Hallo, hier ist wieder der „Garten-Olaf“.

2018 04 Walter J.Pilsak Hundsrose CC BY SA 3.0Wie bereits im Vormonat angekündigt, werde ich dieses Mal speziell auf Pflanzung, Schnitt, Pflege und Düngung von Rosen eingehen. Oft fragen mich rätselnde Gartenfreunde, wann und an welcher Stelle bringe ich mein/e Rosengewächs/e in den Boden?

Die optimale Zeitspanne liegt zwischen Oktober und Ende April. Wer im Frühjahr pflanzt, dessen Rosenstöcke können sicher anwachsen. Jedoch ist die Pflanze zuerst damit beschäftigt, ihr Wurzelwerk richtig auszubilden und erst danach mit dem Austreiben der Blüten.

Foto - Walter J. Pilsak: Hundsrose

Der erste Vorteil für die Pflanzung im Herbst ist, dass der Rosenstock in dieser Jahreszeit kein Blattwerk und Blüten hervorbringen muss. Alle Kraft geht direkt in das Wachstum des Wurzelgeflechts. Ein zweiter Herbst-Vorteil ist, dass die gewerblichen Produzenten (u.a. Baumschulen) im Herbst ihre Rosenfelder beräumen und die wurzelnackten Rosen bis zum Frühling in Kühlhäusern einlagern. Kaufen Sie zu diesem Zeitpunkt die wurzelnackten Rosen, so haben Sie frische Ware vom Feld. Denn eine Lagerung in den Kühlhäusern verringert die Qualität.

Pflanzen der Rosen: Bevor die Rosenstöcke eingepflanzt werden, sind sie ausreichend zu wässern! Dabei muss die Rose bis zur Veredlungsstelle im Wasser stehen. Containerpflanzen wachsen besser an, wenn der Topfballen so lange ins Wasser getaucht wird, bis Luftblasen aufsteigen.

Zweiter Arbeitsschritt ist die Vornahme des Pflanzschnittes. Die Triebe der Rosen werden auf etwa 20 cm zurückgeschnitten. Dadurch wird die Verdunstungsfläche reduziert. Pro Trieb sollten vier Knospen stehen bleiben! Vom Wurzelgeflecht werden beschädigte und abgestorbene Teile entfernt und die Enden sind etwas einzukürzen. Die verbleibenden Feinwurzeln sind zu erhalten, denn dies regt eine Neubildung an. Dritter Arbeitsschritt ist das Ausheben des Pflanzlochs. Es sollte einen Durchmesser von 50 cm haben.

Bei der Wahl des Standortes (sonnig bis halbschattig, je nach Sorte) müssen sie wissen, ob an der ausgewählten Stelle längere Zeit auch keine Rose gestanden hat! Sonst können Sie mit dem Problem der Bodenmüdigkeit konfrontiert werden. Diese äußert sich vor allem durch sogenannte Wuchsdepressionen: Die neuen Pflanzen wachsen schlecht an, treiben schwach aus und bilden kaum Blüten und Früchte. Auch die Wurzeln bleiben kurz und sind pinselartig verzweigt.

Die Veredlungsstelle muss beim Pflanzen 5 cm unter der Erdoberfläche liegen, damit sie vor Spannungsrissen durch die Wintersonne geschützt ist. Spannungsrisse entstehen, wenn zwischen intensiver Sonneneinstrahlung an Wintertagen und Nachtfrost ein übermäßiges Temperaturgefälle entsteht (Hochdruckwetterlagen).

Bevor Sie ihren Aushub wieder einfüllen, mischen sie den ihn mit Komposterde und einer Handvoll Hornspäne! Nach dem Auffüllen des Pflanzlochs wird die Erde mit den Füßen leicht angetreten, um die Hohlräume im Boden zu schließen. Danach kräftig angießen. Der letzte Arbeitsschritt ist das Anhäufeln bis in etwa 15 cm Höhe.

Pflege: Damit ihre Rosen lange so schön aussehen und blühen, brauchen sie auch regelmäßige Pflege. Welke Blüten müssen entfernt werden, damit sich keine Hagebutten bilden. Auch der regelmäßige Rückschnitt sollte nicht vergessen werden, denn der Sommerschnitt wird den Blütenreichtum anregen.

Aber wie schneidet man nun richtig? Im Frühjahr sind erfrorene und schwache Triebe auszuschneiden, ebenso altes Holz. Edelrosen sind auf eine Triebhöhe von ca. 20 cm zurückzuschneiden, die Triebe sollten aber mindestens drei bis fünf Augen besitzen, damit die Rose gut austreiben kann. Je höher man die Triebe stehen lässt, umso mehr Augen müssen an den Trieben vorhanden sein. Man sollte jedoch beachten, dass ein Mehr nicht immer die optimale Lösung ist. Je mehr man zurückschneidet, umso besser und kräftiger wird die Pflanze austreiben.

Im Sommer schneidet man bis zum nächst möglichen Auge zurück und entfernt so die verblühten Triebe. Um sich an einer kräftigen und gesunden Rose zu erfreuen, reicht der Schnitt nicht aus. Auch eine Handvoll Dünger hilft. Wenn man düngt, dann ab Mitte Mai und besonders mit einem Volldünger. Düngen kann man bis in die zweite Julihälfte, danach ist das Düngen einzustellen.

Erst im Spätherbst oder im beginnenden Winter kann man mit Phosphor und Kali den Pflanzen zu einem guten Start im nächsten Frühjahr verhelfen. Auch kann man mit Stickstoff vom März bis Anfang Juni düngen, um den Rosen ein gutes Wachstum zu ermöglichen.

In der nächsten Ausgabe alles über Krankheiten an den Rosen. Ich wünsche ihnen viel Erfolg.

Euer „Garten-Olaf“