2014 06 Hochbeet BauplanHallo, hier ist wieder der „Garten-Olaf".

Weiter geht´s mit dem zweiten Teil der „Hochbeete im Kleingarten". Nun gehe ich auf Materialbedarf und Bau ein. Zuerst sollte feststehen, wofür Sie das Hochbeet nutzen möchten (Gemüse, Blumen) und wie groß es werden soll. Damit sich der Aufwand lohnt, sollte ein Hochbeet mindestens 2,0 m lang und 1,2 m breit sein. Die Höhe kann individuell gewählt werden, 0,8 m sind schon spürbar rückenschonend.

Abb.: Hochbeet mit abnehmbaren Anzuchtkasten /  Abb. zur Vergrößerung anklicken !

Zum Materialbedarf: Bretter mit Nut und Feder sind vorzuziehen, da so die Querkräfte von Brett zu Brett übertragen werden, d.h. bei Belastung eines Bretts werden die Kräfte auf die angrenzenden Bretter verteilt. Die Brettstärke sollte zwischen 27 mm und 33 mm liegen. Für ein aus zwei Teilen bestehendes Hochbeet mit 2,0 m Gesamtlänge (siehe Skizze) benötigen wir acht Vierkanthölzer mit Einschlaghülsen, 60 bis 80 mm Stärke. Hülsen und Hölzer kommen an die Eckpunkte zur Befestigung und Stabilisierung der Wände.

Sehr wichtig ist Maschendraht (fein), um Wühlmäuse vom Hochbeet fern zu halten. Damit die Holzwände vor Nässe geschützt sind, erhält das Beet eine Innenverkleidung mit Noppenfolie. Befestigen Sie diese Noppenfolie möglichst „im Ganzen" an den Wänden, um störende Nähte bzw. Überlappungen zu vermeiden, die Feuchtigkeit durchlassen.

Zur Stabilisierung der Hochbeet-Konstruktion müssen Gewindestäbe (8 mm Ø) horizontal eingebaut werden, die den seitlichen Druck aus dem Inneren auf die Wände abfangen, um eine Deformierung der Holzwände nach außen zu verhindern. Vor dem Einbau sollten Sie Schläuche über die Gewindestäbe ziehen, damit sie nicht (so schnell) rosten. Die Gewindestäbe werden mittels Muttern aus Messing (ggf. Flügelmuttern) auf Unterlegscheiben (Vergrößerung der Auflagefläche) beidseitig fest angezogen. Später müssen diese Verbindungen gelegentlich nachgezogen werden, man kann aber zusätzlich auch Kontermuttern aufschrauben.

Die Behandlung des Holzes ist sehr wichtig. Verwenden Sie dafür eine biologische Holzschutzlasur. Das richtige Präparat erhalten Sie im Fachhandel oder bei unseren Partnern, den drei Leipziger OBI-Märkten.

Der Boden, auf dem das Hochbeet stehen soll, muss vorher aufgelockert werden, damit ein guter Kontakt zur Füllung des Hochbeets hergestellt wird.

Die Zusammensetzung der Füllung ist ein wichtiger Faktor für die Bepflanzung auf dem Hochbeet: In die untere Schicht werden grobe Materialien, lange Baumscheiben (ca. 15 cm) u.ä. gegeben. Darüber wird als nächste Schicht feines Geäst gelegt. Sorgfalt sollte man bei der folgenden Schicht walten lassen. Entweder nutzen Sie eine Rasensode, wenn vorhanden, oder Sie decken mit einer mindestens 10 cm dicken Schicht Stroh ein. Diese Schicht wirkt wie ein Filter, damit bei der Verrottung nicht zu viel Stickstoff nach oben zu den Pflanzen gelangt. Auf der Strohschicht wird grober Kompost eingebracht und anschließend feine Erde mit Anzuchterde aufgefüllt. Nachteil: Diese Füllung muss jedes Jahr nachgefüllt werden, da sie verrottet und sich senkt.

Der richtige Zeitpunkt für die Errichtung eines Hochbeets sind die Herbstmonate. In dieser Zeit ist „Baumschnittsaison", da fällt genug Material fürs Hochbeet an. Anbei die Bauanleitung für ein Hochbeet mit einem abnehmbaren Anzuchtkasten (siehe Abbildung oben). Von Vorteil ist dabei, dass Sie die erste Anzucht schon im zeitigen Frühjahr vornehmen können.

In der kommenden Ausgabe werde ich ausführlich die vielfältigen Möglichkeiten der Bepflanzung eines Hochbeets erläutern.

Bis zum nächsten Monat

Der „Garten-Olaf"