Hallo, hier ist wieder der "Garten-Olaf"

Ich war wieder einmal unterwegs zu Gesprächen über den Gartenzaun. Für uns Fachberater ist es wichtig, direkt mit den Pächtern zu sprechen, denn so mancher hat den Sinn der kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit noch nicht verinnerlicht oder hat so seine „Schwierigkeiten" damit. Das Bundeskleingartengesetz ist nun einmal die Richtschnur für das Kleingartenwesen in Deutschland und Gesetze sind einzuhalten. Hier haben die Fachberater in den Vereinen in Zukunft noch eine Menge an Überzeugungsarbeit zu leisten. Besonders richte ich mein Augenmerk auf die jüngeren Kleingärtner und Neupächter. Hier können wir unser Wissen gezielt weitergeben, finden offene Ohren und vernehmen auch Dankesworte.

Von vielen Gartenfreunden hörte ich, dass in diesem Jahr gehäuft Aprikosen und Hibiskus eingegangen sind. Dabei handelt es sich um die Verticillium-Welke, einer Pilzkrankheit von Pflanzen. Der Pilz Verticillium existiert im Boden und befällt von dort aus die Pflanze. Das Schadbild hat folgendes Aussehen: Die Blätter welken und fallen ab trotz ausreichender Wassergabe. Einzelne Triebe sterben ab, später folgen einzelne Zweige und Äste und am Ende der ganze Baum oder Strauch.

Vormals grüne und feste Blätter werden fahlgrün und schlaff. Wenn man die Rinde, besonders in Bodennähe und bei befallenen Trieben, abkratzt, kann man feststellen, dass die längs darunter liegenden Wassertransportbahnen bräunlich verfärbt sind. Die Ursache dafür sind vor allem der Schadpilz Verticillium dahliae und Verticillium albo-atrum, die im Boden vorkommen und die Bahnen für den Wassertransport der Pflanzen verstopfen. Für den Pilz Verticillium gibt es kein Bekämpfungsmittel. Einzig und allein hilft ein kompletter Bodenaustausch weiter. Es dürfte sich schwierig gestalten, wenn im Umkreis Pflanzen sind, die aufgrund der Erdanhaftung mit entfernt werden müssten.

Gemüsegarten: Die Ernte von Sommergemüse sollte jetzt abgeschlossen werden. Vor den ersten Frösten sind kälteempfindliche Kulturen, wie Tomaten, Paprika. Kürbisse, Zucchini und Bohnen abzuernten. Tomaten, die noch grün sind, können sie im Haus nachreifen lassen. Legen sie einen Apfel zwischen die Tomaten, dann geht der Reifeprozess schneller (Spender von Äthylen). Damit der Grünkohl bis zum Frostbeginn recht viel Blattmasse entwickeln kann, erhält er im September einen Stickstoff-Kopfdünger von 5 g N/m². In diesen Monat fällt auch die Zeit zum Aussähen von Feldsalat (Rapunzel, Vit). Feldsalat hat den Vorteil, dass man ihn auch bei Frost und Schnee ernten kann. Die Erntezeiten gehen bis Februar. Das bereichert den Esstisch im Winter. Die Pflanzung von Rhabarber ist im September günstig. Eine Vermehrung ist durch Teilung der Wurzelstöcke zu erreichen, sobald die Blätter gelb werden. Bei Spinat für den Frühjahrsbedarf ist die Aussaat bis zum 15. September vorzunehmen. Bei zu später Aussaat kommt der Spinat zu klein in den Winter, wodurch der Ertrag leidet.

Abgeerntete Flächen im Gemüsegarten eignen sich für die Aussaat von Gründüngungspflanzen, die zur Erhaltung eines fruchtbaren Bodens wertvoll sind. Schmetterlingsblütler (Erbsen und Bohnen) können Stickstoff aus der Luft binden und auf diese Weise den Boden für die Folgekultur „aufdüngen". Anfang des Monats ist es noch möglich, Phazelie (auch Bienenweide genannt) zur Gründüngung auszusäen.

Pflanzenschutz: Die Raupen des Frostspanners können im Frühjahr an Obstbäumen erhebliche Schäden durch Frass hervorrufen. Diese Schäden können ganz leicht verhindert werden, indem wir Raupen und Ameisen mittels Leimringen um die Baumstämme den Weg abschneiden. Damit unterbindet man einen Befall des Frostspanners. Da die Weibchen flügellos sind und für die Eiablage am Baumstamm hoch kriechen müssen, gehen sie sprichwörtlich „auf den Leim". Auch andere Schädlinge werden dadurch abgefangen. Sehr wichtig: Sammeln sie regelmäßig ihr Fallobst auf und lassen sie keine Fruchtmumien an den Bäumen hängen. Das ist schon der erste Schritt gegen Pilzerkrankungen.

Ich möchte mich noch einmal recht herzlich bei Ralf Hesse, Leiter der Garten-Fachkommission des SLK, für seinem „Praktischen Baumschnitt" von Steinobstgewächsen bedanken. Allen Gartenfreunden einen schönen „Altweibersommer".

Bis zum nächsten Monat grüßt Euch der Garten-Olaf