Hallo, ist wieder der „Garten-Olaf".

Im April ist wieder Pflanzzeit für Obst und Gemüse. In dieser Ausgabe möchte ich ein paar Tipps und Tricks von Mischkulturen im Bereich Gemüseanbau „preisgeben". Wie sagt man so schön, „das beste Gemüse kann nicht ordentlich wachsen, wenn ihm sein Nachbar nicht gefällt". So kann man das Zusammenleben von der Gewächsen treffend beschreiben. Pflanzt man die richtigen Nachbarn zueinander, entwickeln sich die Pflanzen besonders gut und setzen sich gemeinsam gegen die Schädlinge zur Wehr.

Eine sinnvolle Mischkultur sollte durchdacht geplant sein, um passende Nachbarschaften zu nutzen und ungünstige zu vermeiden. Folgende Faustregel ist zu verinnerlichen: All das Gemüse, das oberirdisch wächst und reift (Kohlrabi, Paprika u.a.), passt gut zu Pflanzen, die ihre Früchte unterirdisch ausbilden (Möhren, Zwiebeln, Radieschen u.a.). So können Sie ihre Pflanzen auch enger setzen, ohne dass diese sich mit den Blättern und Früchten gegenseitig „im Weg stehen". Dadurch wird „nebenbei" der Ertrag gesteigert. Die verschiedenen Pflanzen einer Mischkultur entnehmen dem Boden unterschiedliche Nährstoffmengen und geben selbst verschiedene Substanzen aus ihrem Stoffwechsel an den Boden ab. Somit entsteht ein Wechselspiel aus Geben und Nehmen. Die Wurzelausscheidungen und die Düfte der Pflanzen spielen ebenfalls eine große Rolle für die Nachbarschaftsbeziehungen. Manche Pflanzen gehen ein oder verkümmern, wenn sie nebeneinander wachsen sollen. Ein wohliger Geschmack bei Nachbarpflanzen ist die „Liaison" von Frühkartoffeln und Kümmel.

Kohlarten

  • gute Nachbarn:  Tomaten, Sellerie, Bohnen, Kartoffeln u.a.
  • schlechte Nachbarn:  Knoblauch, Senf, Erdbeeren, Zwiebeln
  • Unterpflanzung Wirkung:  Salbei, Rosmarin u.a. halten den Kohlweißling fern, Basilikum gegen Mehltau u. Weiße Fliege

 

Buschbohnen

  • gute Nachbarn:  Bohnenkraut, Gurke, Sellerie, Erdbeeren.
  • schlechte Nachbarn:  Zwiebeln, Erbsen, Fenchel, Lauch u.a.
  • Unterpflanzung Wirkung:  Bohnenkraut gegen schwarze Bohnenlaus

 

Erdbeeren

  • gute Nachbarn:  Borretsch, Knoblauch, Schnittlauch u.a.
  • schlechte Nachbarn:  Alle Kohlarten
  • Unterpflanzung Wirkung:  Knoblauch schützt Erdbeeren vor Bakterien u. Pilzen

 

Erbsen

  • gute Nachbarn:  Dill, Gurken, Kohlrabi, Möhren, Kopfsalat.
  • schlechte Nachbarn:  Tomaten, Kartoffeln. Bohnen u.a.

 

Tomaten

  • gute Nachbarn:  Knoblauch, Kohl, Kohlrabi.
  • schlechte Nachbarn:  Fenchel, Erbsen und Kartoffeln
  • Unterpflanzung Wirkung:  Basilikum hält Mehltau und die Weiße Fliege fern

 

Kartoffeln

  • gute Nachbarn:  Kohlrabi, Kümmel, Mais, Dicke Bohnen u.a.
  • schlechte Nachbarn:  Tomaten, Kürbis, Sellerie u. Sonnenblumen.
  • Unterpflanzung Wirkung:  Ringelblumen halten Fadenwürmer und Drahtwürmer fern

 

Wer sich also vor dem Griff zur Samentüte Gedanken über die Gestaltung des Gemüsebeets macht, kann später die richtig große Ernte „einfahren". Das sind nur ein paar Beispiele zur Problematik Mischkultur.

Gemüsegarten: Bohnen vorziehen. In den letzten Jahren habe ich sehr gute Erfahrungen beim Vorziehen meiner Bohnen gemacht. Da die Bohnen sehr kälteempfindlich sind, ziehe ich meine Bohnen (auch Stangenbohnen) in kleinen Töpfen im Gewächshaus vor. Wer keines hat, kann diese auch auf der Fensterbank vorziehen. Je nach Größe meiner Töpfe gebe ich 5 Samen hinein und lasse dies etwa 15 cm hoch wachsen. Nach den Eisheiligen werden die Sämlinge ins Freie in gleichen Abständen gesetzt, damit man den Boden dazwischen besser bearbeiten kann. Kartoffeln brauchen einen sonnigen Platz mit lockerem, nährstoffreichem Boden. Am besten verwendet man vorgekeimte Saatkartoffeln mit 3 cm langen Keimen. Diese legt man etwa Mitte April in Reihen mit ca. 30 cm Abstand zueinander aus. Der Abstand zwischen den Reihen sollte mindesten 50 cm betragen. Nach dem Legen wird die Erde leicht an gehäufelt. So bildet die Pflanze mehr Wurzeln und setzt mehr Knollen an. Drohen noch Spätfröste, schützt man das Kartoffelkraut mit Vlies. Auch für die Anzucht von Tomaten und Paprika ist jetzt noch Zeit.

Obstgarten: Gummifluss beim Steinobst entsteht durch Auflösung von bestimmten Gewebeteilen, die gummiartig durch die Rinde austreten. Ursachen sind sehr häufig Bodenprobleme, u.a. bei hohen Düngergaben, kurzfristigen Veränderungen des optimalen pH-Wertes (u.a. Kalkung), schweren und kalten Böden, Staunässe sowie anhaltendem Wassermangel. Die meisten Steinobstarten fühlen sich auf einem wärmeren Standort am Wohlsten. Beerensträucher: Regelmäßiges Mulchen hält den Boden feucht und unterdrückt Unkraut. Triebe von Himbeeren, Brombeeren regelmäßig am Spalier hoch leiten.

Bis zum nächsten Monat

Der „Garten-Olaf"