2012 07 Sommerriss 229zHallo, hier ist wieder der „ Garten-Olaf".

Bei meiner Gartenbegehung musste ich leider feststellen, dass dem Sommerriss zu wenig Beachtung geschenkt wird. Ich nehme an, dass viele Gartenfreunde von der Notwendigkeit des Sommerrisses zu wenig wissen. An dieser Stelle sind die Fachberater der Vereine gefragt. Sie sollen ihr Wissen über den Sommerriss an die Gartenfreunde weitergeben, indem sie dies vor Ort anschaulich demonstrieren und erläutern.

SLK-Foto: Demonstration des Sommerrisses durch Ralf Hesse (Leiter der Garten-Fachkommission des SLK)

Hier einige Anmerkungen dazu. Im Mai/Juni bildet der Obstbaum seine größte Blattmasse. Daher ist im Juni der günstigste Zeitpunkt für den Sommerriss. Dabei erreichen wir zwei Ziele: Erstens, das Triebwachstum wird begrenzt, wodurch die Bildung von Blütenknospen gefördert wird. Zweitens kann der Obstbaum die Nährstoffvorräte besser ausnutzen. Somit ist im nächsten Jahr eine volle Ernte gewährleistet.

In der Zeit, wo die unerwünschten Triebe grün und biegsam und noch nicht verholzt sind, können sie mit der Hand herausgerissen werden. Die dabei entstehenden Wunden heilen wesentlich besser als beim Schnitt! Durch das Herausreißen werden die sogenannten „schlafenden Augen", die man sonst beim Schnitt nicht erwischt, mit entfernt. An diesen Stellen ist ein Neuaustrieb ausgeschlossen.

Ein weiterer Vorteil des Sommerrisses ist die Optimierung des „Energiestroms" für die Obstgehölze. Im Mai und Juni sind die Triebe etwa 20 cm lang. Entfernt man diese Triebe erst im Herbst, sind sie teilweise fast einen Meter lang, d.h. die Energie wurde fehlgeleitet. Mit dem Sommerriss wird die Energie gezielt in die Reifung der Früchte und in das gewünschte Triebwachstum gelenkt.

Ich empfehle Ihnen, den Sommerriss zum richtigen Zeitpunkt vorzunehmen, um somit eine bessere Ernte einzufahren.

Worauf ist im Juli Augenmerk zu legen? An sehr warmen Tagen müssen Sie ihren Boden ständig auflockern. Das gilt nicht nur für die Gemüsebeete, sondern für alle Teile der Parzelle. Besonders nach einem Regenguss muss der Boden durchgehackt werden, da die Feuchtigkeit durch das Hacken länger im Boden bleibt.

Beim Hacken zwischen den Gurkenpflanzen muss man besonders aufpassen. Sie haben einen flachen Wurzelballen und können schnell beschädigt werden. Wenn wir schon einmal bei den Gurken sind, noch einige Ratschläge. Je früher man die Gurken erntet, umso schneller entwickeln sich die nachfolgenden Früchte. Lässt man die Gurken zu lange an der Pflanze, kann es passieren, dass sie einen Teil der nachfolgenden Früchte im Jugendstadium abstoßen. Ich ernte meine Gurken frühzeitig und lasse sie nicht lang werden. Der Vorteil ist, weniger Kerne im Inneren der Frucht.

Schneiden sie die Gurken mit einem Messer oder einer Schere ab. Beim Abreißen ist ein Beschädigen der Triebe kaum zu vermeiden. Es kann zum Absterben ganzer Ranken führen. Wenn die Gurken einen bitteren Geschmack haben, kann dies aus Wachstumsstörungen resultieren, z.B. wechselhafte Wetterbedingungen.

Was sie auf keinen Fall versäumen dürfen, ist das Düngen ihres Rhabarbers. Das garantiert im nächsten Jahr wieder eine gute Ernte. Frühkartoffeln sollte man erst ernten, wenn die Knollen ausgereift sind. Am besten wartet man, bis sich das Kraut gelblich färbt.

Die Erdbeerernte ist nun fast vorbei, jetzt geht es an das Säubern und Abranken der Erdbeerbeete. Um Erdbeerpflanzen zu gewinnen, schneidet man die Ausläufer der Mutterpflanze ab. Meine Erfahrungen sind, dass ich meine Ausläufer in kleine Pflanztöpfe setze und sie schön warm halte. Durch das separate Einpflanzen in Töpfe bekommen die Jungpflanzen einen schnelleren Wurzelballen und wachsen im Boden besser an. Wichtig ist, dass die Mutterpflanze gesund ist!

Erdbeerpflanzen sollten drei bis vier gesunde, gut ausgebildete Blätter, eine kräftige Herzknospe und viel Wurzeln haben. Juli und August ist die optimale Pflanzzeit für Erdbeeren! Das immer noch sehr oft zu beobachtenden Abmähen der Erdbeerblätter ist grundsätzlich zu verwerfen!

Beim Flug des Kohlweißlings sind alle Kohlarten, auch der Kohlrabi, durch die Eiablage gefährdet. In manchen Jahren kommt es durch die Raupen zum totalen Kahlfraß. Dem ist leicht vorzubeugen, indem man anstatt der Raupen die Eier vernichtet. Man findet sie als kleine Gelege an den Blattunterseiten. Durch ihre gelbe Färbung sind sie kaum zu übersehen und lassen sich leicht zerdrücken.

Ich wünsche allen Kleingärtnern hohe Erträge und viel Freude bei der Gartenarbeit und einen besser gelaunten Petrus im Juli.

Bis zum nächsten Monat grüßt Euch der Garten-Olaf