Hallo, hier ist wieder der „Garten-Olaf“.

Auf der Messe „Haus-Garten-Freizeit“ fragten zahlreiche Besucher am Fachberaterstand, wann und wie pflanze ich Saatkartoffeln und wo bekomme ich diese her. Über die „Knolle“ oder den „Erdapfel“, wie man die Kartoffel regional auch nennt, nun so manch Wissenswertes:

„Wer Kartoffeln vorkeimt, hat einen lohnenswerten Vorsprung“. Ein wichtiger Grundsatz für das gute Wachstum von Kartoffeln ist das Vorkeimen. Während eine Seite meint, Kartoffeln müssen nicht vorgekeimt werden, schwören die andere drauf.

Was bringt das Vorkeimen der Kartoffeln?

Vorteil 1: Mit vorgekeimten Kartoffeln lassen sich höhere Erträge erzielen.
Vorteil 2: Durch das Vorkeimen wird die Kartoffel schneller erntereif. Nach der Aussaat kann die Kartoffel direkt ihre Triebe vorantreiben, was ihr einen Wachstumsvorsprung von etwa zwei Wochen verschafft. Vorgekeimte Knollen treiben auch in kälteren Böden weiter aus, während nicht vorgekeimte Kartoffeln einen warmen Boden zur Ausbildung ihrer Keime benötigen.
Vorteil 3: Der Wachstumsvorsprung macht die Knollen weniger anfällig für Krankheiten. Ihre Schale wird schneller fest und macht es Eindringlingen, wie Drahtwürmern und Pilzen, schwerer. Setzt oberhalb die Krautfäule ein, sind die Knollen robuster und zum Teil bereits erntereif.

Welche Kartoffeln eignen sich zum Vorkeimen?

Saatkartoffeln aus dem Handel sowie aus der eigenen Ernte vom Vorjahr. Gekaufte Speisekartoffeln sind nicht zu empfehlen. Sie sind meistens vorbehandelt. Saatkartoffeln müssen immer unversehrt sein, sind unbedingt dunkel zu lagern, damit sie nicht vorzeitig austreiben. Saatkartoffeln aus der eigenen Ernte bewahrt man bis zum zeitigen Frühjahr trocken, dunkel und kühl auf, am besten bei Temperaturen zwischen 4 bis 8 °C.
Mit dem Vorziehen beginnt man in etwa 4 Wochen vor der Aussaat. Frühkartoffeln kann man schon ab Februar vortreiben, mittelfrühe und späte Sorten ab März. Man legt die Kartoffeln nebeneinander in einer Obstkiste aus und stellt sie an einen hellen, trockenen Ort mit Temperaturen von 10 bis 14 °C. Die Kartoffeln sollten etwa 10 cm lange, feste Triebe entwickeln, 4 bis 6 sind ausreichend. Wer mag, kann die Obstkiste zusätzlich mit Pflanzerde und Reifekompost befüllen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, Kartoffeln im Garten zu pflanzen?

Generell werden Kartoffeln im Frühjahr in die Erde eingebracht. Der genaue Zeitpunkt richtet sich nach der ausgewählten Sorte. Wer zeitig ernten möchte, beginnt mit der Aussaat von Frühkartoffeln ab Mitte März. Die Saatkartoffeln werden in einem Reihenabstand von 65 cm zueinander angeordnet. In der Furche werden sie im Abstand von 30 cm eingelegt. Die Austriebe müssen nach oben zeigen, verrotteten Kompost als Dünger über das Saatgut geben, die Furchen locker mit Erde zu harken und vorsichtig angießen, so dass die Erde nicht weggeschwemmt wird.
Das Anhäufeln nicht vergessen! Kartoffeln müssen unbedingt angehäufelt werden (rund 8 bis 10 cm hoch). Das schützt nicht nur vor Frost, sondern auch vor Lichteinstrahlung und der Bildung grüner Stellen durch das giftige Solanin.
Beim ersten Anhäufeln nach der Aussaat, entsteht durch Harken über der Furche ein Damm. Schauen später erste Triebe heraus, wird eine neue Erdschicht darüber angedeckt. Während des Wachstums kann man zusätzlich düngen. Ich empfehle ihnen immer einen organischen Dünger zu verwenden anstelle eines synthetischen!
Das ist immer besser, um das Aroma der Kartoffeln zu erhalten. Als organische Dünger eignen sich Hornspäne und Mist. Diese werden direkt auf die Erde aufgebracht.
Vor dem Einsatz organischer Dünger sollte eine Bodenanalyse vorgenommen werden. Diese können Sie in der Geschäftsstelle des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner (SLK) abgeben. Vorab können Sie dort ein Faltblatt erhalten, in dem steht, wie die Probe zu entnehmen ist. Auch von der SLK-Webseite haben Sie die Möglichkeit, das Faltblatt unter „Download Gartenthemen“ [Bodenuntersuchung (1) und (2)] herunterzuladen und auszudrucken.
Bei Verwendung synthetischer Dünger sollten diese Magnesium, Stickstoff, Kalium, Phosphate und Schwefel enthalten. Der Vorteil ist, dass sie nährstoffreich sind; Nachteile jedoch verfälschtes Aroma, geringe Lagefähigkeit, steigende Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und die Gefahr der Überdüngung.

Welche Kartoffelsorten sind wann die richtigen? >>> Informationsblatt in der Geschäftsstelle des SLK

Annabelle: sehr früh, langoval, Schale gelb, Fleisch gelb, festkochend; besonders für Kartoffelsalat.
Anuschka: sehr früh, oval, Schale gelb, Fleisch gelb, sehr guter Geschmack, festkochend.
Christa: sehr früh, rund und mittelgroß, Schale gelb, Fleisch gelb, fein aromatisch, vorwiegend festkochend.
Rosara: sehr früh, langoval, rotschalig, vorwiegend festkochend.
Solist: sehr früh, langoval, Schale gelb, Fleisch hellgelb, sehr schmackhaft, vorwiegend festkochend.
Belana: früh, oval, Schale gelb, Fleisch gelb, festkochend; als Salatkartoffel.
Cilena: früh, lang, Schale gelb, Fleisch gelb, festkochend; für Salat- und Bratkartoffeln.
Gala: früh, langoval, Schale gelb, Fleisch saftig, gelb, vorwiegend festkochend.
Gunda: früh, oval, Schale gelb, Fleisch hellgelb, mehlig kochend.
Marabel: früh, oval, Schale gelb, Fleisch gelb, vorwiegend festkochend; als Pell- und Salzkartoffel.
Margit: früh, rund bis oval, mittelgroß, Schale gelb, Fleisch gelb, fein mehliger Geschmack.
Adretta: früh bis mittelfrüh, rund bis oval, Schale ockerfarben, Fleisch hellgelb, mehlig kochend; Einkellerungskartoffel.
Laura: mittelfrüh, rund bis oval, groß, Schale rot, Fleisch gelb, cremig, vorwiegend festkochend.
Lilly: mittelfrüh, rundoval, Schale gelb, Fleisch tiefgelb, vorzüglicher Geschmack, vorwiegend festkochend bis mehlig.
Linda: mittelfrüh, ovale, Schale gelb, Fleisch gelb, cremiger Geschmack, festkochend.
Violetta: mittelfrüh, langoval, Schale dunkelblau, Fleisch blau/violett, fest kochend; für Salz-, Pell-, Bratkartoffeln oder buntem Kartoffelsalat.
Agria: sehr spät, rund, mittel bis groß, Fleisch gelb, mehlig kochend mit feinem Geschmack.

Über die Ernte und Lagerung der Kartoffeln, zu Krankheiten sowie deren Herkunft werde ich dann in der nächsten Ausgabe berichten,

Bis zum nächsten Mal, Ihr „Garten-Olaf“