Straßenseite möglich war.

L Leutzsch Zur Stempelstelle 1024

 

Die Gartenfreunde vom KGV "Leipzig-Leutzsch" e.V. - im Volksmund als Weinberggärten bekannt - hatten sich einen ausgefallenen Wegweiser zur Stempelstelle einfallen lassen (Foto rechts).

Daneben lud die Gaststätte zum Verschnaufen ein. Woher all die ausrangierten Schuhe (oder vielleicht nur ausgeliehenen) stammten, blieb (vorerst) ein Geheimnis der "Weinberggärtner". Man brauchte nur den "Schuh-Wegweisern" durch die Gartenwege zu folgen und so konnte man den Ausgang an der Franz-Flemming-Straße nicht verfehlen.

 

Entlang dieser Straße, die früher mit Fabriken "gespickt" war, gelangt man zur neu gebauten Rückmarsdorfer Straße, die zu kreuzen war. Hier erreichte man die KGA "Nach Feierabend", in der wiederum viele rasteten. Nach dem Rundgang durch die Anlage ging es weiter bis zur Lichtsignalanlage an der Merseburger Straße, die damit gequert wurde. Nun ging es ein kurzes Wegstück entlang der stark befahrenen Straße. An der Anhöhe der Brücke über die Zeitzer Bahnstrecke gabelte sich die Streckenführung. Entweder man begab sich auf die Brücke für ein attraktives Foto oder man lief am Sportplatz des SV Nordwest vorbei zur KGA "Fortschritt".

Auch in diesem Jahr gibt es wieder einen Fotowettbewerb, in dem die aussagekräftigsten Aufnahmen, die den Charakter der Wanderung zeigen, prämiert werden.Fortschritt Baumpflanzung1 1024

Im Schreberverein "Fortschritt" e.V. wurde der ehemalige und verdienstvolle Vorsitzende des Vereins Günter Swinka von Bürgermeister Heiko Rosenthal mit der Pflanzung eines Baumes ausgezeichnet (Foto links). Zur Würdigung seiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Kleingartenwesen ist eine Gold-Ulme gepflanzt worden. Die Gartenfreunde, des 1899 gegründeten Schrebervereins hatten für die Wanderer das Traditionszimmer mit Dokumenten und Gegenständen aus drei Jahrhunderten geöffnet. Ebenso war die kulinarische Versorgung abgesichert. Per Mikrofon wurden die Wanderfreunde begrüßt und auf besonders interessante Daten zum Verein aufmerksam gemacht.

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An der Festwiese entlang und durch Nebengartenwege mit passabeln Parzellen zu beiden Seiten verließ man die Anlage des Schrebervereins "Fortschritt" e.V. an der Saalfelder Straße.

Nach einigen Metern las man am Eingang "Naturheilverein III". Auf dem Hauptweg erreichte man die Stempelstelle an der Vereinswiese. Im Vereinshaus hatten Vorstand und Mitglieder Chronikmaterialien zur Einsicht für Interessierte ausgelegt und man konnte sich über Details informieren (Foto rechts).

Weiter ging es auf dem Hauptweg bis zum Ausgang an der Zeitzer Bahntrasse.

Hier ging es entlang bis zum Margeritenweg. Das nächste Etappenziel war die kleinste aller diesjährigen Anlagen der Wanderung, die "Freie Scholle". Von den schmucken Gärten ging es wieder zur Saalfelder Straße. Das in den 1950er Jahren errichtete "Duncker-Viertel" beginnt hier auf der anderen Straßenseite.

Der Nebeneingang des Ausgangspunktes der Wanderung war alsbald erreicht. Wer nun in seinem Wanderheft die Stempeleinträge komplett hatte, konnte sich freuen und die beiden Coupons für ein Getränk sowie für eine Bratwurst oder ein Steak "eintauschen". Viele der Wanderer ließen sich anschließend bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein in der Anlage von "Neu-Lindenau" zu lockeren und angeregten Gesprächen nieder.