2017 01 Kraeuselkrankheit Taphrina deformans Rasbak CC BY SA 3.0Unter diesem Titel beantworte ich Fragen zu gartenfachlichen Problemen. Ihre Frage können Sie auch an die Geschäftsstelle des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner (SLK) übermitteln. Bitte Ihre Kontaktdaten (Telefon, E-Mail etc.) wegen möglicher Rückfragen nicht vergessen.

Hier ist also wieder der "Garten-Olaf". Ich wünsche allerseits noch ein gutes Neues Jahr, vor allem Gesundheit und Schaffenskraft für die Gartensaison 2017. Heute beantworte ich zwei Fragen.

(1) Was kann man gegen die Kräuselkrankheit an Pfirsich, Aprikose und Nektarine tun?

(2) Was ist bei der Fütterung der Vögel im Garten zu beachten?

Foto - Rasbak: Von der Kräuselkrankheit im fortgeschrittenen Stadium befallener Pfirsichbaum

(1) Für die Kräuselkrankheit am Pfirsich ist der Pilz Taphrina deformans verantwortlich. Erkennbar wird der Pilz erst dann, wenn sich die Blätter nach dem Austrieb in eine Wellenform verändern oder sich eben kräuseln. Auch wenn im Juni und Juli meist noch ein gesunder neuer Austrieb erfolgt, bleibt die Pflanze sehr geschwächt.

Die meisten Früchte fallen ab und auch die Knospenbildung für das nächste Jahr ist eingeschränkt. Bei sehr starkem Befall kann Gummifluss auftreten und ganze Triebe sterben ab. Das hat zur Folge, dass der Obstbaum schwächer wird und entfernt werden müsste. Das ist jedoch nicht unserer Absicht.

Die Sporen des Pilzes überwintern als Myzel auf Knospenschuppen und Trieben. Wenn sich die Knospenschuppen leicht öffnen, kann der Pilz bei feuchter Witterung schnell eindringen und eine Infektion bewirken. Die Pilzsporen werden durch Regen direkt zwischen die jungen Blättchen hinein gespült. Dort keimen die Krankheitserreger aus und führen zu der Deformierung der Blätter.

Die einzige Bekämpfungsmöglichkeit ist im Zeitraum, wenn die Knospen schwellen. Der Beginn des Knospenschwellens hängt stark von der Witterung ab. So kann es z.B. in sehr geschützten Lagen schon im Dezember/Januar soweit sein, dass bei tagelang mildem Wetter (über 13 °C) die Knospen anfangen zu schwellen. Jetzt ist die erste Behandlung erforderlich. Wenn es anschließend wieder kalt werden sollte, kann schon die erste Infektion eingetreten sein.

Bei einem erneuten Temperaturanstieg vergrößern sich die Knospen abermals und es ist eine zweite Behandlung erforderlich. Es können vom ersten Knospenschwellen bis zum vollständigen Öffnen sogar drei Spritzungen notwendig sein. Der Spritzabstand liegt etwa bei zwei bis drei Wochen, abhängig von Temperatur und Niederschlag. Alle Maßnahmen sind nur erfolgreich, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt werden (bei Knospenschwellung). Permanent Obacht geben und startbereit sein! Ist späterer Befall sichtbar, sollten die betroffenen Triebspitzen und Blätter baldmöglichst entfernt werden, um eine Vermehrung und Verbreitung der im Mai sich neu bildenden Pilzsporen zu verhindern.

Tipp: Das Schwellen der Knospen ist oft nicht zu erkennen. Man kann zu einem einfachen Mittel greifen, indem man einige Triebteile im Januar mit wetterfestem Farbspray besprüht. Platzt die Farbe von den Knospen ab, haben diese sich vergrößert und die Behandlung ist vonnöten.

Sehr Wichtig: Im Haus-und Kleigartenbereich dürfen ohne Sachkundenachweis nur Pflanzenschutzmittel angewandt werden, die für nichtberufliche Anwender zugelassen sind! Sie sind durch die Aufschrift „Anwendung durch nichtberufliche Anwender“ gekennzeichnet. Als Mittel empfehle ich ihnen Duaxo Universal Pilz-frei von der Firma Compo. Lesen sie den Beipackzettel vor Beginn des Gebrauchs genau durch.

(2) Der richtige Standort des Vogelhäuschens zur Fütterung unserer gefiederten Freunde sollte so gewählt sein, dass keinesfalls Katzen empor klettern können. Auch Fensterscheiben sollten weit genug entfernt sein, um zu verhindern, dass die Vögel dagegen fliegen könnten. Futtersilos sind die beste Wahl, weil in diesen die angebotene Nahrung immer trocken bleibt und die Gefahr von Schimmelbildung und Feuchtigkeit gering ist.

Futterhäuschen sollten regelmäßig mit heißem Wasser und Handschuhen gereinigt werden, um eine Ausbreitung von Krankheitserregern zu verhindern.

Wildvögel sollten erst bei anhaltendem Frost und einer dichten Schneedecke gefüttert werden. Dann jedoch regelmäßig, denn die Vögel gewöhnen sich an die vorhandenen Futterquellen und suchen diese kontinuierlich auf. Das soll es für diesen Monat gewesen sein.

Tschüss, Euer Garten-Olaf