Im Januar liegt der Garten im Winterschlaf. Aber dennoch gibt es einiges zu erledigen.

Obstgarten: Fruchtmumien an Apfelbäumen sind Überwinterungsquartiere für die Monilia-Fruchtfäule. Wenn Sie zum Winterschnitt auf eine Leiter steigen, nutzen Sie die Gelegenheit, um auch die Fruchtmumien zu entfernen. Sonst entwickeln sich darin Sporen, die im Frühjahr ausgeschleudert werden und die Bäume erneut befallen. Alte Baumstämme haben meist eine lockere, brüchige Rinde, unter der viele Schädlinge überwintern, z.B. die Eier von Spinnmilben und Apfelbaumgespinstmotten. Kratzen oder bürsten Sie abgestorbene Rindenteile ab. Dafür gibt es spezielle Obstbaumkratzer. 

Obstbaumschnitt: An frostfreien Tagen oder bis wenige Grad Celsius unter null, kann man den Schnitt an Obst- oder Zierbäumen durchführen. Ist es kälter, können die offen liegenden Zellen der Schnittfläche durch Eisbildung platzen. Dies ergibt krankheitsanfällige Wunden. Alles was größer als ein Eurostück ist, wird mit Baumwachs behandelt. Gegen die Kräuselkrankheit sollte in der letzten Woche im Januar bei Knospenschwellung gespritzt werden (Pfirsich, Aprikose, Nektarine). Als Pflanzenschutzmittel empfehle ich ihnen Duaxo Universal Pilz-frei von Compo. Es hilft auch gegen Birnengitterrost, Echten Mehltau, Schorf sowie im Gemüseanbau, an Rosen und Zierpflanzen.

Gemüsegarten: Bei der Anbauplanung an Fruchtwechsel und Kulturfolge denken. Vor dem Kauf von frischen Samen müssen wir uns Gedanken machen, wie man seine Beete bepflanzen möchte. Bei der Planung sollte berücksichtigt werden, dass man sowohl innerhalb eines Jahres als auch von Jahr zu Jahr zwischen Gemüsearten unterschiedlicher Familien wechselt, damit sich Krankheiten und Schädlinge, die innerhalb einer Pflanzenfamilie auftreten, nicht ausbreiten können. Auch die Gründüngung muss in die Planung mit einbezogen werden. Zur gleichen Familie, den Kreuzblütlern, gehören bzw. Rettich, Kohlrabi, Radieschen und alle Kohlarten. Aber auch die Gründüngungspflanzen Raps und Senf. Auf diese Gründüngungspflanzen verzichtet man am besten im Gemüsegarten. Gefroren geerntetes Gemüse sollte in einem frostfreien, aber kühlen Raum langsam auftauen, sonst wird es weich. Besser bei frostfreiem Wetter ernten. Lagerung: Prinzipiell gilt, Gemüse regelmäßig in Augenschein nehmen, um schadhaftes Gemüse zu entfernen, bevor sich Schimmel und andere Pilzerkrankungen ausbreiten. Lagern sie Gemüse nicht neben Äpfeln, denn sie scheiden Äthylen aus, welches das Gemüse schneller welken lässt. Pflanzenschutz: Übergroße, kuglige Knospen an Haselnusssträuchern sind von der Haselnussgalmilbe befallen. Diese 0,2 mm großen Milben überwintern in den verdickten Knospen, die dann im Frühjahr nicht austreiben. Einzelne Knospen sollten jetzt abgezupft werden, stark befallene Astpartien dagegen abschneiden.

Was noch wichtig ist: Schnee hat ein erhebliches Gewicht. Damit Pflanzen und Hecken nicht zerdrückt werden oder Äste abbrechen (Schneebruch), sollte man den Schnee rechtzeitig herunterschütteln. Bruchgefährdete Pflanzen können vorsorglich zusammen gebunden werden.

Olaf Weidling - Gartenfachkommission