2014 05 Hochbeet 0358 HGF-2014Hallo, hier ist wieder der „Garten-Olaf".

Nach mehrfachen Anfragen von Kleingärtnern möchte ich in dieser Ausgabe über „Hochbeete im Kleingarten, Teil 1" berichten. Hierbei geht es um die Errichtung und die Befüllung eines Hochbeetes. Wer kennt sie nicht, die häufig auftretenden Schmerzen bei der Gartenarbeit im Rücken oder in den Knien. Das ist nun mal ein untrügliches Anzeichen für das Älterwerden. Aus diesem Grund habe ich mir die Frage gestellt, wie kann ich mir Erleichterung verschaffen? Die Lösung ist ein Hochbeet.

SLK-Foto: Hochbeete auf dem Ausstellungsstand der Kleingärtner zur Messe "Haus-Garten-Freizeit 2014"

Anfangs schlug mir tatsächlich nur Spott und Hohn mit Sprüchen entgegen, wie z.B. „... du bist wohl zu faul dich zu bücken ..." oder „... du willst dich wohl eingraben ..." und „ ... was willst du mit der Kiste... „. Ich lies mich jedoch nicht beirren, baute mein erstes Hochbeet und heute interessieren sich auch die Nachbarn auffallend für diese Konstruktion.

Was soll mir ein Hochbeet effektiv bringen? So waren meine Anfangsgedanken. Zuerst natürlich ein rückenschonendes Arbeiten. Dies wird erreicht, indem das Hochbeet eine Arbeitshöhe von 80 cm über dem Boden aufweist. So ist ein aufrechtes Agieren vor dem Hochbeet gegeben. Besonders für ältere Gartenfreunde ist dies sehr erleichternd. Auch Rollstuhlfahrern bietet das Hochbeet eine Möglichkeit, sich wieder aktiv in die Gartenarbeit einbringen zu können.

Das Hochbeet bietet wesentlich mehr Vorteile als die bodennahe Kultivierung, denn auf diesen wirken die fünf Elemente Licht, Wasser, Luft, Temperaturen und Nährstoffversorgung intensiver.

Viele Kleingärtner können sich nicht vorstellen, welche Temperaturen im Inneren eines Hochbeetes herrschen (60 - 70°C). Dadurch können unsere Pflanzen viel besser wachsen und gedeihen. Die Pflanzen können enger ausgesät werden, weil sie mehr Licht und Luft bekommen, als bei bodennaher Bewirtschaftung. Lediglich bei eigenem Urlaub sollte man den Nachbarn bitten, dass er das Hochbeet in dieser Zeit ausreichend bewässert. Normalerweise sollte das kein Problemfall sein.

Von besonderer Bedeutung ist die Nährstoffversorgung. Der hohe Ertrag der Hochbeete beruht vor allem auf den unteren Bodenschichten, die aus Gartenabfällen, wie Ästen und Laub, bestehen. Im ersten Jahr ist die Freisetzung von Nährstoffen besonders intensiv und es kommt zu Stickstoffanreicherungen im Boden. Gemüse, wie Salat, Spinat, Rettich etc., sollten wegen der hohen Nitratanreicherung erst im zweiten Jahr angebaut werden. Ich habe es ausprobiert und hatte Glück dabei. Man muss einfach viel ausprobieren, um Erfolg zu haben.

Die aufsteigende Wärme erhöht die Bodentemperaturen um 5 bis 8°C. Die Pflanzen wachsen dadurch schneller und die Anbausaison dauert bis in die Wintermonate hinein (Porree, Rosenkohl). Natürlich kann jeder Gärtner auf sein Hochbeet anbauen was ihm zusagt (Kräuter oder Gemüse). Wärmeliebende Kulturen, wie Tomaten, Kohlrabi, Melonen, Paprika und Zucchini, gedeihen durch die höhere Wärme von innen besser.

Einer der Vorteile beim Hochbeet ist die Schädlingsbekämpfung. Die Schädlinge sind besser zu erkennen und man kann schneller reagieren, z.B. auf die weiße Fliege mit einem Gemüsenetz oder auf die unliebsamen Schnecken, die sich an unserem frischen Salat bei bodennaher Kultivierung laben, haben es auf dem Hochbeet schwerer.

Ganz besonders vorteilhaft ist die Bodenbearbeitung auf dem Hochbeet gegenüber 80 cm tiefer, dort wo häufig Verwurzelungen stören, der Boden steinig ist, Staunässe die Erträge beeinflusst und wie in so manchen Parzellen im vergangenen Jahr das Hochwasser Besitz vom Garten ergriffen hat. Das Hacken zwischen den Pflanzen sowie die Entfernung von Wildkräutern sind auf dem Hochbeet wesentlich einfacher als am Boden.

Wen diese Zeilen nun animieren, es auch mit einem Hochbeet zu versuchen, der sollte systematisch und überlegt vorgehen. Zuerst schaut man, an welcher Stelle in der Parzelle das Hochbeet zu platziert ist sowie welche Größe und Form es haben soll. In der nächsten Ausgabe werde ich den Aufbau eines Hochbeetes beschreiben inkl. Bauanleitung und Materialliste.

Bis zum nächsten Monat

Der „Garten-Olaf"