GFK 20160825 2443In der 2,92 ha großen Kleingartenanlage (KGA) in Nachbarschaft zur Zentrale des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) empfing Vereinsvorsitzender Rolf Zielke die Mitglieder der Garten-Fachkommission (GFK) des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner e.V. (SLK) und stellte den KGV „Tiefland“ vor, der 1934 gegründet wurde und über 121 Parzellen verfügt. Von den aktuell 115 Pächtern sind 12% Eingebürgerte (u.a. Kubaner, Mocambiquaner, Ukrainer, Kasachen). Erfreulich ist die Entwicklung hinsichtlich der Kinder im Verein. Waren es 2008 noch 8, so sind es 2015 bereits 42. Wie in vielen KGV ist es schwierig Nachfolger für die Vorstandsarbeit zu gewinnen. Im KGV „Tiefland“ gibt es einen Fachberater.

SLK-Foto: Ein gut strukturierter Garten mit vielfältigem Anbau

GFK 20160825 2424Bei angenehmer Witterung führte der Vereinschef die Gäste am 25. August 2016 durch die KGA und erklärte, dass mittlerweile der Bestand an Wald- und Parkbäumen auf ca. 15% des ehemaligen Bestandes reduziert werden konnte. Auffallend ist, dass viele Gärten in Hanglage sind, wodurch kleingärtnerische Anbauten und die Pflege erschwert werden. Im ersten Teil des Rundgangs fielen mehrfach Gärten mit einem übermäßigen Anteil an Rasenflächen sowie Gewächsüberhänge aus den Parzellen auf die Wege ins Auge. Ein Garten "wartete auf" mit einer hohen Konifere und Korkenzieherweiden, die in einem Kleingarten lt. der Kleingartenordnung (KGO) des SLK nichts zu suchen haben.

SLK-Foto: Im Schatten von Konifere und Korkenzieherweiden bleibt der kleingärtnerische Anbau meist auf der Strecke

GFK 20160825 2449Einige Parzellen hinterlassen eine verwilderten Eindruck. Möglicherweise wird hier der Begriff "Naturnahes Gärtnern" falsch interpretiert. Umgehend sind der Echte Wacholder und der Schilfbewuchs aus einem Kleingarten zu entfernen und aus einem weiteren ist der Baumstumpf zu roden. Eine Gefährdung für Pächter sowie Besucher der KGA stellen defekte Betonsäulen dar, deren Armierung offen zutage liegt und deren eigentliche Funktion mittlerweile fraglich ist. Weitere Parzellen sind nicht einsehbar und für kriminelle Elemente ein „geschütztes“ Betätigungsfeld. Auch hier ist Handlungsbedarf vonnöten. Mehrfach wurden Obstgehölze gesichtet, die einen fachgerechten Schnitt verdient hätten. Auch gibt es "Gartenfreunde", die Wege in ihrer "grünen Oase" entgegen des KGO versiegeln. Neben negativen Beispielen gibt es jedoch ebenso zahlreichen Parzellen mit guter kleingärtnerischer Nutzung.

SLK-Foto: Nach Jahrzehnten Dienst bröselnde Säule

GFK 20160825 2438Nach dem Rundgang schilderten die GFK-Mitglieder ihre Eindrücke. U.a. fielen Koniferen-Hecken auf, die erst neu gepflanzt wurden. Diese sollten kurzfristig entfernt werden. Hecken sind 1,20 m Wuchshöhe lt. KGO zu stutzen (vorzugsweise auf Schnitthöhe von 1,00 m). Oft wurde registriert, dass Gemüse an schattigen Stellen angepflanzt wurde und recht „mickrig“ aussieht. Generell ist der Schnitt der Obstgehölze zu verbessern sowie die Verkehrssicherheit. Die Aufarbeitung der Böden mittels neuem Mutterboden wäre vorteilhaft für bessere Erträge. Seitens der GFK wurde angeboten, den fachgerechten Schnitt der Obstgehölze den Pächtern vorzuführen und die vom SLK angebotenen Fachberater-Stammtische zu nutzen. Vereinsvorsitzender Rolf Zielke dankte für das Kommen und die wichtigen Hinweise und Hilfen für das zukünftige Agieren in der KGA im Sinne von BKleingG und der KGO des SLK.

SLK-Foto: Versiegelte Wegfläche von der Eingangspforte her

Lothar Kurth