GFK 20160421 9727Laut Jahresplan 2016 der Garten-Fachkommission (GFK) des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner e.V. (SLK) war der erste "Außentermin" auf den 21. April datiert. Ziel war die Kleingartenanlage (KGA) des KGV "Grüner Sachse". Unter diesem Namen wurde der Verein 1995 im Vereinsregister beim Amtsgericht Leipzig registriert und ersetzte die vormalige Bezeichnung "Erich Ferl". Die KGA umfasst eine Fläche von rund 0,91 ha und 33 Parzellen. So schilderte es Matthias Tamme, der Vorsitzende des Vereins, der die GFK-Mitglieder am Eingang an der Wurzner Straße empfing. Die Anlage liegt zwischen den Böschungsfüßen zweier ca. 10 m hoher, in Süd-Nord-Richtung verlaufender Bahntrassen, die sich am Nordende vereinigen. Die Südflanke begrenzt die Wurzner Straße.

SLK-Foto: Eingangspforte an der Wurzner Straße 203

GFK 20160421 9758Bei Frühlingswetter führte der Vorsitzende durch die KGA und beantwortete Fragen. So gibt es z.Z. einige Pächterwechsel. Beim ersten Rund-um-Blick stellten die Fachberater fest, dass sehr viele, recht hohe Nadelgehölze (bis 20 m hoch) in den Parzellen das Areal überragen. Gleich beim Eckgarten am ersten vom Hauptweg abzweigenden Seitengang stach eine Baumruine ins Auge. Diese sollte nicht das einzige Exemplar bleiben. Resultat des Fehlens eines Fachberaters im Verein. GFK-Leiter Olaf Weidling gab den Rat, baldigst einen Gartenfreund zu gewinnen, der diese Aufgabe übernimmt. Ralf Hesse bot an, den fachgerechten Schnitt vor Ort zu demonstrieren.

SLK-Foto: Blick von der kleinen Vereinswiese aus über die Parzellenlandschaft

GFK 20160421 9736Beim Rundgang wurden in einer Parzelle mehr als ein halbes Dutzend verschiedener Thujen- und Wacholdergewächse, die nicht in einen Kleingarten gehören, gezählt. Krönung in dieser Parzelle ist ein rund 20 m hoher Nadelbaum, der allein schon für reichlich Verschattung sorgt. 

An anderer Stelle wurde registriert, dass erst mit Beginn der Gartensaison eine neue Thujenhecke, zusätzlich zum Zaun zum Nachbarn, gepflanzt worden ist. In einem weiteren Garten sind Lebensbäume zu nah an die massive Laube gesetzt worden. Der Kleingärtnerin erläuterten die Fachberater mögliche Folgen für das Bauwerk.

SLK-Foto: Eine 2016 frisch gesetzte Reihe aus Thujen parallel zum Zaun

GFK 20160421 9763Am Hauptweg besteht am Zaun eines Gartens Stolpergefahr durch zusätzlich für hochkant angeordnete Platten, die sich zur Gehfläche neigen. Abschließend schilderten die Fachberater ihre Eindrücke. Auffallend ist der äußerst hohe Anteil von Wald-, Park- und Ziergehölzen, die in Kleingärten nichts zu suchen haben. Dies ist in der Kleingartenordnung des SLK niedergelegt, die jeder Kleingärtner des Vereins haben sollte. Dem Vorstand wurde nahegelegt, darauf zu dringen, dass diese Gehölze, 2016 beginnend, schrittweise entfernt werden und spätestens beim Wechsel des Pächters, vom abgebenden Pächter, zu beseitigen sind. Ohne diese Aktion ist die Parzelle vom Vorstand nicht abzunehmen!

SLK-Foto: Eine "mustergültige" Baumruine 

GFK 20160421 9741Die GFK-Mitglieder empfahlen, vor jedem Pächterwechsel eine Wertermittlung durchführen zu lassen. Nach Aussage des Vereinschefs gibt es auch einen Fall, bei dem ein neuer, bislang unbekannter "Pächter" in einer Parzelle auftauchte. In diesem Fall hat der Verein die Aufgabe, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen, da hier Hausfriedensbruch vorliegt. Neben vielen Parzellen, die in puncto kleingärtnerischer Nutzung Nachholebedarf haben, sind auch positive Beispiele offensichtlich. Trotz guter Bedingungen für Höhlenbrüter im Umfeld der KGA könnten es mehr Nistkästen in den Parzellen sein, so argumentierten die GFK-Mitglieder. Dem Vorstand des KGV stehen in naher Zukunft einige umfangreiche Aufgaben bevor, die nur gemeinsam mit den Pächtern gemeistert werden können.

SLK-Foto: Solide kleingärtnerische Tätigkeit in dieser Parzelle

Lothar Kurth