Hallo, hier ist wieder der "Garten-Olaf"

2013 06 Birnengitterrost Gymnosporangium sabinae fg01Liebe Gartenfreunde, abermals war ich unterwegs, um über die Gartenzäune zu schauen. Immer wieder muss ich registrieren, dass viele Gartenfreunde die Kleingartenordnung nicht beachten bzw. einhalten. Ich bin gar der Meinung, dass einige Gärtner den Inhalt überhaupt nicht kennen. Ansonsten würden nicht so viele Ungereimtheiten im Garten entstehen. Was mich dabei sehr verärgert, ist der neue Trend, Ziergehölze jeder Art zu pflanzen. Zum Beispiel sieht man oft den Ginkgo, Eiben (sehr giftig), Fichten, Lebensbäume, Scheinzypressen und Wacholder. Es ist unbegreiflich, dass alte Bäume gerodet und dafür neue gepflanzt werden. Das sind durchgängig ungeeignete Baumformen, da sie Höhen über 20 m erreichen und herabfallende Nadeln versauern den Parzellenboden. Der Wacholder ist eine Wirtspflanze für Birnengitterrost!

Foto: wikipedia - Birnengitterrost: Blattoberseite im Juli

Man kann noch mehr Beispiele aufführen. So schädigen Flachwurzler (Tanne, Kiefer) Gebäude und Wege durch starken Wurzelwuchs. Oft sieht man im Kleingarten Hartriegel, Hasel, Goldregen und Essigbaum. Sie alle haben eine Wuchshöhe bis 6 bzw. 7 m.

Eine weitere Gattung von Wirtspflanzen, die Schaderreger verbreiten, sind Feuerdorn, Rot- und Weißdorn, Zwergmispel sowie die Felsenbirne (Pralinenbaum). Gegenwärtig sind bei Kleingärtnern die Felsenbirnen (Amelanchier lamarckii) angesagt. Diese werden in Gartenmärkten angeboten und dies überwiegend ohne fundierte Beratung!

Dies möchte ich an dieser Stelle übernehmen. Heimat der Felsenbirne ist das östliche Nordamerika. Zum Wuchs: Mehrstämmiger, 4 bis 6 m hoher und 6 bis 7 m breiter Großstrauch. Krone zunächst aufrecht, später breit, leicht schirmförmig, mit etwas überhängenden Zweigen.

2013 06 Apple tree with fire bligh Sebastian StabingerDer Feuerbrand ist eine durch das Bakterium Erwinia amylovora verursachte Gehölzerkrankung. Der Feuerbranderreger hat einen großen Kreis von Wirtspflanzen. Hauptwirtspflanzen sind die Kultur- und Zierformen von Apfel (Malus), Birne (Pyrus) und Quitte (Cydonia) sowie Zierquitte (Chaenomeles), Weiß- und Rotdorn (Crateagus), Feuerdorn (Pyracantha), Vogelbeere und Mehlbeere (Sorbus), Zwergmispel (Cotoneaster) sowie die Felsenbirne (Amelanchier). Feuerbrand ist meldepflichtig und kann eine gesamte Gartenanlage lahm legen!

Foto: Feuerbrand, Sebastian Stabinger

Die Anpflanzung von Gehölzen (außer Obstbäumen), die von Natur aus höher als 3 m werden, wie z.B. Wald- und Parkbäume, ist nicht erlaubt. Das Anpflanzen von Gehölzen, die als Wirtspflanzen bzw. Zwischenwirte für Feuerbrand gelten, ist nicht gestattet (Anlage 02 / siehe Rahmenkleingartenordnung des Landesverbandes Sachsen der Kleingärtner vom 6. November 2009).

Ergo, liebe Gartenfreunde: Vorher eingehend in den bei der Pachtung übergebenen Dokumenten informieren (u.a. Kleingartenordnung des SLK) bzw. sich beim Gartenfachberater im Verein fundiert beraten lassen.

Gemüsegarten: Im Juni ist für unsere Starkzehrer – wie Kartoffeln und Kohlarten – nachzudüngen, da sie einen großen Nährstoffbedarf haben. Organische Dünger sind zu empfehlen. Kontrollieren sie die Kartoffelblätter auf Befall mit Kartoffelkäfern. Ist dies schon geschehen und der Kartoffelkäfer hat sich kräftig vermehrt, finden sie auf den Pflanzen Eier, Larven und Käfer. Ich empfehle zur Bekämpfung „Ultima Käfer und Raupen frei" von der W.Neudorff GmbH KG.

Kraut- und Braunfäule: Dieser Pilz lässt die Blätter der Kartoffeln und Tomaten frühzeitig braun werden und sie sterben ab. Dies geschieht bei feuchtwarmer Witterung. Eine Behandlung mit „Atempo Kupfer-Pilzfrei" sollte diesen Pilz eindämmen.

Rhabarber: Bis zum 24. Juni kann man noch Rhabarber ernten. Danach sollte es unterbleiben. Der Grund ist, die Stangen enthalten im Sommer viel Oxalsäure, sie schmecken nicht mehr und werden faserig. Auch die Blüten drängen jetzt mit Macht nach oben. Der Pflanze bekommt es besser, wenn Sie die Blüten mit drehender Bewegung ausbrechen.

Sommerriss: Unbrauchbare und ungünstig stehende oder für den Kronenaufbau nicht benötigte diesjährige Triebe können jetzt schon problemlos entfernt werden. Da diese noch nicht verholzt sind, geht das recht einfach durch Abreißen („Sommerriss"). Bei allen Obstgehölzen ist dies möglich und schafft neben einer besseren Belichtung auch weniger Arbeit beim Winterschnitt. Beim Reißen entfernen Sie gleichzeitig die schlafenden Augen. Wer beim Reißen etwas ängstlich ist, sollte mit einem Messer unterhalb des Astes eine Kerbe schneiden, so entsteht kein größerer Riss.

Allen Gartenfreunden wünsche ich einen wunderschönen Sommer.

Bis zum nächsten Monat

Der "Garten Olaf"