2012 05 HochbeetHallo hier ist wieder der „Garten-Olaf”; wie ich in der April-Ausgabe versprochen habe, geht es heute ums Hochbeet. Was soll so ein Hochbeet eigentlich bringen?

Zuerst ermöglicht es mir ein rückenschonendes Arbeiten, denn die Arbeit kommt mir ein Stück entgegen, die schmerzhafte Bückerei bleibt mir erspart. Dazu sollte das Hochbeet eine Arbeitshöhe von 0,80 m (Wandhöhe) haben, so zwickt’s auch nicht im Rücken.

Foto: SLK

Doch ein Hochbeet hat im Vergleich zur bodennahen Kultivierung weitere Vorteile. Auf dem Hochbeet wirken die fünf Elemente Licht, Wasser, Luft, Temperaturen und Nährstoffversorgung. Temperaturen von 70 bis 80 Grad Celsius im Inneren lassen die Pflanzen viel besser wachsen. Sie können enger ausgesät werden, weil sie mehr Licht und Luft bekommen. Die Wasserversorgung muss allerdings ständig gesichert werden. Besonderes Augenmerk braucht die Nährstoffversorgung.

Der gute Ertrag der Hochbeete ist vor allem den unteren Bodenschichten zu verdanken, die aus Gartenabfällen wie Ästen und Laub bestehen. Die durch deren Verrottung aufsteigende Wärme erhöht die Bodentemperaturen um fünf bis acht Grad. Die Pflanzen wachsen schneller und die Anbausaison dauert länger.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man sein Hochbeet nach Lust und Liebe bepflanzen kann. Wärme liebende Kulturen wie Kürbis, Melonen und Zucchini gedeihen am besten.

Der größte Vorteil ist die einfachere Schädlingsbekämpfung. Man kann Schädlinge besser erkennen und bei Bedarf schneller reagieren. Auf dem Hochbeet haben es z.B. Schnecken schwerer als in bodennaher Kultivierung.

Mit dem Hochbeet können schlechte Bodenverhältnisse im Garten, wie z.B. Staunässe, extreme Verwurzlung und durch Überschwemmungen verursachte Schäden, umgangen werden. Die Bodenbearbeitung ist sehr rückenfreundlich. So muss man sich z.B. beim Hacken zwischen den Pflanzen oder beim Jäten von Wildkräutern nicht bücken.

Da im Mai natürlich auch andere Arbeiten zu verrichten sind, schreibe ich in der nächsten Ausgabe etwas ausführlicher zum Aufbau eines Hochbeetes.

Im Gemüsegarten kann jetzt fast alles gesät werden. Für Rosen- und Grünkohl ist Anfang Mai der letzte Termin. Auch Zwiebeln und Schalotten sollten nicht später in die Erde. Vorhandene Lücken auf den Beeten können mit schnell wachsendem Gemüse, wie Spinat, Radieschen und Salat, geschlossen werden. Selbst empfindliche Pflanzen, wie Gurken oder Bohnen, dürfen ausgesät werden, da die ersten Blätter sich erst nach den Eisheiligen durch den Boden schieben.

Gegen Ende Mai werden späte Möhren, Winterlauch und früher, schossfester Fenchel gesät. Ansonsten werden vorgezogene Pflänzchen, wie Lauch, Kohlrabi, Sellerie, Salate und Kohl, abgehärtet und in die warme Maierde ausgepflanzt. Zucchini, Tomaten und Paprika dürfen erst nach den Eisheiligen gesetzt werden. In rauen Lagen kommen erst Anfang Mai die Kartoffeln in die Erde. In wärmeren Gebieten kann man die Frühkartoffeln dagegen schon leicht anhäufeln.

Meine Hauptbeschäftigung wird in der nächsten Zeit das Unkrautjäten sein. Es ist unbedingt notwendig, damit sich die noch jungen Gemüsepflanzen ungestört entwickeln können.

Bei Möhren und Rote Beete kommt es häufig vor, dass die Reihen zu dicht auflaufen. Zupfen Sie in regelmäßigen Abständen zu dicht wachsende Pflänzchen heraus. Bei früher Aussaat oder Aussaaten im Frühbeet und Gewächshaus können nun auch schon Salate, Radieschen und Kräuter geerntet werden.

Mitte Mai bis Ende Juni ist die Zeit für den Sommerriss an unseren Obstbäumen. Dabei werden alle Neutriebe, die wir am Obstbaum nicht haben wollen, gerissen. Man reißt bei dieser Methode die schlafenden Augen mit heraus. An dieser Stelle wächst dann vorläufig kein neuer Trieb.

So, liebe Gartenfreunde, das wäre es für diesen Monat, ich wünsche Ihnen viel Erfolg und gutes Gelingen bei der Gartenarbeit im Wonnemonat Mai.

Ihr Olaf Weidling - Gartenfachberater der Fachkommission des SLK