Hallo, hier ist wieder der "Garten-Olaf"

Liebe Gartenfreunde, bis zum Ende des Monats sollte der Obstbaumschnitt abgeschlossen sein. Ausnahmen sind Pfirsich und Aprikosen. Diese werden besser erst zur Zeit des Austriebs geschnitten, wenn Frostschäden erkennbar sind.

In vielen Kleingärten gibt es noch alte Obstbäume, die einen fachgerechten Schnitt bislang wohl noch nie erlebt haben. An diesen Bäumen wird das Fruchtholz teilweise zu dicht stehen. Die daran wachsenden Früchte bleiben klein und reifen nicht richtig aus. Hier erreicht man mit Schere und Säge – später ersichtlich – erstaunliche Veränderungen. Nach dem Herausnehmen von totem, krankem, hängendem oder schwachem Fruchtholz, erwachen die Bäume wieder zu neuem Leben!

Auf Auslage schneiden: Das bedeutet, je steiler Äste und Triebe stehen, umso stärker treiben sie, bilden aber kaum Fruchtholz. Die Gerüstäste deshalb so schneiden, dass sie auf einen mehr waagerechten Seitentrieb enden. Je waagerechter ein Trieb steht, umso schwächer ist der Wuchs stark treibender Obstgehölze und es fördert die Blütenbildung. Bei kleinen Baumformen ist das Herunterbiegen von steil stehenden Trieben ratsam, dadurch wird die Blüte gefördert.

Beim Winterschnitt der Obstgehölze sollte man einen trockenen, möglichst frostfreien Tag auswählen. Bei Temperaturen unter -5° C ist das Holz brüchig und es entstehen leichte Wunden, die schlecht verheilen. Nach dem Schnitt den Boden lockern, damit ausreichend Wasser und Luft zu den Wurzeln gelangt, denn beim Schneiden der Obstgehölze tritt man diesen unweigerlich fest.

Für die Stärkung der Obstbäume ist eine Mischung aus Urgesteinsmehl und Kompost als Humus bzw. Nährstoffquelle nun angebracht. Das Urgesteinsmehl enthält für die Pflanzenernährung wichtige Spurenelemente und sorgt auch mit dafür, dass der Boden nicht versauert und Nährstoffe von den Wurzeln der Pflanzen problemlos aufgenommen werden können.

Wichtige Merkgrundsätze für den Baumschnitt: Ein ständiges Einkürzen der Langtriebe (sogenannter „Schnippelschnitt") bewirkt nur ständigen Neuaustrieb und schiebt gleichzeitig den Ertragsbeginn weiter hinaus. Nach der Erziehungsphase des Baumes heißt es ja auch: Ein Trieb bleibt ganz dran – oder er kommt ganz ab, aber eingekürzt wird nicht!

Mit zunehmender Erwärmung treten die ersten Schädlinge auf. Hier handelt es sich meist um Schädlinge, die als Eigelege auf unseren Obstbäumen überwintert haben, z.B. Blattläuse. Damit wir frühzeitig einem starken Befall vorbeugen, müssen die Obstbäume behandelt werden. Ich schlage ihnen das Spritzmittel „Pomonal Neu" von der Firma Neudorff vor. Bei der Spritzung kommt es entscheidend darauf an, die Obstbäume möglichst gleichmäßig zu benetzen. Denken sie bitte daran, bei allen durchzuführenden Spritzungen (gegen Pilzkrankheiten) müssen sie mit reichlich angesetzter Spritzbrühe arbeiten. Die Blätter und Äste müssen tropfnass besprüht werden.

Die Behandlung unserer Obstbäume gegen Pilzkrankheiten ist äußerst wichtig. In der ersten Entwicklungsphase der Laubblätter ist permanent mit Pilzinfektionen zu rechnen. Wie können wir uns dagegen wappnen? Eine vorbeugende Behandlung umfasst drei Spritzungen: Vorblütenspritzung, Blütenspritzung und Nachblütenspritzung. Wenn sie diese Spritzungen verpassen, kann es schon zur Infektion des Obstbaumes gekommen sein. Aus meinen langjährigen Erfahrungen heraus empfehle ich ihnen „Duaxo-Universal Pilz-frei" von der Firma Compo. Dieses Pflanzenschutzmittel (PSM) hilft gegen Birnengitterrost, Schorf am Apfel, Kräuselkrankheit, Monilia Spitzendürre und Echten Mehltau sowie an Gemüsekulturen und Zierpflanzen.

Liebe Gartenfreunde, Gedanken sollte man sich nun auch über die generelle Flächennutzung, den Anbauplan und die Einteilung der Beete für die neue Saison machen. Zunächst sind Lage und Größe der Beete festzulegen. Man zeichnet am besten einen Grundrissplan. Beim Abstecken der Beete ist sinnvollerweise eine Breite von 1,20 m einzuhalten, da ein durchschnittlich großer Mensch von beiden Seiten die Mitte des Beetes dadurch erreichen kann. Die Breite der Wege zwischen den einzelnen Beeten sollte mindestens 30 cm betragen. Wenn man die Einteilung der Beete flexibel halten möchte, sollten die Wege nicht befestigt werden. Eine saubere Abgrenzung zwischen Beet und Weg sind zusätzliche niedrige Einfassungen (keine Asbestplatten!). Wenn viele Schnecken im Garten sind, sind die Beete am besten mit stabilen Schneckenzäunen zu sichern, um einen „Kahlfraß" zu vermeiden.

Das benötigte Saatgut für die Beete lässt sich nun aus den festgelegten Flächen der Beete und den Pflanzabständen der Kulturen zueinander ableiten. Z.B. kann man Kohlpflanzen bei 1,20 m Beetbreite in drei Reihen anbauen, wobei zwei Reihen in 10 cm Randabstand liegen und die dritte genau in der Mitte. Somit haben die Reihen zueinander 50 cm Abstand und in den Reihen haben die Pflanzen ebenfalls 50 cm Abstand zueinander. Da der Kohl anfangs den freien Raum nicht gänzlich ausfüllt, kann Frühsalat und Frühkohlrabi als Zwischenpflanzung dienen.

Bei der Saatgutplanung müssen wir uns auch im Klaren sein, was zu welchem Zeitpunkt gesät, gepflanzt und vorkultiviert werden muss. Damit sind wir bei der Fruchtfolge mit dem Fruchtwechsel, welche über Erfolg oder Misserfolg des Ertrages ebenso mitentscheidend ist.

Mit Fruchtfolge ist der aufeinander folgende Anbau verschiedener Kulturen gemeint. Einer Vorkultur folgen in der Regel ein bis zwei Kulturen pro Vegetationsperiode. Unter Fruchtwechsel versteht man den Wechsel zwischen den unterschiedlichen Fruchtarten im Zuge der Kulturfolge. Entscheidend ist hierbei die Berücksichtigung der Zugehörigkeit zur Pflanzenfamilie.

Die Bohne gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler. Die Gurke zur Familie der Kürbisgewächse. Möhren sind Doldenblütler und Zwiebeln gehören zur Familie der Liliengewächse. Diese zwei Familien vertragen sich sehr gut.

Wenn Sie Genaueres wissen möchten, kommen Sie an den Stand des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner auf der Messe „Haus-Garten-Freizeit", Halle 1, vom 9. bis zum 17. Februar. Dort beantworten Ihnen die Gartenfachberater alle Fragen rund um das Kleingärtnern.

Der Garten Olaf