Hallo, hier ist wieder der "Garten-Olaf"

"Nur wer den Garten sorglich pflegt, weiß auch, dass er ihm Früchte trägt." Liebe Gartenfreunde, mit diesem Satz, der dem Volksmund entliehen ist, möchte ich dieses Mal starten. In diesen Monat ist der Zeitpunkt gekommen, für die Aussaat unserer beliebten Kartoffel. Bei meinen Rundgängen durch die Gartenvereine ist mir immer wieder aufgefallen, dass unsere Kleingärtner ihre Kartoffeln zu dicht in den Reihen legen. Sie sind vermutlich der Ansicht, viele dichte Reihen bringen umso mehr Ernteerfolge. Aber das ist ein Trugschluss. Die Kartoffel braucht viel Platz, um sich gut entfalten zu können. Ich bin mir auch sicher, dass in manchen Parzellen der Platz nicht ausreicht, um zu einer optimalen Ernte zu gelangen. Daher folgender Rat: „Je größer der Reihenabstand, umso optimaler die Ernteausbeute".

Aus alten Unterlagen geht hervor, dass die Kartoffel vor 5.000 Jahren in Südamerika kultiviert wurde. Von den Spaniern wurde die „Knolle" nach Europa gebracht. Mitte des 17. Jahrhunderts erkannte man im Vogtland, dass die Kartoffel nicht ins Blumenbeet gehört, sondern zum Verzehr gedacht ist. In der Mitte des 19. Jahrhunderts trat auf den europäischen Kartoffelfeldern eine Krankheit auf, die urplötzlich ganze Ernten vernichtete. Hier handelte es sich um die Kraut- und Knollenfäule, die auch heute noch Schäden anrichten kann. So kam es zu einer völligen Vernichtung der Kartoffelbestände in Irland in den 1840er Jahren und zu einer katastrophalen Hungersnot, der allein etwa 1 Million Iren zum Opfer fielen.

Bevor die ersten Kartoffeln gelegt werden, muss man sich über die Sorte im Klaren sein, denn die Wahl ist sehr wichtig für den Erntezeitpunkt.

  • Sehr frühe Sorten – z.B. Solist (vorwiegend festkochend), Knolle rund bis oval, hellgelb genetzt, Krankheitsabwehr gut. Erntezeitpunkt nach dem Pflanzen ca. nach 70 bis 90 Tage.
  • Frühe Sorten – z.B. Gala, Knolle rund, gelb genetzt. Krankheitsabwehr gut. Erntezeitpunkt nach dem Pflanzen rund 110 bis 140 Tage.
  • Mittelfrühe Sorten – Laura (vorwiegend festkochend), Knolle rund bis oval (mittelgroß), tiefgelb bis rot, besonders geschmackvoll, rotschalig, Krankheitsabwehr gut, Erntezeitpunkt nach ca. 140 Tagen (sehr beliebt).
  • Mittelspäte Sorten – z.B. Morena (vorwiegend festkochend), Knolle rundoval, hellgelbes Fleisch. Krankheitsabwehr gut, hohe Resistenz gegen Nematoden, Erntezeitpunkt ca. ab 160 Tage.

Jeder muss für sich selbst seinen Favoriten aus dem breitgefächerten Angebot auswählen. Ob man sein Pflanzgut in Baumärkten oder bei speziellen landwirtschaftlichen Betrieben erwirbt, ist jedem selbst überlassen. Bei Pflanzkartoffeln muss es sich um amtlich anerkannte Ware handeln! Dieses „Zertifizierte Pflanzgut" ist durch ein blaues Etikett oder eine blaue Banderole gekennzeichnet.

Vorkeimen von Pflanzknollen: Ich fülle meine Vorkeimkisten vier bis sechs Wochen vor dem Pflanztermin mit einer 2 cm starken Erdschicht. Der Vorteil des Vorkeimens ist, dass meine Kartoffeln schon anwurzeln und im Boden besser Wurzelmasse entwickeln. Danach bekommen sie einen Wärmeschub von 18 bis 20°C über zwei bis drei Tage. Zur Aufbewahrung reichen dann 10 bis 15 °C. Zu Beginn der Keimbildung an einem warmen Ort weiter vorkeimen. Bevor wir die Pflanzknollen in die Erde bringen, müssen wir sie einige Tage vorher bei 5 bis 8°C „abgehärtet" und dann beim Auspflanzen wieder auf 10 bis 15°C erwärmt werden. Beim Vorkeimen sollten sich 1,5 bis 2 cm lange, fest sitzende, gut ausgefärbte Lichtkeime gebildet haben.

Standort: Dieser sollte sonnig und mit einer guten Luftzirkulation sein. In windgeschützten Lagen trocknen die Blätter nach Niederschlägen langsamer ab, so dass sich hier die Kraut- und Knollenfäule entwickeln kann. Die Kartoffel ist nicht als Vorkultur für den Anbau von Erdbeeren geeignet. Bodenbürtige Pilze, die beim Kartoffelanbau auftreten können, schädigen auch die Wurzeln der Erdbeeren.

Düngung: Kartoffeln sind für organischen Dünger und Kompost sehr dankbar. Allerdings sollten die organischen Substanzen zur Vorkultur ausgebracht werden!

Boden: Dieser sollte gut durchlüftet sein und keine Staunässe aufweisen. Deshalb den Boden gut auflockern. Danach werden die Furchen für das Pflanzgut in einen Reihenabstand von 75 cm gezogen und die Knollen 5 cm tief in die Furche mit einem Abstand von mindesten 30 cm gelegt. Die vorgekeimten Knollen werden so in den Boden gelegt, dass die Lichtkeime nach oben zeigen! Anschließend werden die Reihen leicht angehäufelt. Das Auflegen von Vlies bis etwa Mitte Mai nach den Eisheiligen trägt zur Wachstumsbeschleunigung bei. Während der gesamten Kulturzeit sollte zwei bis drei Mal angehäufelt werden. Vergessen Sie das Giesen und das Entfernen der Wildkräuter nicht. Viel Erfolg bei der Ernte.

Gemüsegarten: Bei drohendem Nachtfrost frisch gepflanztes Gemüse mit Folie oder Vlies abdecken. Bleibt das Vlies längere Zeit über den Pflanzen liegen, wird regelmäßig gelüftet. Kontrollieren Sie dabei das Gemüse auf Schädlings- und Krankheitsbefall. Ab Mitte April fliegt wieder die Zwiebel- und Möhrenfliege. Deshalb auf Mischkultur setzen: Zwiebel und Möhre nebeneinander auf dem Beet pflanzen. Wenn das nicht gegen diese Schadinsekten hilft, legen Sie ein Gemüsenetz über ihre Pflanzen (im April beginnt z.B. die Flugzeit des Kohlweißlings). Haben Sie Probleme bei der Aussaat von Bohnen, ein Tipp von mir, ziehen Sie ihre Bohnen in Töpfen vor. Dadurch haben Sie kein Problem mit der Bohnenfliege und dem Schneckenfraß und Sie können ihre Bohnen gleich im richtigen Abstand setzen.

Obstgarten: Dem Birnengitterrost vorbeugen. Mitte bis Ende April sind an anfälligen Zierwachholderarten (Juniperus) Symptome von Birnengitterrost sichtbar. Verdickte Stellen an den Ästen, aus denen eine orangefarbene, schleimige Masse hervorquillt. Noch bevor die Krankheit auf Birnbäume übergeht, kann sie zum jetzigen Zeitpunkt wirkungsvoll bekämpft werden. Die Rodung befallener Zierwacholder unterbindet den Infektionskreislauf zuverlässig. Eine weitere Maßnahme gegen Birnengitterrost ist die Spritzung mit Duaxo Universal Pilz-frei. Anwendung ab Mitte April (kurz nach der Blüte) vier Behandlungen in 7 bis 14-tägigem Abstand. - Bis zum nächsten Monat

Der "Garten-Olaf"