Hallo, hier ist wieder der "Garten-Olaf"

Liebe Gartenfreunde, wie versprochen, werde ich heute über „Tiere als Helfer im Kleingarten" berichten. In der Natur existiert ein ständiges Auf und Ab in den Populationen von Nützlingen und Schädlingen. Im 20. Jahrhundert verlor der „zivilisierte" Mensch zunehmend die Bindung zur Natur bzw. nahm sich nicht mehr die Zeit dafür. Schädlinge wurden nicht mehr ihren natürlichen Feinden überlassen, sondern in großangelegten Feldzügen vernichtet. Neue Mittel aus den Chemielaboren, die es bis vor rund 100 Jahren nicht gab, machten dies möglich. Die natürliche Balance zwischen „Fressen und Gefressenwerden" geriet oft außer Kontrolle. Wer hier radikal eingreift, der entzieht den Nützlingen die Lebensgrundlagen. Wer Geduld hat, der wird beobachten können, wie sich eine Vielzahl kleiner Tiere auf die „gedeckten Tische" stürzen. Allerdings sollte ein Kleingärtner seine Freunde und Helfer kennen und erkennen, wenn er erfolgreich mit ihnen zusammenarbeiten will.

Wir müssen zuerst einen Lebensraum für unsere Helfer in der Parzelle schaffen, damit sich Nützlinge im Garten etablieren und dort vermehren können. Es ist alles zu unterlassen, was deren Entwicklung stört. So ist ein Garten, der nur aus Zierrasen, Thujahecke und einigen wenigen blühenden Pflanzen besteht, ein artenarmer Garten, in dem sich auch nur wenige Nützlinge ansiedeln werden. Ein naturnaher Garten mit vielen verschiedenen heimischen Sträuchern, blühenden Staudenbeeten, Reisighaufen und Trockenmauern bietet dagegen viele verschiedene Lebensräume und Nahrungsangebote für die unterschiedlichsten Tierarten.

Unsere heimischen Vögel gehören zu den fleißigsten Helfern im Kleingarten. Ihre nützliche Tätigkeit untermalen sie mit ihrem schönen Gesang und mit ihrem munteren Gezwitscher. Besonders zur Ernährung der Jungen fangen die gefiederten Freunde große Mengen Insekten, Raupen, Larven, Maden und Läuse. Einige unserer Vögel vertilgen auch Unkrautsamen. Zum Vogelschutz sollten überall Nistmöglichkeiten geschaffen werden.

Blindschleichen sind keine gefährlichen Schlangen, sondern Echsen, sie fangen nachts Nacktschnecken, Würmer und Insekten.

Auch gibt es nützliche Insekten, die uns bei der Arbeit helfen:

2013 09 Florfliege Chrysopa oculata Stephen Ausmus wikFlorfliegen, die auch Goldaugen oder Blattlauslöwen genannt werden, sind schlanke Insekten mit durchsichtigen, grünlich geäderten Flügeln und goldfarbigen Augen. Sie ernähren sich in der Hauptsache von Honigtau und Wasser.

Große Räuber sind dagegen die Florfliegenlarven. Die bräunlichen Larven packen mit ihren zangenförmigen Kiefern Blattläuse, Spinnenmilben, Schild- und Blutläuse. Eine einzige Larve frisst 200 bis 500 Blattläuse und andere Schädlinge.

 

Foto: Stephen Ausmus / wikipedia

 

2013 09 Schwebfliege ArtMechanic wikiSchwebfliegen werden manchmal mit den Wespen verwechselt und deshalb getötet. Sie sind schwarz-gelb gemustert, aber relativ klein, 8 bis 15 mm. Man erkennt sie am geräuschlosen Flug und sie können ihre Flügel derart schnell bewegen, dass sie in der Luft an einer Stelle verharren.

Die Erwachsenen leben von Blütenstau sowie Honig und spielen eine wichtige Bestäuberrolle. Die Larven ernähren sich dagegen von Blattläusen. Während ihrer kurzen Lebenszeit (8 bis 15 Tage) verzehrt eine Larve rund 400 Läuse.

Foto: ArtMechanic / wikipedia

 

2013 09 Schlupfwespe Andre Karwath wikiSchlupfwespen sind klein, nur 5 bis 30 mm lange Insekten. Es gibt viele unterschiedliche Arten. Sie haben dunkle, schimmernde Flügel und einen langen Legestachel. Mit diesem bohren die Schlupfwespen z.B. Blattläuse an und legen ihre Eier in den lebenden Tieren ab. Von innen her frisst die Schlupfwespe ihren Wirt auf und überwintert danach verpuppt in der hohlen Laus. Ein Schlupfwespenweibchen kann 200 bis 1000 Läuse mit Eiern belegen. Größere Arten stechen auch Gespinstmotten und Raupen der Kohlweißlinge an. In der nächsten Ausgabe lesen Sie den zweiten Teil.

Foto: André Karwath / wikipedia

Gemüsegarten: Anfang September beginnt die Kartoffelernte. Die Kartoffeln sind reif, wenn sich das Laub gelb gefärbt hat. Zum Lagern eignen sich nur gesunde, unbeschädigte Kartoffeln. Man lagert sie an einem dunklen und trockenen Platz bei einer Temperatur von 8 °C. In wärmeren Räumen keimen die Kartoffeln schnell. Wer eine frühe Zwiebelernte im Mai des nächsten Jahres haben möchte, der steckt im September seine Steckzwiebeln im Abstand von rd. 6 cm. Die Zwiebeln treiben noch im Herbst Wurzeln und überstehen den Winter problemlos. Größere Röschen am Rosenkohl: Wenn die Röschen vom Rosenkohl haselnussgroß sind, kann man das Wachstum ankurbeln. Dazu muss man nur die Gipfelknospe der Pflanze ausbrechen.

Obstgarten: Fallobst sollte möglichst täglich aufgesammelt werden. Zum einen ist seine Lagerfähigkeit nur begrenzt, zum anderen sind die bereits jetzt herunterfallenden Früchte meist wurmhaltig und man sollte verhindern, dass die Maden auskriechen und sich weiterentwickeln können. Entdeckt man kranke Früchte am Baum, werden diese sofort abgepflückt, um der Ausbreitung von Krankheitserregern vorzubeugen.

Bis zum nächsten Monat

Der "Garten-Olaf"