GFK 20160630 1392Die fünftgrößte Kleingartenanlage (KGA) in Leipzig mit 517 Parzellen befindet sich im Ortsteil Mockau mit dem Namen "Nordstern" und besteht aus den 6 Anlageteilen A, B, D sowie C 1 bis 3. Aufgrund dieser Struktur hatte sich die Garten-Fachkommission (GFK) des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner e.V. (SLK) im Vorfeld mit dem Vorsitzenden Frank Backhaus verständigt, die Anlagen A und C 2 in Augenschein zu nehmen. Er begrüßte die Mitglieder der GFK am gerade wieder neu entstehenden Vereinshaus an der Friedrichshafner Straße 50 und stellte mit ein paar Worten, den 1908 gegründeten Kleingärtnerverein (KGV) mit seiner neuesten "Errungenschaft", dem 2015 fertiggestellten Spielplatz, vor.

SLK-Foto: Neuer Spielplatz in der Anlage A

GFK 20160630 1389Der Rundgang startete zuerst in der Anlage A. Gleich bei der ersten, recht "üppig zugewachsenen" Parzelle nach dem Vereinshaus fiel auf, dass ein Gewächshaus für seine eigentliche Funktion gar nicht genutzt wird. Über den Zaun hinweg war es eindeutig als ein Lagerschuppen zu identifizieren. Dies sollte sich ändern.

Neben vielen, recht ordentlich kleingärtnerisch bewirtschafteten Parzellen in der A-Anlage sahen die GFK-Mitglieder einige Gegebenheiten, die anzusprechen waren. Einem Pächter wurde u.a. angeraten, seinen Pflaumenbaum, der mindestens eine Höhe von 6 m erreicht hat, einzukürzen.

SLK-Foto: Gewächshaus oder Materiallager?

GFK 20160630 1429Der Hauptweg in der Anlage A mündet am nördlichen Ende auf den öffentlichen, mit PKW befahrbaren Kleeweg. Es ist ein Kuriosum, dass diese Straße die Anlage A von der Anlage C 3 trennt und C 3 ist nochmals in zwei Teile getrennt durch die öffentliche Straße Grasweg.

Jedoch wandten sich die GFK-Mitglieder der Anlage C 2 zu, die der Vereinsvorsitzende schon als sein Sorgenkind ankündigte. Unmittelbar nach dem Betreten der Teilanlage, die quasi in einer Senke zwischen Friedrichshafner Straße und der rückwärtigen Bebauung der Berthastraße liegt, war das Rudiment eines Baumes nicht zu übersehen. Dieser Überrest mit seinen Krankheitskeimen ist umgehend zu entfernen.

SLK-Foto: Baumstumpf inklusive Wurzelwerk ist zu roden

GFK 20160630 1462Einige verwilderte oder "naturbelassene" Parzellen waren zu sehen und mehrfach Gewächse, die gemäß Kleingartenordnung (KGO) des SLK nicht zulässig sind, u.a. Haßelnuss- und Wallnussbäume, Zuckerhutfichten, Eiben.

Leider gibt es uneinsichtige Zeitgenossen, die gutgemeinte Ratschläge der Mitglieder der GFK einfach ignorieren und der Besserwisserei frönen. Wahrscheinlich vergessen diese sogenannten "Gartenfreunde", dass es ist sinnvoll ist, jetzt zu beginnen, Gehölze, die im Kleingarten nichts zu suchen haben, systematisch zu beseitigen, als erst Jahre später, wenn man selbst gesundheitlich nicht mehr dazu in der Lage ist. Der Baum hört nicht auf zu wachsen!

Mehrfach fielen in der Anlage C 2 Konfierenhecken ins Auge, welche den Charakter einer Abschottung nach außen haben und ein ideales Betätigungfeld für "dunkles Gelichter" darstellt.

SLK-Foto: Ausladender Walnussbaum in "trauter Eintracht" mit einem Nadelbaum in einer Parzelle

GFK 20160630 1463Beim Resümee des Gesehen im Vereinshaus empfahl Ralf Hesse, Stellvertretender Leiter der GFK, den Mitgliedern vor Ort den Baumschnitt in Wort und Tat zu demonstrieren. Die Anlage A wurde als gut eingeschätzt, während in der Anlage C 2 noch einige Aufgaben auf den Vorstand zukommen werden. Es wurde auch darauf hingwiesen, dass erst 2016 gepflanzte Thujen, wie beim Rundgang gesehen, unverzüglich zu beseitigen sind. Aus ornithologischer Sicht wären weitere Nisthilfen, z.B. an Bäumen auf Gemeinschaftsflächen oder auf Stangen montiert, angebracht.

Vorsitzender Frank Backhaus dankte für die Hinweise und die angebotene Unterstützung im Sinne der Einhaltung bzw. Realisierung der kleingärtnerischen Nutzung.

SLK-Foto: Abschließende Diskussion im Vereinhaus des KGV "Nordstern"

Lothar Kurth