Hallo, hier ist wieder der "Garten-Olaf"

Liebe Gartenfreunde, den Witterungsverlauf der letzten Monate haben wir mit gemischten Gefühlen verfolgt. Jeder von uns stand im März „in den Startlöchern", um endlich in seinem Garten „loslegen" zu können. Aber die kalten Temperaturen bis minus 12 °C haben uns daran gehindert. Im gesamten meteorologischen Winter (1. Dezember – 28. Februar) schien die Sonne nur zu 55 % ihres langjährigen Solls. Der Januar war gar der dunkelste Monat seit 1951 laut den Wetteraufzeichnungen.

Meiner Meinung nach, liegen wir mit unseren Aussaatterminen drei Wochen zurück. Die Natur wird diesen zeitlichen Rückstand jedoch ausgleichen. Wie heißt es im Volksmund: "Pflanzt man im April, da kommt die Saat wann sie will. Pflanzt man im Mai, dann kommt sie glei´."

Also, nicht den Mut verlieren, laut Aussagen der Wetterfrösche steht ein echter Wonnemonat Mai ins Haus, der Höchstwerte von 25 °C bringen soll. Die Eisheiligen, die normalerweise zur Monatsmitte (11. – 15. Mai) Nachtfröste bringen, werden in diesen Jahr glimpflich ausfallen. Wenn es doch seien sollte, haben wir ja Vlies zum Abdecken unserer Gemüsebeete.

Boden: Schon in den ersten Maitagen gehört die Bodenpflege zu den wichtigsten Gartenarbeiten. An erster Stelle steht das Hacken. Damit sorgt man nicht nur für gute Bodendurchlüftung, sondern erhält auch die Bodenfeuchtigkeit. Zum einen kann Niederschlagswasser besser eindringen und zum anderen aber auch verhindert werden, dass im Boden befindliches Wasser verdunstet, denn durch den Kapillareffekt steigt das Wasser bis an die Oberfläche. Besonders nach starken Regenfällen ist das Auflockern wichtig. Wie besagt schon sinngemäß eine Gärtnerregel: „Ein Mal hacken spart drei Mal gießen". Ein weiterer Effekt des Auflockern ist, dass man das Wachstum der Wildkräuter stört bis unterbindet.

Im Mai darf es den Wurzeln der Pflanzen nie an Wasser fehlen. Kaltes Leitungswasser wirkt auf Pflanzen wie ein Schock. Es genügt, wenn das Gießwasser annähernd die Temperatur der Luft hat.

Tomaten abhärten und umpflanzen: Bevor die Tomaten ab Mitte Mai ihren endgültigen Standort im Garten erhalten, empfiehlt es sich, die Tomatenpflanze im Vorfeld abzuhärten, indem die Pflanze den Tag über an einen sonnigen Platz gestellt wird. Beim Abhärten sollte die Temperatur bei mindestens 8 °C liegen. Nach den „Eisheiligen" können die Pflanzen endgültig ins Freiland.

Tomaten pflegen: Pflanzen Sie die Tomaten nicht zu dicht. Sie benötigen ausreichend Luft und Licht. Stehen sie zu eng, besteht die Gefahr, dass durch mangelnde Luftzirkulation, zu viel Feuchtigkeit an den Pflanzen kondensiert, die die Tomate schwächt und anfällig für Krankheiten macht (Kraut- und Braunfäule).

Gemüsegarten: Gegenwärtig kann fast alles gesät werden. Für Rosenkohl und Grünkohl ist Anfang Mai der letzte Termin. Auch Zwiebeln und Schalotten sollten nicht später in die Erde. Vorhandene Lücken auf den Beeten können mit schnell wachsendem Gemüse (z.B. Spinat, Radieschen, Salat) geschlossen werden. Selbst empfindliche Pflanzen, wie Gurken oder Bohnen, dürfen ausgesät werden, da sich die ersten Blätter erst nach den Eisheiligen durch den Boden schieben. Gegen Ende Mai werden späte Möhren, Winterlauch und früher, schossfester Fenchel gesät. Ansonsten werden vorgezogene, abgehärtete Pflänzchen (u.a. Lauch, Kohlrabi, Sellerie, Salate und Kohl) in die warme Maierde ausgepflanzt. Achten Sie darauf, dass Zucchini, Tomaten und Paprika ebenfalls erst nach den Eisheiligen gesetzt werden.

In rauen Lagen kommen erst Anfang Mai die Kartoffeln in die Erde. In wärmeren Gebieten kann man die Frühkartoffeln dagegen schon leicht anhäufeln.

Die Hauptbeschäftigung in nächster Zeit ist das Unkrautjäten, damit sich die noch jungen Gemüsepflanzen ungestört entwickeln können. Bei Möhren und Rote Beete kommt es häufig vor, dass die Reihen zu dicht auflaufen. Zupfen Sie in regelmäßigen Abständen zu dicht wachsende Pflänzchen heraus.

Obstgarten: Ab Mitte Mai bis Ende Juni wird der Sommerriß an unseren Obstbäumen vorgenommen. Hier werden alle Neutriebe, die am Obstbaum nicht gebraucht werden, gerissen. Man reißt bei dieser Methode die schlafenden Augen mit heraus. An dieser Stelle entwickelt sich vorläufig kein neuer Trieb.

Wer Interesse am Sommerriss hat, kann am 3. Juni 2013, 18.00 Uhr zu meiner Vorführung in die Kleingartenanlage „Quecke", Hauschildstraße 9, kommen. Bis dahin wünsche ich uns allen einen wunderschönen Mai.

Bis zum nächsten Monat

Der "Garten-Olaf"